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Konfiguration – Die Schweizer montratec AG stärkt mithilfe des 3D-Produktkonfigurators P’X5 den Vertrieb seines Transportsystems Montrac.

27. März 2013

Bei dem von der Schweizer Montech AG entwickelten modularen Transportsystem Montrac transportieren selbstfahrende Shuttles, ohne eine SPS zu benötigen, Güter oder Werkstücke mit einem Gewicht bis 30 Kilogramm auf einem Monoschienen-System. Die Shuttles kommunizieren mit der Strecke via Infrarot und können an jeder Prozessstation aktuelle Anweisungen empfangen. Die Steuerungslogik sorgt dafür, dass Schienen, Weichen und Shuttles sich selbst zur Lösung der logistischen Aufgabe organisieren. Hohe Flexibilität, höchste Verfügbarkeit und Effizienz sind die Ergebnisse.

Anfang 2011 übernahm die Freudenstädter Schmid Group, global operierender Hersteller von System- und Prozesslösungen für die Photovoltaik, das Montrac-System von Montech und gliederte es in die Tochter montratec AG ein. Binnen kurzer Zeit wuchs die Anzahl der Beschäftigten von 17 auf über 50 derzeit. Denn nie war das Montrac-System in den Zielbranchen Automotive, Elektronik, Pharma, Kunststofftechnik und durch die Schmid Group in der Photovoltaik gefragter als jetzt.

Die Auslegung der individuellen Kundenlinien erfordert eine perfekte und hochgradig detaillierte Planung. Früher setzten die montratec-Mitarbeiter dies anhand eines Hallenlayouts in einem 2D-CAD-System um. Jedes Element einer Strecke, jede Prozessstation und die einzelnen Shuttles mussten platziert werden. Mehrere Stunden konzentrierter Arbeit erforderte ein erster Entwurf einer Anlage. Selten war dieser auch das endgültige Ergebnis. Zahlreiche Änderungsschleifen mit ihrem zusätzlichen Zeitaufwand gehörten zum Alltag. Preisvergleiche ließen sich nur aufgrund von Schätzungen oder kompletten Stücklisten anstellen, die weiteren Arbeitsaufwand für den Vertrieb bedeuteten.

Die Lösung brachte die Züricher Perspectix AG mit ihrem 3D-Produktkonfigurator P’X5. Die einfach zu bedienende Standardsoftware ermöglicht, ohne CAD-Vorkenntnisse modulare Systeme komfortabel zusammenzustellen und das Ergebnis dreidimensional visualisiert darzustellen. Die integrierte Produktlogik sichert fehlerfreie Konfigurationen ab, während eine mitlaufende Kalkulation sofort Aussagen über Kosten und Alternativen erlaubt.

Neben der parametergesteuerten Top-Down-Konfiguration mit 150-Prozent-Stücklisten unterstützt P’X5 die Bottom-Up-Methode, mit der die Gesamtlösung Stück für Stück durch dynamisches Verbauen von Einzelteilen entsteht. Dies ermöglicht auch bei Anwendungsfällen mit einer unbegrenzten Lösungsvarianz, wie in der Transfertechnik die regelbasierte Beschreibung von beliebig großen Konfigurationen. »Der Perspectix-Ansatz war die passende Lösung für unser modular aufgebautes System. Ohne große Mühen konnten wir die Produktlogik in die Software einpflegen«, erinnert sich Giuseppe Arena, Vertriebsleiter bei montratec.

Auf Basis der P’X5-Technologie entwickelte montratec den »Montrac-Konfigurator«, der mittlerweile seinen festen Platz im Unternehmen erworben hat. Er begleitet ein Projekt vom Anfang bis zum Ende – von einer vorläufigen Kostenschätzung der ursprünglichen Idee bis zur Ausleitung der Stückliste und Montageanweisungen. Um ein Angebot auszuarbeiten, wird zunächst der Hallenplan in den Konfigurator eingelesen. Per Drag&Drop fügt der Projektmanager die einzelnen Montrac-Komponenten zu einer Gesamtlinie zusammen. Vordefinierte Schnapp-Punkte an den 3D-Objekten vereinfachen die passgenaue Konfiguration. Vorhandene Projekte können durch wenige Parameterveränderungen an neue Begebenheiten angepasst werden. Das Ergebnis lässt sich wahlweise als 2D-Übersicht oder in verschiedenen 3D-Ansichten am Bildschirm betrachten. Die mitlaufende Artikel-Auflösung spiegelt sich in Listen und Artikelbeschreibungen, mit Stückzahlen und Preisen – die dann in Form von Angeboten ausgedruckt werden können.

Neben der kaufmännischen Kalkulation erfolgen technische Berechnungen wie der Stromverbrauch im Konfigurator. Weitere Funktionen erzeugen auf Knopfdruck Bemaßungselemente, nummerieren die Fahrstrecken oder verbauen nach einer vorgegebenen Logik automatisch Steuerungssensoren über die gesamte Fahrstrecke. Die Zeitersparnis gegenüber der Arbeit mit CAD-Systemen im gesamten Änderungsverlauf schätzt Arena auf bis zu 90 Prozent.

Eine Konfigurator-Version ohne Preisinformationen steht für Kunden auf der Unternehmenshomepage zum Download zur Verfügung. Zunächst war angedacht, dass Kunden selbständig konfigurieren. dies war dann jedoch unpraktikabel. Die Kundenversion dient heute als Eye-Catcher, der durch 3D-Visualisierungen die Modularität des Systems sehr professionell demonstriert. Auf Messen erleben Interessierte das umfassende Lösungsspektrum mit allen Optionen hautnah und wissen bereits vor der Anfrage, dass ihr Anwendungsfall umgesetzt werden kann. Zum anderen erleichtert ein vereinfachter Austausch der Montrac-Projekte die Kommunikation mit internationalen Kunden. Ohne viele Worte können beide Seite den Anlagenvorschlag detailliert betrachten und diskutieren. »Unsere Außendienst-Mitarbeiter schätzen die Software sehr. Dadurch können sie vor Ort Kundenprobleme eigenständig lösen. Sie sind jetzt mehr Berater als Datenerfasser«, erklärt Arena.

90 Prozent schneller zum Angebot

Der Montratec-Vertrieb wie die weltweiten Vertriebspartner profitieren davon, dass sie sehr schnell Anlagen projektieren können. Die essentielle Kostenschätzung einer Kundenidee ist in wenigen Stunden umgesetzt und in einem übersichtlichen sowie ansprechenden Layout verschickt. Kein Detail wird mehr übersehen und insgesamt enthalten die Angebote weniger Fehler. Interessenten erfahren umgehend den Investitionsbedarf und können ihre Planungen zügig weiterführen. »Der Termindruck ist hoch und wird jeden Tag stärker. Wir sind mehr als froh, dass wir den Konfigurator haben«, schließt Giuseppe Arena.

Erschienen in Ausgabe: 02/2013