Selektive Oxidation

Aus der Idee, ein Beschichtungsverfahren ohne den Einsatz von Chemie zu betreiben, entwickelte AHC Oberflächentechnik ein Verfahren zur Oxidation von Aluminiumoberflächen. Hiermit können Bauteile partiell vor Verschleiß und Korrosion geschützt werden. Eine Pilotanlage befindet sich im französischen Werk Faulquemont. Nun steht das Verfahren vor der Serienreife.

20. Februar 2014

Bei dem mit Lasox-Coat® bezeichneten Verfahren von AHC handelt es sich um eine selektive Oxidation von Aluminiumoberflächen mittels Laser. In einer Sauerstoffatmosphäre wird auf die Oberfläche eines zu bearbeitenden Werkstücks ein Laserstrahl gerichtet. Unter Einfluss des Lasers beginnen Legierungspartikel zu schmelzen und zu verdampfen. Das Sauerstoffplasma, welches aus ionisierten Atomen besteht, und ein Teil des geschmolzenen Aluminiums reagieren zu Aluminiumoxid, welches nun die behandelte Oberfläche bedeckt. Die Korundschicht hat eine Dicke von 6 bis 10 Mikrometer, während die Umschmelzzone etwa 100 Mikrometer stark ist. Die Härte des Aluminiumoxids beträgt circa 2.000 HV. Die Härte der Umschmelzzone hängt von der verwendeten Legierung ab.

Der Vorteil gegenüber galvanischen Prozessen besteht im Verzicht auf Prozesschemikalien wie Elektrolytsäuren. Es bilden sich zudem Prozess-bedingt keine Poren in der Aluminiumoxid-Schicht, was die hohe Härte erklärt. Siliziumkörner im Grundwerkstoff unterstützen das Wachstum einer dicken, aber leicht raueren Schicht. Aluminiumlegierungen mit Siliziumgehalten über 20 Prozent können mit Lasox-Coat® beschichtet werden. Mit dem selektiven Beschichtungsverfahren lassen sich Beschriftungen, einzelne Linien oder komplexe Formen und Muster erzeugen. Flache Oberflächen werden bevorzugt, jedoch sind auch abgerundete Oberflächen beschichtbar. Das Lasox-Coat®-Verfahren ist auch für die Integration in eine bestehende Fertigungslinie vorgesehen. Lasox-Coat ® eignet sich zum Verschleißschutz, kann aber auch zur Reduzierung von Korrosion auf einem Werkstück eingesetzt werden.