Schneller zum Erfolg

Konstruktionsmanagement

Engineering – Zehn Abkürzungen für schnelleres Engineering sind aus der täglichen Arbeit bei Bosch Rexroth entstanden. Mit ihnen kommen Maschinenbauer und Systemintegratoren schneller zum Ziel.

16. Februar 2012

Mit der vorhandenen Mannschaft neue Konzepte schneller zur Marktreife treiben: Vor dieser Herausforderung stehen immer mehr Maschinenhersteller. Neue Software-Tools und Systemansätze in der Automatisierung verkürzen die Durchlaufzeiten in der Auftragskonstruktion und straffen die Arbeitsabläufe im Engineering.

Im Büro sind Abkürzungen schon längst Alltag, jetzt hat Bosch Rexroth diesen Ansatz deshalb auf seine Lösungen für den Maschinenbau übertragen. Ergebnis sind zehn »Shortcuts«, mit denen Engineering einfach schneller geht:

Eins:Einheitliche Engineering-Umgebung.

Eine einheitliche Engineering-Umgebung für alle Aufgaben von der Projektierung über die Programmierung bis zur Inbetriebnahme und Diagnose schafft die notwendige Transparenz und vereinfacht das Engineering. Einmal erfasste Daten stehen allen Software-Tools ohne mehrfache manuelle Eingabe zur Verfügung. Inhalte lassen sich – wie in der Bürosoftware – einfach per Mausklick in weitere Anwendungen einfügen. Das verringert den Schulungsaufwand und minimiert Fehlerquellen.

Zwei: Vorlagen für modulare Software.

Ein Programmrahmen stellt eine modulare Software-Struktur bereit. Er gliedert Projekte übersichtlich in mehrere Module. Damit können Aufgaben sauber definiert und zügig abgearbeitet werden.

Drei: Kapazitäten fokussieren.

Mit Team-Engineering können Kollegen parallel und unabhängig vom Standort immer am neuesten Stand arbeiten: Versionskontrollsysteme speichern alle Änderungen mit Zeitstempel und Benutzerkennung ab. Das schafft Transparenz und sichert die Qualität bei komplexen Projekten.

Vier: Objektorientiertes Programmieren.

Die in Hochsprachen verbreitete Vorgehensweise hält auch in der Automation Einzug. Moderne Programmrahmen ermöglichen das gekapselte Einfügen von Objekten auch ohne Hochsprachenkenntnisse.

Fünf: Kurvenscheiben grafisch erzeugen.

Software-Tools ermöglichen das grafische Erzeugen von Kurvenscheiben und erstellen daraus automatisch den entsprechenden Maschinencode. Intelligente Funktionsbausteine passen zudem alle anderen Parameter automatisch an, wenn einer geändert wird.

Sechs: Parametrieren statt Programmieren. Vordefinierte Funktionalitäten verringern den Programmieraufwand, weil auch komplexe Bewegungen nur noch parametriert werden müssen.

Sieben: Standards nutzen.

International verbreitete Standards wie IEC 61131-3 oder Sercos senken den Schulungsaufwand und erschließen die Freiheit, Komponenten und Softwarebausteine verschiedener Hersteller bedarfsgerecht zu kombinieren.

Acht: Softwareassistenten.

Sie übernehmen vorher manuell ausgeführte Aufgaben. Das beschleunigt das Engineering und eliminiert Fehlerquellen. So können intelligente Inbetriebnahme-Assistenten über eine Seriennummer auf die mechanischen Parameter des angebauten Linearsystems zugreifen und damit den Zeitaufwand dort um bis zu 90 Prozent senken.

Neun: Schneller zu höchster Dynamik.

Gerade die Optimierung während der Inbetriebnahme ist oft besonders zeitaufwändig. Moderne Software-Tools optimieren die Bewegungsführung für höhere Dynamik und geringeren Energieverbrauch ohne langes Herumprobieren.

Zehn: Sensorlose Verschleißerkennung.

Ausgefeilte Software-Tools erkennen aus den erfassten Antriebsdaten sich anbahnenden Verschleiß. Sie benötigen dazu keine zusätzlichen Sensoren und senden rechtzeitig Warnungen, bevor es zu einem Maschinenstillstand kommt.

Moderne Engineering-Tools helfen Maschinenherstellern, mit den vorhandenen Personalressourcen mehr Projekte schneller zu realisieren. »In der Fertigung erhöhen Automationslösungen die Produktivität schon seit vielen Jahren kontinuierlich. Heute helfen Software-Lösungen, die Effizienz über den Engineering-Prozess noch weiter zu steigern«, bekräftigt Dr. Steffen Haack.

Erschienen in Ausgabe: 01/2012