Services aus dem Labor

Bei der Produktentwicklung sind Prototypen meist unentbehrlich. Bei der ebenfalls oft wichtigen Entwicklung von Dienstleistungen ist der Begriff des Prototyps bisher weitgehend unbekannt. Ein unlängst gestartetes Forschungsprojekt soll dies ändern.

08. April 2016

Bei der Entwicklung neuer Produkte sind virtuelle und/oder physische Prototypen ein bewährtes Mittel, um den Entwurf vor der endgültigen Realisierung wichtigen Prüfungen zu unterziehen. Für die Entwicklung von Dienstleistungen fehlt bisher ein vergleichbares Instrument.

Das neue Verbundprojekt DimenSion will das nun ändern und Grundlagen für die Entwicklung von Service-Prototypen definieren. Unter der Bezeichnung "Multidimensionales Service Prototyping“ will man die Entstehung derartiger Prototypen unterstützen. Als Beispiele für Dienstleistungen werden Online-Beratungsautomaten sowie Simulatoren für die Ausbildung von Maschinenbedienern angeführt.

Projektleiter Professor Dr. Christian van Husen (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Furtwangen) sieht einen konkreten Mehrwert für Unternehmen: „Durch den Einsatz von Prototypen sollen die Qualität und Chancen entwickelter Dienstleistungen verbessert werden.“

Das Projektkonsortium soll während der drei Jahre Projektlaufzeit Lösungsansätze entwickeln, die die Entscheidungsfindung, das Testen, die Optimierung, die Schulung und die Dokumentation in der Dienstleistungsentwicklung unterstützen. Um die praktische Anwendbarkeit der entwickelten Lösungsansätze zu gewährleisten, bringen beteiligte Unternehmen spezifische Fallbeispiele aus verschiedenen Branchen ein.

So soll beispielsweise eine Dienstleistung in Form eines Simulators entwickelt werden, mit dem Bedienpersonal für hochwertige Maschinen ausgebildet werden kann. Besonders durch schnell umsetzbare Dienstleistungs-Prototypen, sogenanntes Rapid Service Prototyping, sollen auch kleine Entwicklungsprojekte oder frühe Phasen des Entwicklungsprozesses unterstützt werden.

An dem Verbundprojekt sind beteiligt neben der Hochschule Furtwangen das Karlsruher Institut für Technologie, die Unternehmen Herrenknecht (Tunnelbohrmaschinen), Gebrüder Faller (Modellbau), Romaco Pharmatechnik (Pharmaverpackung), Gabler (Maschinenbau) und mit der Bechtle-Tochter SolidLine ein Unternehmen der PLM-Branche. Assoziierte Partner sind die Schwäbische Werkzeugmaschinen, das Virtual Dimension Center TZ St. Georgen sowie der VDMA.