Schritt nach vorn

Schwerpunkt Lineartechnik

Linearmodule – Mit Hilfe einer wegweisenden Änderung in der Projektierung und neuem Bewusstsein konnte ein Linearanbieter sich und seine Produkte entscheidend weiterentwickeln.

28. Juni 2012

Im Markt von heute herrscht ein ziemlich harter Wettbewerb, Pluspunkte sammeln ist da besonders wichtig. Das ist in der Lineartechnik nicht anders. Einige große Anbieter tummeln sich dort und versuchen, sich zu behaupten. »Mit der neuen dritten Generation unserer Linearachse RK Duoline sind wir mit diesen zumindest auf Augenhöhe, viele Kunden haben uns gesagt, wir spielen jetzt im Konzert der Großen mit«, zeigt sich Michael Amon, Bereichsleiter Technik bei Rose+Krieger, selbstbewusst. Das Unternehmen aus Minden hat es sogar schon geschafft, namhafte Mitbewerber zu verdrängen. »Unser Absatzmarkt ist gewachsen.«

Um zu verstehen, warum das so ist, nennt er die Hauptmerkmale der neuen Duoline: »Zum einen haben wir die dynamische Leistungsfähigkeit und technische Belastungsfähigkeit bis an die Grenze ausgereizt. Ein zweiter Punkt ist das Paket, das wir um die Linearachsen schnüren, um den Kunden entsprechend zu beraten. Und drittens zu erwähnen ist die hohe Flexibilität in der Anbindung und beim Service, die wir bieten können.«

Gerade die flexible Anbindung scheint den Kunden wichtig zu sein. »Selbst Serienmaschinenbauer sagen das. Statt drei verschiedener Lineareinheiten müssen sie nur noch eine bevorraten. Im Bedarfsfall setzt er die Duoline einfach an die richtige Stelle.« Der RK-Lineartechnik liegt ein modulares Baukastensystem zugrunde, der Kunde bestimmt die verbauten Optionen selbst und bezahlt nur das, was er wirklich braucht.

Zahnriemen oder Spindel?

Die Duoline gibt es wahlweise zahnriemen- oder spindelgetrieben, beide Varianten sind als Basis- oder Protect-Version in mehreren Baugrößen verfügbar.

Bei der spindelgetriebenen Variante verkürzt eine neue, von Rose+Krieger entwickelte, mitlaufende Spindelunterstützung die freitragende Länge der Spindel. Das eliminiert störende Vibrationen und garantiert große Laufruhe.

Sie kann jetzt bis zu einer Hublänge von fünf Metern und einer Maximalgeschwindigkeit von 2,5 Meter pro Sekunde die volle Drehzahl fahren. Dies vereinfacht Auslegung und Projektierung und verursacht weniger Kosten. Innen liegende Kugelschienenführungen sorgen für hohe Belastbarkeit, Dynamik und Lebensdauer. Der Wirkungsgrad der Spindelvariante liegt bei über 85 Prozent.

Die zahnriemengetriebene Variante ist platzsparend, dazu trägt eine teilweise in die Zahnriemenumlenkung integrierte Kupplung maßgeblich bei. Sie bietet zudem sehr flexible Anbaumöglichkeiten für Motoren, der Motoranschluss lässt sich auch nachträglich noch ändern. So kann der Anwender teure Umbauten vermeiden. Energie spart er durch den niedrigen Leerlaufmoment von nur 2,5 Newtonmetern. Eine zentrale Schmiermöglichkeit über Trichterschmiernippel direkt am Schlitten minimiert den Wartungsaufwand. T-Schienen mit Gewindebohrungen erleichtern die Anbindung von Nutzlasten.

Ein Edelstahlabdeckband in Schutzart IP 40 ergänzt beide Varianten. So fallen keine Verschleißteile oder Schmutzpartikel heraus. »Sogar zum Schutz in Schweißapplikationen ist die Variante mit Abdeckband zu finden«, erzählt Michael Amon. »Mit dem Band sind wir einen schönen Schritt nach vorne gekommen, denn wir erschließen neue Bereiche wie zum Beispiel die Überkopfmontage.«

Neuer Ansatz

Der Entwicklung der dritten Duoline-Generation lag eine neue Projektierungsstrategie zugrunde: »Zuerst haben wir uns Gedanken über den Kundenutzen gemacht. Wofür wird das Produkt eingesetzt?« Amon hat dafür ein Gleichnis: »Wenn Sie einen Bohrer kaufen, kaufen Sie das Loch in der Wand.«

Über die Meilensteinsystematik ist ein regelmäßiges Reporting möglich. »Logistik, Vermarktung und Produktbereitstellung müssen von Anfang an interdisziplinär zusammenarbeiten.« Bei der Duoline hat sich Rose+Krieger von der Fertigungstiefe her anders aufgestellt. »Durch die Vormontage von Baugruppen sind wir in der Lage, die komplette Lineareinheit schnell zur Verfügung zu stellen«, erklärt Amon. »Früher wurde alles einzeln kommissioniert, jetzt liegt die Varianz nur noch in der Länge. Auf diese Weise verkürzen wir die Durchlaufzeiten und sind schneller am Markt.«

Dazu tragen auch die Erfahrungen der Applikationsabteilung von Rose+Krieger bei. »Die setzen unsere Standardkomponenten ein und durch das Feedback der Kunden schwemmen viele Problematiken nach oben, die diese bewegen.«

Auf einen Blick

-Spindelausführung S: Hohe Positioniergenauigkeit, gleichförmiger Bewegungsablauf, hohe Antriebssteifigkeit, Dreischicht-Betrieb, geschützt nach Schutzart IP 40.

-Zahnriemenausführung Z: Hohe Wiederholgenauigkeit, kurze Zykluszeiten, hohe Taktraten, Dreischicht-Betrieb, hohe Zuverlässigkeit.

Erschienen in Ausgabe: 05/2012