Schneller anschließen

Spezial - Industrieelektronik

Steckverbinder – Installation und Wartung gestalten sich schneller und kostengünstiger, wenn Steckverbinder mit dem IDC-Schneidklemmanschluss von Phoenix Contact Anschluss finden. Denn dieser kontaktiert die Litze federnd, rüttelsicher und gasdicht.

19. Februar 2016

Modularisierung und Dezentralisierung, schnelleres Time-to-Market, wachsende Qualitäts- und Umweltanforderungen – das sind die weltweiten Trends in vielen Branchen. Fast immer spielen dabei auch steigende Lohnkosten und der Wunsch nach einer schnelleren Konfektionierung im Feld eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund muss die Installation von Geräten, Maschinen und Anlagen genauer betrachtet werden.

Die derzeit am Markt gängigen Anschlusstechniken basieren größtenteils auf dem Schraub-, Crimp- oder Federkraftanschluss – das gilt für Installationen in Produktion und Infrastruktur gleichermaßen. Allerdings müssen die anzuschließenden Leitungen oder Adern dabei aufwendig vorbereitet werden. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern führt auch häufig zu Fehlern, denn die erforderlichen Abisolierlängen müssen präzise eingehalten werden.

Hohe Einsparpotenziale ergeben sich aber, wenn Steckverbinder schneller konfektioniert und angeschlossen werden. Zu diesem Zweck hat Phoenix Contact die IDC-Anschlusstechnik entwickelt und am Markt etabliert. IDC steht für Insulation Displacement Connection, also für eine isolationsverdrängende Anschlusstechnik.

Die Bauform der Schneide gleicht einer Stimmgabel: Durch die federnde Funktion bleibt die Kontaktkraft auch langfristig und unter wechselnden Bedingungen erhalten. Steckverbinder mit IDC-Technik sind üblicherweise zweiteilig ausgeführt, und bei der Installation hält der Anwender nur zwei Komponenten in den Händen. Die abgemantelte Leitung wird durch den hinteren Teil des Steckverbinders geführt und stößt innen gegen einen Anschlag. Die Einzeladern sind in dieser Position im Klemmkörper und bleiben in ihrer Position fixiert. Durch farbliche und numerische Kennzeichnung erkennt der Installateur leicht die richtige Position der Adern. Sind alle Adern fixiert, kann der Anwender die überstehenden Enden mit Hilfe eines handelsüblichen Seitenschneiders abtrennen.

Er muss dann den hinteren Teil des Steckverbinders dem vorderen zuführen und die Druckmutter verschrauben. Dabei werden die Adern in den Schneiden zwangsgeführt, die Isolation verdrängt, der Kontakt hergestellt und die Zugentlastung durch die Kabelverschraubung sichergestellt. Die Schneiden durchtrennen Isolationswerkstoffe wie PVC, PE, TPE sowie Gummi problemlos. Diese Werkstoffe decken mehr als 90 Prozent der gängigen Leitungsmaterialien ab.

Das entscheidende Merkmal der IDC-Technik ist der schnelle und einfache Anschluss. Gegenüber einem Crimp- oder Schraubanschluss beträgt die Zeitersparnis 60 bis 80 Prozent. Bei der Installation ist die Leitung lediglich auf ein ungefähres Maß abzumanteln. Die Adern selbst benötigen keinerlei Vorbereitung, und die Fehlergefahr durch Nichteinhalten der Abisolierlängen entfällt.

Die Leiter im Klemmkörper lassen sich schnell zuordnen und fixieren. Dort befindet sich bei den Signal- und Datensteckverbindern neben der numerischen Kennzeichnung auch die Farbcodierung der anzuschließenden Leitungen. Sind die Adern erst einmal eingelegt, bleiben sie in ihrer Position fixiert.

Einfacher Aufbau

IDC-Steckverbinder sind aus Bestandteilen einfach nur zusammengesetzt und mit wenig Werkzeug einfach zu handhaben. Bauteile wie Dichtungen, Hülsen oder Kontakte sind nicht mehr vorhanden. Werkzeuge zum Abisolieren oder Crimpen werden nicht mehr benötigt, erforderlich sind nur ein Werkzeug zum Abmanteln sowie ein handelsüblicher Seitenschneider.

Die Anwendungsbereiche für die IDC-Anschlusstechnik erstrecken sich über den Anschluss von Leistung, Signalen und Daten. Bei Adern von 0,08 bis zu starren Ausführungen mit 6,00 Quadratmillimetern geht es immer um das gleich Prinzip: Leitung abmanteln, Adern fixieren, Adern abschneiden, Steckverbinder verschrauben.

Auch für die Energieverteilung ist die IDC-Technik von Phoenix Contact geeignet, denn sie kann hohe Leistungen übertragen, bei 3-, 4- und 5-poligen Leitungen mit Aderquerschnitten von 0,5 bis 6,0 Quadratmillimetern Ströme bis zu 40 Ampere und Spannungen bis zu 690 Volt.

In der Sensor-Aktor-Verkabelung werden überwiegend standardisierte Steckverbinder eingesetzt, denn kostengünstige und zuverlässige Verbindungen sind hier gefragt, die von weniger geschultem Personal konfektioniert werden. Bereits nach wenigen Durchläufen beherrscht der Monteur die Anschlusstechnik und kann auch eine vierpolige abgeschirmte Sensorleitung in weniger als einer Minute sicher konfektionieren.

Deutlich komplexer ist die Verkabelung von Netzwerken und Feldbussen hier sind oft mehrpolige Leitungen paarweise oder auch mehrfach geschirmt im Einsatz. Eine sichere und zuverlässige Kontaktierung der Adern sowie des Schirmes sind ein wichtiger Faktor für den störungsfreien Netzwerk-Betrieb in der industriellen Automation. Hier sind Datenübertragungsraten bis zu zehn Gigabit pro Sekunde bereits Standard. Auch in diesem Bereich hat sich IDC als beliebteste Anschlusstechnik etabliert. Unter erschwerten Bedingungen wie schwankende Temperaturen oder hohe Vibrationen sorgt die Schneidklemmtechnik für einen langzeitstabilen und zuverlässigen Kontakt.

IDC ist mittlerweile ein etablierter Standard am Markt. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf den globalen Märkten wird sich dieser Trend deutlich verstärken, denn kein Unternehmen kann darauf verzichten, die Installationszeiten und die damit verbunden Kosten einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Aufgrund der hohen Zeitersparnis, der Flexibilität und der Zuverlässigkeit hat mit IDC die Zukunft der Anschlusstechnik bereits begonnen.

Auf einen Blick

Wie funktioniert IDC?

Die Adern der abgemantelten Leitung werden ohne vorhergehende Bearbeitung in die angeschrägten Schneiden des IDC-Kontaktes geführt. Diese stellen eine gleichmäßige Kontaktierung sicher. Dann durchschneiden die IDC-Kontakte die Aderisolation.

Dafür sorgen der konstante Druck der federnden IDC-Kontakte und die konische Form des Schneidtrichters. Schließlich wird der Kontakt mit den Einzellitzen hergestellt.

Erschienen in Ausgabe: 01/2016