Service als Chance

CAD CAM

Service Lifecycle Management – PTC hat mit der Übernahme von Servigistics sein Portfolio im Bereich Service Lifecycle Management (SLM) ausgebaut.

05. Dezember 2012

Das »Geschäft nach dem Geschäft«, also das Warten, Reparieren und Modernisieren von Maschinen und Produkten, verspricht für Unternehmen große Umsatzchancen. Diese Dienstleistungen fallen über die gesamte Lebensdauer der Maschine an und versprechen so einen steten Fluss von Einkünften, zudem erhöht ein kompetenter, schneller und effizienter Service natürlich auch die Kundenzufriedenheit.

Das Thema war in vielen Unternehmen im Gegensatz zu Bereichen wie Produktentwicklung und Fertigung bisher nur selten Gegenstand von Prozessoptimierungen und wird üblicherweise mit Funktionen des ERP-Systems abgedeckt.

SML-Portfolio erweitert

Die in Atlanta, Georgia, beheimatete Servigistics bietet eine auf SAP und Oracle laufende Lösungssuite an, die von Ersatzteilmanagement, -planung und -preiskalkulation über Retouren und Reparaturmanagement und Außendienstmanagement bis hin zum Service-Knowledge-Management den gesamten SLM-Bereich abdeckt.

Interessanterweise ist das Synergistics-Portfolio im Gegensatz zu bestehenden PTC-Lösungen im Servicebereich, wie sie unter anderem in Arbortext zu finden sind, nicht direkt mit den 3D-Daten abhängig, sodass sie nach Aussage von PTC-Chief Technology Officer Andrew Wertkin nicht etwa in Windchill integriert werden muss. Die Lösungssuite übernimmt zwar Daten aus PLM- und ERP-System, dies läuft jedoch über Schnittstellen.

In den SLM-Lösungen von Servigistics geht es eher um die Metadaten, also beispielsweise, welche Bauteile in welcher Revision in welcher Maschine verbaut sind und welche Ersatzteile deshalb bei einer Revision benötigt werden, als um deren Geometrie. Beispiel für die Möglichkeiten von SLM sind das Identifizieren der Teile, die sich besonders abnutzen oder ungewöhnlich oft kaputtgehen, das Verwalten von Gewährleistungsansprüchen sowie das Planen und Terminieren von Wartungsarbeiten.

Wertkin nannte weiterhin die Möglichkeit, erkannte Schwachpunkte in die Konstruktion zurückzumelden, um den Entwicklern wertvolle Hinweise für zukünftige Entwicklungen zu geben.

Neue Wege abseits 3D

PTC verlässt hier erstmals das angestammte Revier der Produktentwicklung – wobei man argumentieren könnte, dass dies schon mit dem Einsatz von Windchill als reine Verwaltungslösungen beispielsweise bei Bekleidungsherstellern der Fall war – und bewegt sich in einen Bereich hinein, der bisher eher von ERP-Systemen abgedeckt wurde.

So wie ERP-Systeme auch PLM-Funktionalität anbieten, die in der Tiefe jedoch nicht mit einem „echten“ PLM-System mithalten können, bietet PTC mit dem Servigistics-Angebot eine sehr tiefgehende und spezialisierte Lösung an, die über das in ERP-Systemen vorhandene Funktionsset hinausgeht. Und am Ende geht es dabei wiederum um Produkte und Bauteile, so dass SLM tatsächlich eine organische Erweiterung des PTC-Portfolios darstellt.

PTC

-Auf der Pressekonferenz zum Thema SLM wurden von Zentraleuropa-Chef Michael Sauter auch die aktuellen wirtschaftlichen Zahlen vorgelegt. PTC kann danach nach einem sehr guten Jahr 2011 sowohl bei Umsatz wie bei Gewinn an die Zahlen der Vorjahre anknüpfen und ein achtprozentiges Wachstum vorweisen. Vor allem Zentraleuropa konnte zum guten Ergebnis beitragen und Deutschland bezeichnete Sauter als das »Zugpferd in Europa«.

Sowohl bei Großunternehmen der Automobilbranche wie Audi, Continental oder Bosch, wie auch im Maschinenbau, wo unter anderem Festo als PLM-Neukunde gewonnen werden konnte, als auch im Mittelstand bei Unternehmen wie Fronius oder Goldhofer kann PTC Erfolge vermelden. PTC investiert in Zentraleuropa kräftig in die eigene Mannschaft, die um ein Drittel aufgestockt werden soll.

Erschienen in Ausgabe: 09/2012