Sensorspezialitäten aus dem Schwarzwald

Sensopart – In diesem Jahr wird der Sensorhersteller Sensopart 25 Jahre alt. In dieser Zeit wurde aus dem kleinen Außenseiter ein respektierter Player im Automatisierungsgeschäft, der immer wieder mit neuen Produkten von sich reden macht.

19. Juni 2019
Sensorspezialitäten  aus dem Schwarzwald
In Gottenheim hat Sensopart seine beeindruckende Zentrale errichtet. (© Sensopart)

Die Sensopart-Story beginnt im Jahr 1994 in Wieden, einem 500-Seelen-Dorf bei Todtnau im Schwarzwald. Dr. Theodor Wanner, promovierter Elektrotechniker und seit sechs Jahren Entwicklungschef bei einem großen Sensorbauer, hatte sich entschlossen, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Gelegenheit dafür bot sich, als ein kleiner Hersteller von Optosensorik in finanziellen Schwierigkeiten war; Wanner übernahm die in Wieden ansässige Firma und begründete die Sensopart Industriesensorik GmbH.

Den Unternehmenssitz in Wieden gibt es auch heute noch, allerdings hat sich der Tätigkeitsschwerpunkt im Jahr 2001 von den Schwarzwaldhöhen ins Rheintal bei Freiburg verschoben: Im etwa zehn Kilometer westlich von Freiburg gelegenen Gottenheim arbeitet heute die Mehrheit der 190 deutschen Sensopart-Mitarbeiter. Hinzu kamen über die Jahre außerdem internationale Niederlassungen in Frankreich, England, China und den USA sowie ein weltweites Netz an Distributoren.

Mit Innovationen punkten

Wie hat es Sensopart geschafft, sich gegen die Großen im Sensorgeschäft zu behaupten? »Es ist uns immer wieder gelungen, zur richtigen Zeit mit Innovationen zu punkten und uns damit einen Vorsprung vor dem Wettbewerb zu verschaffen«, berichtet Dr. Theodor Wanner. So brachte er bereits im Gründungsjahr einen Reflexionslichttaster in zylindrischer Bauform mit präzise einstellbarer Hintergrundausblendung auf den Markt – zur damaligen Zeit ein Novum.

1996 folgte der damals kleinste Lichttaster mit Hintergrundausblendung und Teach-in-Bedienung und 1998 der weltweit erste Farbsensor mit Weißlicht-LED. Und so setzt sich die Serie bis heute fort: Ob Laser-Abstandssensoren mit Lichtlaufzeitmessung oder »BlueLight«-Lichttaster mit blauer statt der üblichen roten LED, stets entwickelt Sensopart neue Features für seine Produkte. Hierfür gab es regelmäßig Innovationspreise, zum Beispiel gleich mehrfach den Deutschen Sensor-Applikationspreis.

Im Jahr 2006 kam ein völlig neuer Produktbereich hinzu: Die Bild verarbeitenden Vision-Sensoren, die eine detaillierte Analyse von Objekten ermöglichten. Mit diesen damals noch »Flächensensoren« genannten Industriekameras erwirtschaftet Sensopart heute einen maßgeblichen Teil seines Umsatzes und gehört zu den technologisch führenden Anbietern. Die aktuelle Produktreihe Visor findet sich in zahlreichen Branchen, von der Automobilfertigung über die Elektronik- und Solarindustrie bis hin zur Robotik.

Gerade in letzterem Anwendungsfeld bestückt Sensopart heute beispielsweise kollaborative Robotersysteme von Kuka oder Universal Robots mit seinen intelligenten Kameras. Spezielle Schnittstellen-Apps ermöglichen eine besonders einfache Einrichtung, sodass auch Robotik-unerfahrene Anwender von den neuartigen Automatisierungslösungen profitieren können.

Für den Anwender entwickeln

Neben technischen Features habe man bei Sensopart auch immer großen Wert daraufgelegt, die Produkte so anwenderfreundlich wie möglich zu gestalten, betont Dr. Theodor Wanner. »Ein Beispiel ist unser aktueller Laser-Abstandssensor FT 55-RLAM, der sich dank seines großen Displays sehr komfortabel bedienen lässt.«

Auch die Konfigurationssoftware »Senso Config« der Vision-Sensoren vom Typ Visor wurde nach der Philosophie der einfachen Bedienbarkeit gestaltet: »Unser Ziel ist immer, dass auch weniger versierte Anwender mit unseren Produkten gut zurechtkommen und nicht erst teure Experten konsultieren müssen«, erklärt der Geschäftsführer.

Dabei hilft, dass Sensopart nicht wie die großen Wettbewerber das Massengeschäft abdeckt, sondern sich auf ausgewählte Anwendungen und Branchen fokussiert. Dazu gehört seit einiger Zeit die schon erwähnte Robotik, ein aktuell stark wachsender Bereich. Schwerpunktbranchen sind die Automobil-, Verpackungs-, Elektronik- und Kunststoffindustrie sowie der Maschinenbau.

© Sensopart

— Dr. Theodor Wanner, Inhaber Sensopart

Neben optoelektronischen Sensoren wie Lichttaster, Abstands- und Farbsensoren, die der Gottenheimer Sensorspezialist inzwischen durchgängig in drei Baugrößen anbietet, werden dort auch Vision-Sensoren für die Automatisierung von Handling- und Montageprozessen sowie für die Qualitätssicherung eingesetzt. So gibt es beispielsweise den Visor Robotic für Pick-and-Place-Anwendungen und den Visor Code Reader für die Teileidentifikation mittels Code- oder Klarschrifterkennung.

Nach dem ersten Vierteljahrhundert sieht man sich bei Sensopart sowohl vom Produktportfolio als auch von den Produktionskapazitäten gut aufgestellt. Erst 2017 wurde am Standort Gottenheim eine neue, 2.600 Quadratmeter große Produktions- und Logistikhalle eingeweiht und damit das vorhandene Gebäudevolumen mehr als verdoppelt. Flächenreserven stehen am Standort noch ausreichend zur Verfügung, sodass jederzeit weiteres Wachstum möglich ist.

Die Nachfolge ist geregelt

Auch in der Unternehmensführung ist der weitere Weg vorgezeichnet. Der mittlerweile 65-jährige Dr. Theodor Wanner legte stets großen Wert darauf, dass Sensopart ein Familienunternehmen ist, und so soll es auch in Zukunft bleiben: Eine der beiden Töchter sowie der Sohn des Firmengründers sind bereits im Unternehmen tätig.

Auf das in 25 Jahren Erreichte kann man stolz sein, und auch die Zukunft ist gesichert – und das will Sensopart ausgiebig feiern: Vom 24. bis 29. Juni ist eine Jubiläumswoche unter dem Titel »Sensopart International Innovation Week« mit Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Freunden des Unternehmens geplant. Nach dem Feiern geht es dann gleich wieder an die Arbeit, denn sich auf dem Erreichten auszuruhen, kommt für Firmengründer Wanner nicht infrage: »Unser Maß ist nicht das heute Mögliche, sondern die Vision des künftig Erreichbaren«, lautete sein Credo seit der Unternehmensgründung – und das soll auch so weiterhin gelten. mkT

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Auf einen Blick

Erschienen in Ausgabe: 05/2019
Seite: 4 bis 55