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SCM 4.0: KMU müssen Gas geben

Einer gemeinsamen Studie der Hochschule Coburg und der TMG Consultants zufolge besteht im deutschen Mittelstand großer Nachholbedarf bei den Themen Digitalisierung und Supply-Chain-Management 4.0. Zwar habe die Mehrheit der Industrieunternehmen die große Bedeutung, die den Themen Digitalisierung, Vernetzung und Automation im SCM zukomme, erkannt. Bei vielen hapere es jedoch noch bei der Umsetzung.

17. Juli 2018

Beim Thema Industrie 4.0 besteht Handlungsbedarf in den Unternehmen. Darüber gibt es laut der neuen Studie „SCM 4.0“ der Hochschule Coburg und der TMG Consultants GmbH keinen Zweifel. Industrie 4.0 wird zwar von produzierenden Unternehmen aller Branchen heute und in Zukunft eine sehr hohe Bedeutung zugemessen, wie die Zahlen zeigen: Auf einer Skala von 1 bis 6 erreicht das Thema bei Großunternehmen und dem großen Mittelstand mit 5,5 und 5,4 fast den Maximalwert.

Bei den rund 3,6 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zeigt die Steigerung von 3,9 heute auf 5,0 in fünf Jahren, dass die Unternehmen die Herausforderung erkannt haben. Jedoch zeigt ein Blick in die Praxis, dass die Umsetzung, vor allem bei der vertikalen und der horizontalen Vernetzung, noch deutlich hinterherhinkt. Um diese Lu?cke zu schließen, kommt es vor allem auf die mittelständischen Unternehmen an: Die Vision eines vollständig digitalisierten und vernetzen Netzwerks lässt sich nur erreichen, wenn alle Akteure in der Lieferkette mitziehen – und diese ist in Deutschland besonders durch den Mittelstand geprägt.

Großteil der Unternehmen fehlt es an digitalen Grundlagen

Die Herausforderungen in der Umsetzung wird durch Studie deutlich: Den Unternehmen fehlt es zu einem großen Teil bereits an den digitalen Grundlagen, denn sowohl im Bereich Automatisierung und Vernetzung der internen Wertschöpfungskette, als auch im elektronischen Datenaustausch mit Partnern und der Cloud-basierten Zusammenarbeit weisen sie Defizite in der Umsetzung auf. Nur jedes zweite der befragten Unternehmen kann einen hohen Automatisierungsgrad sowie vernetzte, standardisierte Wertschöpfungsprozesse vorweisen. Selbiges gilt für den elektronischen Datenaustausch mit Partnern. Denn knapp die Hälfte der Unternehmen (44,8 Prozent) gab an, diesen Vernetzungsgrad noch nicht oder nur unzureichend erreicht zu haben.

Interessant: Bei Unternehmen aus der Logistikbranche und Automobilindustrie lag die Zustimmung auf der sechsstufigen Antwortskala mit insgesamt 4,3 und 4,2 deutlich über dem Durchschnitt (3,0). Cloud-basierte Kooperationsplattformen spielen hingegen bei der überwiegenden Mehrheit aller Unternehmen noch keine große Rolle – nicht einmal jedes vierte Unternehmen konnte die Frage, ob Produktionsinformationen über Cloud-basierte Kooperationsplattformen ausgetauscht werden, bejahen.

Auch die Unternehmen selber sehen das fehlende Fachwissen mit 81 Prozent auf Platz eins der Gründe für mangelnde Digitalisierung und Vernetzung, dicht gefolgt vom Mangel an belastbaren Business Cases und Kosten-Nutzen-Berechnungen. Hier sehen die TMG Consultants vor allem das oberste Management in der Pflicht: Mangelt es dem Unternehmen an notwendigem Wissen, kann es eine Interimslösung sein, externe Spezialisten für diese Aufgabe miteinzubeziehen. Ein weiteres „Argument“ der Unternehmen für ihre Versäumnisse: fehlende oder unterschiedliche Standards mit 87,5 Prozent. In ihrer Studie identifizieren die TMG Consultants diesen Grund jedoch als ein vorgeschobenes Argument, denn mittlerweile sind die technischen Möglichkeiten für eine einfache Einbindung in Netzwerke gegeben.

Vernetzung ja, aber nicht horizontal

Die Studienmacher sind alarmiert: Mit 80 Prozent wird der digitalen, internen Vernetzung die größte Bedeutung zugemessen. Damit sind die befragten Unternehmen der festen Überzeugung, dass der Informationsfluss im eigenen Unternehmen noch wichtiger ist als entlang der gesamten Lieferkette. Die horizontale Vernetzung wird zwar ebenfalls als wichtig erachtet, rangiert mit 69 Prozent allerdings mit deutlichem Abstand hinter der vertikalen Vernetzung. Dieses Ergebnis wird in der Studie als besorgniserregend eingeschätzt, denn der durchgängige Informationsfluss innerhalb des Unternehmens und entlang der gesamten Lieferkette als „ureigenes“ Schlüsselelement im Supply-Chain-Management wird noch wichtiger – gerade bei weiter fortschreitender Digitalisierung. Viele Unternehmen stehen der positiven Entwicklung durch Silodenken und mangelndem Vertrauen gegenüber Kunden und Lieferanten im Weg – jedes dritte Unternehmen misst der horizontalen Vernetzung lediglich eine geringe oder mittlere Bedeutung zu.

Ohne SCM 4.0 keine Industrie 4.0

Dem Supply-Chain-Management kommt in der digitalisierten und vernetzten Industrie-Welt eine entscheidende Rolle zu – ohne SCM 4.0 gibt es keine Industrie 4.0. Dabei lassen sich die konkreten Nutzenerwartungen der Unternehmen in zwei Kategorien unterteilen: Den kundenbezogenen Nutzen, von dem sich die Unternehmen eine Umsatzsteigerung und eine Verbesserung ihrer Ertragssituation erwarten sowie den Mehrwert, der aus der Einbindung in die digitalisierte Wertschätzungskette resultiert. Beiden Kategorien geht jedoch voran, dass nicht nur die Bedeutung von Digitalisierung und Vernetzung der Supply Chain erkannt wurde, sondern auch umgesetzt werden. Die aktuellen Entwicklungen um Cloud-Computing und Big Data die Hürden für die Nutzung integrierter Supply Chains und schaffen neue, vereinfachte Möglichkeiten zur Optimierung. Um den Nutzen aus den Entwicklungen ziehen zu können, müssten die Verantwortlichen allerdings wissen, was möglich und operativ umsetzbar ist.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bei den befragten Unternehmen jedoch genau hier eine große Lücke klafft, die zu einem „Henne-Ei-Problem“ führt: Ohne auszureichendes Fachwissen sind die Unternehmen und Verantwortlichen nicht in der Lage eine zielführende, individuell auf die eigenen Belange zugeschnittene, Digitalisierungsstrategie zu definieren. Die Zeit drängt: Wer jetzt nicht konsequent die Weichen in Richtung SCM 4.0 stellt, wird später keine Gelegenheit mehr haben zur Konkurrenz aufzuschließen.

Handlungsempfehlungen: Checkliste SCM 4.0

Die Digitalisierung verändert die Welt der produzierenden Unternehmen nachhaltig und wird zum absoluten Pflichtprogramm. Basierend auf dem TMG-Beratungsansatz geben die TMG Consultants in ihrer Studie konkrete Handlungsempfehlungen, um Unternehmen im digitalen Wandel und insbesondere im Supply-Chain-Management zu unterstützen.

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