Sensibel und robust

Sensorik

Induktivsensoren – Gehäuse aus Edelstahl sowie eine patentierte Messtechnologie ermöglichen robuste Sensoren mit großen Schaltabständen für verschiedenste Metalle.

09. September 2009

Induktive Sensoren im industriellen Einsatz stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Sie müssen möglichst viele unterschiedliche Metalle aus größtmöglichem Abstand sicher erkennen und sollen zudem stets zuverlässig arbeiten. Speziell für solche Anforderungen eignen sich die induktiven Näherungsschalter der Serie 700, die der schweizerische Sensorikspezialist Contrinex entwickelt hat. Dessen patentierte Technologie kombiniert große Erfassungsabstände mit einem minimalen Reduktionsfaktor bei Nichteisenmetallen. Dieses sogenannte Condetverfahren erzeugt mit kurzen, periodischen Sendestromimpulsen ein magnetisches Feld, das im zu erfassenden Objekt eine Spannung induziert, die nach dem Ende des Sendestromimpulses rückinduziert. Im Gegensatz zu klassischen Verfahren wird das Ergebnis dabei nicht durch Energieverluste innerhalb des magnetischen Feldes beeinflusst, sodass sich bis zu dreimal höhere Schaltabstände realisieren lassen.

Die Sensoren arbeiten temperaturunabhängig und erfassen ferromagnetische Metalle sowie auch Nichteisenmetalle wie beispielsweise Aluminium, Kupfer oder Messing genauso gut wie Stahl und erreichen Schaltabstände bis zu 40 Millimetern bei hohen Schaltfrequenzen.

Dauerhaft dicht

Eine weitere Besonderheit der Sensoren ist ihre aus einem Stück bestehende Ummantelung aus V2A-Edelstahl, die auch die aktive Fläche mit einschließt. Die Sensoren sind damit dauerhaft absolut dicht gegen Flüssigkeiten und Gase, solange diese den Stahl nicht angreifen. Bei Anschluss über ein festes Kabel erreichen die Sensoren die Schutzart IP68, mit Steckverbindung ist die Schutzklasse IP67 möglich. Somit eignen sich die Sensoren auch für eine Vielzahl von Anwendungen in der Automobilfertigung, wo immer mehr Aluminiumteile und Leichtmetalllegierungen eingesetzt werden und die Bauteile der Maschinen oft scharfkantigen heißen Spänen, Erschütterungen oder aggressiven Flüssigkeiten ausgesetzt sind. Weitere denkbare Einsatzgebiete finden sich beispielsweise in Winterdienst-Räumfahrzeugen, in Werkzeugmaschinen oder in der chemischen Industrie.

Vielseitig einsetzbar

Für den Umgang mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, chloridhaltigen Medien oder organischen Säuren bietet das Unternehmen mit Deutschlandzentrale in Nettetal die Sensoren auch in einer Version aus V4A-Stahl an. Durch den zweiprozentigen Molybdänanteil eignet sich diese Ummantelung ideal für Einsätze in der Lebensmittelindustrie, der Medizintechnik sowie in Meerwasser- und Sanitäranwendungen. In der Ausführung mit einem lebensmittelechten TPE-S-Kabel erreichen die Sensoren die Schutzart IP69K und sind damit auch gegen Hochdruck- und Dampfstrahlen resistent – ein wichtiger Faktor vor allem in der Nahrungsmittelindustrie mit ihren strengen Hygiene- und Reinigungsvorschriften. Die Reduktionsfaktoren, Schaltabstände und -frequenzen entsprechen jedoch weiterhin denen der Normalversion.

Die induktiven Näherungsschalter der Serie 700 sind in den Baugrößen M8, M12, M18 sowie M30 lieferbar, jeweils für den bündigen oder nicht bündigen Einbau. Der Anschluss erfolgt wahlweise per fest verbundenem Kabel oder S12-Stecker, beim M8 mit S8-Stecker. Alle Sensoren sind als Gleichspannungsausführung wahlweise in NPN- sowie PNP-Version und mit Öffner oder Schließer lieferbar. Integrierte Funktionen wie Kurzschluss-, Überlastungs- und Verpolungsschutz, Induktions- und EMV-Schutz, Einschaltnormierung usw. gewährleisten den sicheren Betrieb der Sensoren. Eine integrierte Leuchtdiode signalisiert, ob sich der Näherungsschalter innerhalb des Schaltbereichs befindet.

Norbert Matthes, Contrinex/bt

Fakten

- Die Contrinex AG im schweizerischen Givisiez ist ein führender Hersteller von induktiven und photoelektrischen Sensoren für industrielle Anwendungen.

- Die Spezialität des Unternehmens mit weltweit über 500 Mitarbeitern sind Miniatur-Sensoren mit großen Schaltabständen in Ganzmetallgehäusen für extreme Umgebungsbedingungen.

Erschienen in Ausgabe: 5-6/2009