Sicher, sauber, dauerhaft

Anschlusstechnik - Die Lebensmittelindustrie stellt besondere Ansprüche an die Hygiene und Reinigungsmöglichkeit der eingesetzten Maschinen und Anlagen. Diese Forderung gilt gleichermaßen für die eingesetzte elektrische Anschluss- und Verbindungstechnik.

30. März 2007

Der Einsatz in der Lebensmittelindustrie belastet die Bauteile einer Maschine oder Anlage nicht nur durch die eigentliche Produktion oder etwa den Kontakt mit den Lebensmitteln, sondern vor allem durch die in vielen Fällen tägliche Reinigung. So besteht ein typischer Reinigungszyklus einer lebensmitteltechnischen Maschine aus einer Vorreinigung unter Hochdruck mit der anschließenden Aufbringung von alkalischen und sauren Reinigungsschäumen, die häufig 15 bis 20 Minuten einwirken müssen. Entfernt werden die Reinigungsmittel durch eine erneute Hochdruckreinigung mit Wasser. Als Folge muss natürlich auch die Anschlusstechnik in einer solchen Applikation besonderen Anforderungen genügen, unabhängig davon, ob sie direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommt. Die Steckverbinder, Kontakte und Leitungen müssen also mindestens den Schutzgrad IP 69K erfüllen, um mögliche Ausfälle zu verhindern. Zudem müssen die eingesetzten Materialien natürlich beständig sein gegenüber den unterschiedlichen Reinigungsmitteln. Verschiedene Hersteller bieten deshalb Steckverbinder und andere Produkte der Anschlusstechnik aus Edelstahl und PVC an, die die nötige Beständigkeit gewährleisten sollen. In der Praxis erweist sich jedoch oft, dass solche Steckverbinder in vielen Unternehmen der Nahrungs- und Getränkeindustrie bereits nach wenigen Monaten zu Ausfällen führen. Die Ursache dafür ist in der Regel das ungeeignete Material für Kabelmantel und Steckverbinder. Der Steckverbinder-Spezialist Escha im nordrhein-westfälischen Halver hat deshalb für diesen Bereich eine neue Produktfamilie mit der Bezeichnung Food & Beverage Plus realisiert, deren Entwicklung genau diese Problematik als Ausgangspunkt hatte. Das Ergebnis sind Anschlüsse und Verbindungsleitungen, in denen ausschließlich auf Polypropylen basierende Kunststoff e zum Einsatz kommen, die gegenüber den typischen Reinigungsmitteln der Lebensmittelindustrie nahezu universell widerstandsfähig sind.

Dauerhaft robust und sauber

Aufwendige Tests und entsprechende Feldversuche über einen Zeitraum von über einem Jahr haben bestätigt, dass der dichte Verbund zwischen Kabel und Steckverbinder bei der Umspritzung die Schutzklassen IP 67 und IP 69K sicherstellt und auch über längere Zeiträume die geforderte Medienbeständigkeit und lange Standzeiten in der Anwendung gewährleistet. Die neuen Steckverbinder kombinieren also absolute Dichtheit mit einer extremen Chemikalienresistenz. Neben diesen grundsätzlichen Verbesserungen gegenüber herkömmlichen Lösungen mit PVC bietet die neue Produktreihe weitere Vorteile. So verliert der eingesetzte Kunststoff auch über längere Zeiträume weder Elastizität noch Farbe und lässt sich zudem in einem breiteren Temperatureinsatzbereich einsetzen. Über mittlere Zeiträume bieten die Steckverbinder mit dem weißen Kopf und dem blauen Kabel dem Anwender zudem deutliche Kostenvorteile, da die Leitungen seltener ausgetauscht werden müssen.

Zum Einsatz kommen die neuen Komponenten für Lebensmittel-Applikationen jedoch nicht nur Maschinen- und Anlagen im stationären Bereich, sondern auch für mobile Anwendungen wie beispielsweise in Milchtransportfahrzeugen. Auch hier werden in der Regel hochwirksame Reinigungsmittel eingesetzt, die durch lange Einwirkzeiten und aggressive Medien höchste Anforderungen an die Robustheit der Bauelemente stellen. Die Erfahrung zahlreicher Kunden sowie eine Zertifizierung durch das Ecolab-Institut stellen jedoch sicher, dass die neue Baureihe auch diesen Anforderungen gerecht wird.

Der wichtigste Vorteil der neuen Steckverbinderserie für den Einsatz in Fahrzeugen ist ihre lange Haltbarkeit, da ein häufiges Austauschen der Anschlusstechnik-Komponenten gerade bei mobilen Anwendungen sehr aufwendig und teuer ist, weil die entsprechenden Bauräume oft viel schwerer zugänglich sind als in den meisten stationären Applikationen. Damit empfehlen sich die neuen Rundsteckverbinder generell für alle Anwendungen deren größte Belastung nicht im Betrieb liegt, sondern innerhalb des Reinigungszyklus.

Marco Heck, Escha GmbH

Erschienen in Ausgabe: 02/2007