Schneller, besser, billiger

Montage - Die hochwertige Montage in sinkenden Losgrößen bei zunehmender Variantenvielfalt und mit immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen verlangt flexible Lösungen. Wettbewerbsfähige Verfahren erfordern vergleichsweise geringe Investitionen.

14. Dezember 2006

Nie war die eingesetzte Technik in Montage und Handhabung so vielfältig wie heute. Vor allem in den vergangenen zwei Dekaden kamen dabei neue Entwicklungen auf, die heute kaum noch wegzudenken sind. So eröffnete beispielsweise die Lasertechnologie eine Vielzahl neuer Möglichkeiten beim Schweißen, Trennen, Markieren und Kontrollieren. Eine ähnlich große Bedeutung hat auch der Einsatz von Servo­motoren im Montageprozess, von linearen Verfahrachsen über Rotationsprozesse wie Ausrichten oder Einschrauben bis zu sehr genau kontrollierten Einpressvorgängen. Große Fortschritte machte zudem die elektrische und mechanische Sensortechnologie: So lassen sich heute viele Funktions-Prüfvorgänge, etwa nach Dichtheit, Farbe oder Vollständigkeit, direkt in die Montagekonzepte integrieren - und das auch bei kurzen Zykluszeiten. Oberhalb der eigentlichen Montage selbst angesiedelt sind heute moderne Prozessüberwachungssysteme, die eine hundertprozentige Kontrolle und Dokumentation aller Vorgänge während der Fertigung gewährleisten. Möglich macht dies unter anderem der verstärkte Einsatz von industriellen Kamera- und Bildverarbeitungssystemen.

Die moderne Montage- und Handhabungstechnik bietet deshalb heute beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Letztendlich wettbewerbsfähig sind jedoch allein solche Lösungskonzepte, die auch in Hinblick auf die Kosten optimiert sind, und derartige Lösungen umfassen nicht selten traditionelle, bewährte Technologien. Diese bewährten Technologien bieten zudem den Vorteil, dass ihre Anwender häufig auf umfangreiche vorhandene Wissens- und Erfahrungskenntnisse zurückgreifen können.

Aktuelle Trends betreffen allerdings weniger die technischen Entwicklungen. Stattdessen steigt zum Beispiel seit Jahren die Nachfrage nach besonders kostensparenden Lösungen bei der Beschaffung von Automationsprodukten.

Ein andauernder Trend ist auch die Produktion in immer klei­neren Losgrößen, mit einer zunehmen Vielfalt an Varianten oder mit immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen. In diesen Bereichen kommen heute wieder verstärkt teilautomatische Lösungen zum Einsatz. Stark gestiegen ist andererseits aber auch die Nachfrage nach Höchstleistungssystemen für sehr große Lose, allerdings betrifft dies nur bestimmte Branchen und nicht den Markt allgemein. Generell geht der Trend jedoch hin zu modularen Systemen mit hoher Wiederverwendbarkeit und kurzer Bereitstellungsdauer.

Flexible Lösungen für kleine Lösgrößen

Kurz zusammengefasst erwarten die Anwender von Montage- und Handhabungssystemen einen hohen Produktausstoß mit maximaler Teilequalität bei gleichzeitig hoher Flexibilität, niedrigem Investitionsvolumen und hoher Wiederverwertbarkeit. Diese Ansprüche sind nicht neu und waren für das Maschinenbauunternehmen Oku Automatik im baden-württembergischen Winterbach schon vor 40 Jahren der Leitgedanke bei der Entwicklung der flexiblen Montagemaschinen-Baureihe Okumat und der daraus weiterentwickelten Automatenkonzepte LeanCell und QuickCell. Bei diesen Maschinen verantwortet der Anwender selbst das Einbringen seines spezifischen Know-hows, damit seine speziellen Ansprüche erfüllt werden können. Zunehmend sind jedoch viele Unternehmen heute nicht mehr in der Lage, entsprechende Zeit- und Personalkapazitäten für die Betreuung des Projekts einplanen zu können. Ein wesentlicher Trend bei der Automatisierung von Produktionsprozessen ist es deshalb, dass die Anwender mehr und mehr Prozesse auf den Lieferanten übertragen, der somit verstärkt schlüsselfertige Lösungen bieten muss.

Um auch diesen Ansprüchen Rechnung zu tragen, haben Maschinenbauer wie Oku heute ihr Angebot an Serviceleistungen erweitert und bieten zum Beispiel auch FMEA-Analysen oder die Qualifizierung von Montage­anlagen an. Der Erfolg bestätigt dieses Konzept, schließlich stoßen die Oku-Maschinen sowohl im In- als auch im Ausland auf rege Nachfrage. Dennoch werden sich die aufstrebenden Länder Asiens bald auch in der Automationsbranche auf dem europäischen und dem amerikanischen Markt als weitere Anbieter etablieren. Erfolgreiche Hersteller müssen deshalb global präsent sein und den neuen Wettbewerbern aus China und Indien durch ein hohes Maß an Qualität, Zuverlässigkeit und Vertrauen in ihre Produkte entgegenwirken. Und dies natürlich mit einem marktgerechten Verhältnis zwischen Preis und Leistung.

Claus Keck, Oku Automatik

FAKTEN

- Die Montagemaschinen-Serie Okumat besteht aus vier Grundeinheiten unterschiedlicher Größe mit zentralem Antrieb, um die bis zu 24 Montagestationen angeordnet werden können.

- Die mechanische Kurvensteuerung garantiert genaueste Synchronisation mit bis zu 120 Takten pro Minute.

Erschienen in Ausgabe: Wer macht was?/2007