Sicher dicht mit Handmontage

Industrieelektronik

Steckverbinder – Die manuelle Montage von Steckverbindern birgt Risiken. Eine integrierte Drehmomentkontrolle stellt jetzt sicher, dass die Verbindung gemäß Schutzklasse IP67 abdichtet.

15. Oktober 2009

Ein weit verbreiteter Standard zum Anschluss von Sensoren und Aktoren in der industriellen Automation sind Rundsteckverbinder der Baugröße M12. Gründe für den Erfolg dieser Bauelemente sind unter anderem ihre hohe Dichtigkeit und Robustheit sowie die große Vielfalt an möglichen Varianten. Zudem erlauben die verschiedenen Poligkeiten gleichermaßen die Übertragung von Signalen und Leistung.

Die Frage der Dichtheit

Schwierigkeiten bei der Montage bereitet im Arbeitsalltag jedoch oft die Frage, ob der Steckverbinder tatsächlich mit dem vorgeschriebenen Drehmoment montiert und damit die erforderliche Kompression des ORings erreicht wurde, um die zugesagte Schutzart zu gewährleisten, ohne andererseits den ORing zu zerstören.

Zwar gibt es im Markt einige Lösungen, die eine Beschädigung des ORings durch zu festes Verschrauben verhindern sollen, doch lässt sich auch in diesen Fällen nur mithilfe eines Drehmomentschlüssels feststellen, ob die Steckverbindung ordnungsgemäß abdichtet.

Einen anderen Ansatz hat jetzt der Bauelementespezialist Escha aus Halver gefunden: Das Unternehmen aus dem Sauerland hat eine Baureihe von M12x1-Rundsteckverbindern entwickelt, die sich von Hand anziehen lassen und dann automatisch anzeigen, wann sie dicht sind. Die integrierte Drehmomentkontrolle der neuen Serie mit der Bezeichnung M12Nm stellt dabei sicher, dass die Steckverbindung auch ohne Werkzeugeinsatz die Schutzklasse IP67 bietet.

Zur Montage werden Kupplung oder Stecker zunächst durch eine axiale Bewegung mit dem vorgesehenen Gegenstück verbunden, anschließend wird das Metallgewinde mit dem aus Kunststoff gefertigten Überwurf festgezogen. Sobald das vorgegebene Drehmoment erreicht ist, dreht der Überwurf frei. Der Anwender bekommt dabei eine klare haptische und akustische Rückmeldung und weiß, dass die Verbindung ab diesem Moment dicht und eine weitere Kompression ausgeschlossen ist.

Viel Technik auf kleinem Raum

Der Griffkörper der kompakten Überwurfmutter-Einheit mit integrierter Drehmomentüberwachung unterscheidet sich äußerlich nicht von dem eines Standardsteckverbinders des Herstellers aus Nordrhein-Westfalen. Damit eignen sich auch die neuen Steckverbinder für den Einsatz unter beengten Platzverhältnissen wie etwa auf Verteilerboxen.

Zur Markteinführung bietet der Hersteller die Produktfamilie als Kupplung und Stecker in gerader und gewinkelter Bauform als drei-, vier- und fünfpolige Version an. Künftig wollen die Steckverbinderspezialisten die Standardversion jedoch zu einer ganzen Produktfamilie ausbauen. Als erste Erweiterung ist eine geschirmte Variante geplant.

Fakten

- Die Escha Bauelemente GmbH im sauerländischen Halver ist ein führender Anbieter in den Bereichen der Steckverbinder- und Gehäusetechnik.

- Das Familienunternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitern ist spezialisiert auf kundenspezifische Lösungen.

- Die hohe Entwicklungs- und Fertigungstiefe ermöglicht individuelle Modifikationen der Standardprodukte.

Andreas Kleinke, Escha/bt

Erschienen in Ausgabe: 07/2009