Schneller produzieren mit 3D-Druck

Beim japanischen Drucker- und Kopiererhersteller Ricoh setzt man im Vorrichtungsbau verstärkt auf additive Produktion. Die benötigten Halterungen lassen dadurch viel schneller als mit anderen Verfahren produzieren.

02. Oktober 2017

Ricoh fertigt Vorrichtungen und Produktionshilfsmittel zur Herstellung von Großformatdruckern nun zu einem großen Teil additiv aus Kunststoff und ersetzt dadurch Metallteile. Mit einem Fortus 900mc von braucht die Produktion einer Vorrichtung einen Tag. Bisher dauerte es etwa zwei Wochen, bis eine passende Metallvorrichtung vorlag. Die Produktionslinie von Großformatdruckern befindet sich am Standort von Ricoh Industries in Miyagi im Nordosten Japans.

"Da wir eine enorme Anzahl an Bauteilen fertigen, ist ein hoher Zeit- und Arbeitsaufwand erforderlich, bis wir für jedes Teil die passenden Werkzeughilfsmittel und Vorrichtungen gefunden haben. Mit der zunehmenden Komponentenanzahl zog sich dieser manuelle Prozess noch mehr in die Länge. Bei jedem Teil musste der Anwender die Form, die Ausrichtung und den Winkel begutachten, ehe das Werkzeug entnommen und die Komponente wieder in die ursprüngliche Vorrichtung eingesetzt wurde. Die Anwender waren immer häufiger verärgert über die Anzahl der vielen verschiedenen Werkzeuge und suchten nach Möglichkeiten für eine schnellere Werkzeugfertigung, damit unsere Produktionszeitpläne eingehalten werden konnten", so Taizo Sakaki, Senior Manager of Business Development bei Ricoh. "Durch den 3D-Druck von Stratasys können wir nun die Werkzeuge auf die Komponenten abstimmen und nach Bedarf fertigen. Dies hilft uns bei der Umstrukturierung und Modernisierung unseres Herstellungsverfahrens."

Vor der Umstellung auf 3D-Druck musste Ricoh maschinell geschnittene Werkzeuge extern fertigen lassen, was häufig mehr als zwei Wochen Zeit in Anspruch nahm. Jetzt können die Anwender bei Ricoh die zum jeweiligen Bauteil passende Form und Geometrie einer Vorrichtung bestimmen und diese per 3D-Druck mit 3D-CAD-Software innerhalb eines Tages herstellen. Zudem sind die Werkzeughilfsmittel und Vorrichtungen wesentlich leichter. Das Produktionswerk für Großformatdrucker nimmt Ricoh eine Vorreiterrolle bei Nutzung digitalen Methoden ein. Zudem erprobt das Unternehmen weiterhin Bereiche, in denen sich Arbeitsabläufe mittels 3D-Druck beschleunigen lassen, etwa wie ein Gussverfahren und in der Kleinserienfertigung.