Schutz auf kleinem Raum

Industrieelektronik

Schutzschaltgeräte – Moderne Maschinen und Anlage werden immer kompakter. Neue modular aufgebaute Schutzschaltgeräte und Sicherungsautomaten gewährleisten dabei einen intelligenten und flexiblen Überstromschutz bei einem minimalen Platzbedarf.

27. August 2012

Ein wichtiger Trend nicht nur im Maschinen- und Anlagenbau ist die zunehmende Miniaturisierung aller Bauteile. Dies betrifft nicht allein die mechanischen Komponenten, sondern zum Beispiel auch die Schaltschränke, in denen dann auch für die elektrischen Schaltgeräte und Anschlusslösungen immer weniger Platz zur Verfügung steht. Eine deutliche Platzersparnis versprechend hier jetzt der neue thermisch-magnetische Schutzschalter 2216-S und der neue elektronische Sicherungsautomat REF16-S des Elektrotechnikspezialisten E-T-A aus Altdorf bei Nürnberg. Beide Gerätetypen sind lediglich 12,5 Millimeter breit und benötigen eine Einbautiefe von nur 70 Millimeter. Das klare Design und die bewährte Stecktechnik der Geräte gewährleisten eine hohe Übersichtlichkeit im Schaltschrank und reduzieren den Montage- und Verkabelungsaufwand.

Die Baureihe 2216-S umfasst ein- oder zweipolige thermisch-magnetische Schutzschalter für AC-Spannungen bis 240 Volt und DC-Spannungen bis 50 Volt (einpolige Version) bzw. 80 Volt (zweipolige Version). Die Schutzschalter sind für verschiedene Nennströme von 0,5 bis 16 Ampere verfügbar und optional mit Signalkontakten zur Einleitung von Alarm- und Folgeschaltungen oder zur Anzeige der Hauptkontaktstellungen lieferbar. Drei Versionen mit unterschiedlichen Kennlinien ermöglichen eine optimale Anpassung der Schutzschalter an die zu schützenden Lasten und deren Zuleitungen.

Der Typ REF-16-S ist ein einpoliger elektronischer Sicherungsautomat mit rein elektronischer Abschaltlinie. Das Hauptmerkmal ist die aktive Strombegrenzung für eine selektive Absicherung einzelner Lastkreise, die von einem DC-24-Volt-Netzteil versorgt werden. Das Gerät schaltet damit bei Überlast oder Kurzschluss ausschließlich den fehlerhaften Pfad ab, ohne Rückwirkung auf die DC-24-Volt-Versorgung. Dies verhindert, dass bei einem Fehler in einem einzelnen Lastkreis die Spannung einbricht und alle am Netzteil angeschlossenen Verbraucher ausfallen.

Intelligente Sicherung

Die selektive Lastabsicherung ist für sechs verschiedene Nennströme zwischen 1 und 6 Ampere verfügbar. Der integrierte Power-MOSFET begrenzt Kurzschlussströme auf das typisch 1,25-fache des ausgewählten Nennstroms und schaltet fehlerhafte Stromkreise nach spätestens 800 Millisekunden ab. Stromspitzen beim Einschalten oder im Betrieb hingegen werden toleriert. Größere kapazitive Lasten bis zu 20.000µF sind somit kein Problem. Zudem lässt sich das Gerät nach einer Überstromabschaltung über die Steuerung zurücksetzen, ohne den Schaltschrank zu öffnen. Durch das Ein- und Ausschalten der Last per Fernbetätigung kann der REF16-S neben der Absicherung zusätzlich eine Relaisfunktion übernehmen. Der manuelle ON/OFF-Schalter direkt am Gerät erlaubt darüber hinaus eine gezielte Inbetriebnahme einzelner Lastkreise.

Alles im Blick

Die identische Bauform und Anschlusstechnik beider Baureihen ermöglicht ihre Montage auf den ebenfalls neu ins E-T-A-Programm aufgenommenen 12,5 Millimeter breiten einkanaligen Stecksockeln vom Typ 80plus und 81plus mit schraublosen PT-Anschlussklemmen oder mit Schraubklemmen. In beiden Fällen entsprechen die Einbaumaße der Geräte mit Sockel der Norm 43880 für Installationseinbaugeräte. Ein solches einheitliches Stecksockelsystem für unterschiedliche Komponenten reduziert die Beschaffungs- und Lagerhaltungskosten und gewährleistet außerdem maximale Flexibilität in jeder Projektphase. Im laufenden Betrieb verbessert das Konzept zudem die Übersicht im Schaltschrank und vereinfacht somit die Bedienung.

Die Stecksockel 80plus und 81plus lassen sich einfach auf der Hutschiene aufschnappen. Steckbrücken ermöglichen eine zuverlässige schnelle Sammeleinspeisung sowie die Realisation von Parallel- und Reihenschaltungen der Signalkontakte. Eine integrierte Halteklammer fixiert die steckbaren Geräte auch bei höheren Schock- und Vibrationsbelastungen fest im Sockel. Mit Hilfe von Codierstiften kann die Nennstromstärke eines Steckplatzes individuell codiert werden, sodass sich Geräte mit höheren Nennstromstärken anschließend nicht mehr aufstecken lassen und eine irrtümliche Überdimensionierung des Nennstroms ausgeschlossen ist.

Beim Typ 80plus ermöglicht die innovative Push-in-Technologie einen direkten Anschluss von festen oder flexiblen und verdichteten Leitern an der Einspeiseklemme sowie an den zwei Lastabgangsklemmen und den drei Signalisierungsklemmen ohne zusätzliches Werkzeug. Der Sockel 81plus dagegen besitzt die bewährte Schraubklemmentechnik für den Mehrleiteranschluss mit einem Schlitz- oder Kreuzschlitzschraubendreher. Die Klemmkörper aus einer hochwertigen Kupferlegierung erlauben auf kleinstem Raum hohe Kontaktkräfte.

Nach der Verdrahtung der Stecksockel lassen sich die Schaltgeräte sekundenschnell und auch bei unter Spannung stehenden Anlagen aufstecken oder austauschen – etwa, wenn kurz vor Inbetriebnahme der Anlage noch eine höhere Nennstromstärke notwendig wird. Zudem lassen sich mit der E-T-A-Stecktechnik bereits bei der Erstinstallation mögliche Reservesteckplätze vorsehen, sodass eine künftige Anlagenerweiterung schnell und ohne langwierige Betriebsunterbrechungen durchgeführt werden kann.

Auf einen Blick

-Die E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH in Altdorf bei Nürnberg ist ein weltweit führender Hersteller für Schutzschalter, Sicherungsautomaten, Stromverteiler, elektronische Sicherungen, Relais-Absicherungen sowie Komplettlösungen im Schaltschrank.

-Die Geräte schützen gegen die Folgen von Über-strom und Kurzschluss zum Beispiel in der Auto-matisierung, der Telekommunikation, im Fahr-zeugbau oder der Energie- und Umwelttechnik.

Erschienen in Ausgabe: 06/2012