Sicher automatisiert bestücken

Schwerpunkt IT & Automatisierung

Fördertechnik – Der berühmte »Griff in die Kiste« lässt sich bisher nur schwer prozesssicher automatisieren, meist ist dabei noch ein Werker involviert. Mithilfe ihres LFS-Stauförderers möchte Tünkers hier Abhilfe schaffen und für Sicherheit sorgen.

10. April 2018

Das direkte Einlegen von Bauteilen in eine Fertigungszelle bedingt es, die Fertigung zu unterbrechen. Deshalb kommen im Serienbereich Staustrecken zum Einsatz, auf denen der Werker eine gewisse Anzahl von Bauteilen für einen Zyklus von 20 bis 30 Minuten bestücken kann. Als praktische und einfache Betriebsmittel haben sich für diese Beladestationen Staukettenförderer durchgesetzt. Bei diesem Förderbandtyp können die einzelnen Paletten unabhängig vom Takt der nachfolgenden Prozessautomationskette beladen werden. Dies erlaubt dem Werker verschiedene Stauförderer oder Magazine nacheinander zu beladen – unabhängig von der Taktfolge der einzelnen Stationen, was Wartezeiten reduziert.

Die auf die Geometrie abgestimmten Bauteilträger erweisen sich bei den Stauförderern als Gefahrenquelle, besonders wenn diese wie beim Prinzip des Horizontalförderers im Kopfbereich von unten nach oben über eine 180-Grad-Drehbewegung gefördert werden. Da im Idealfall genau in diesem Bereich die Einlegesituation für den Werker liegt, muss diese in Abstimmung mit den Sicherheitsvorschriften entsprechend mechanisch geschützt werden.

Freier Zugang, aber sicher

Häufig eingesetzte Schutzumhausungen schränken den freien Zugang zum Band aber stark ein, die Bestückung der Paletten kann sinnvoll nur über die Seiten erfolgen.

Dieser Problematik folgend hat Tünkers zusammen mit LAT den LFS-Stauförderer entwickelt, der mit einem Reibschluss im Bereich der Umlenkung funktioniert und damit die Sicherheit des Werkers gewährleistet. Der Reibschluss erlaubt es ihm, die aufwärtsgetriebene Palette jederzeit anzuhalten. Zusätzlich ist das System mit einer Rutschkupplung ausgestattet.

Dadurch kommt die Maschine bei einer Kollision von zwei aufstauenden Paletten zum Stillstand. So ist eine zusätzliche Schutzumhausung nicht vonnöten. Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit, das Förderband oder Magazin direkt an der Kopfseite zu beladen. Mehrere Stauförderer lassen sich ergonomisch eng nebeneinander positionieren, sodass sich die Wege deutlich verkürzen.

Beim Auftreffen der Palette auf den stillstehenden Palettenzug wird eine integrierte Auffahrkupplung entkoppelt, sodass der Antriebsmotor jeweils nur die Friktionsleistung der ersten Palette überwinden muss. So kann der Anwender einen kleineren und somit günstigeren Motor einsetzen.

Das LFS-Band eignet sich besonders für die Bestückung von Automationszellen mit kleinen bis mittleren Werkstücken bei Bauteilgewichten bis zu 50 Kilogramm und Abmaßen von 600 und 700 Millimetern. Es hat sich laut Hersteller in mehr als 500 Anwendungen der Automobilindustrie in der Serienfertigung als robustes und wartungsarmes Produktionsmittel bewährt. mk

Erschienen in Ausgabe: 03/2018