Sichere Retrofits

Schwerpunkt Maschinenelemente

Maschinenschutz – Für die Aufarbeitung der Schutzsysteme gebrauchter Maschinen verwendet der Maschinenbauer Harich hochwertige Gliederschürzen und Faltenbälge von Hema, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

21. August 2018

Wenn Maschinen oder darin verbaute Komponenten durch Verschleiß nicht mehr einsatzfähig sind, suchen viele Betreiber nach einer schnellen und wirtschaftlichen Lösung. Das Retrofit von Maschinen und Anlagen bietet in solchen Fällen nicht nur eine kostengünstige Alternative zu einer Neuanschaffung, es entfallen auch lange Lieferzeiten.

Das beherzigt auch die Harich Werkzeuge-Maschinen GmbH aus Feucht bei Nürnberg. Sie bietet neben neuen auch ein breites Programm an aufgearbeiteten Werkzeugmaschinen wie Fräs-, Dreh-, Schleif- oder Bohrmaschinen an. Inzwischen macht das Retrofit sogar das Hauptgeschäft des Familienunternehmens mit insgesamt 45 Mitarbeitern aus. »Bei der Aufarbeitung unserer gebrauchten Modelle können Kunden zwischen drei Kategorien wählen«, berichtet Robert Glinka, Marketingleiter bei Harich.

»Die überholten Maschinen werden vollständig demontiert und sämtliche Verschleißteile ausgetauscht. Bei den teilüberholten Anlagen hingegen werden nur die notwendigen Verschleißteile und bei den werkstattgeprüften Maschinen sogar ausschließlich beschädigte Teile ausgetauscht.«

Alle aufgearbeiteten Maschinen liefert Harich neu lackiert und mit Gewährleistung aus. Um den Sicherheitsvorschriften gerecht zu werden, bietet das Unternehmen auch CE-konform überholte Fräsmaschinen an.

Zum Gebrauchtmaschinenhandel kam der Familienbetrieb in den 1970er-Jahren eher zufällig. Damals verkaufte das Unternehmen nur fabrikneue Maschinen, Werkzeuge sowie Zubehör. Um Neuanschaffungen zu finanzieren, gaben einige Kunden ihre alten Anlagen in Zahlung. Die gebrauchten Maschinen wurden bei Harich runderneuert und wiederverkauft – so ist ein neuer Geschäftszweig entstanden.

Heute liefert Harich überholte Maschinen in die DACH-Region sowie an Kunden in Israel, Japan, Mexiko, Ecuador oder in den USA. Das Unternehmen arbeitet jedoch nicht nur die Gebrauchtmaschinen seiner Kunden auf, sondern kauft am Markt auch zusätzlich Werkzeugmaschinen auf.

»Nur so können wir schnell auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren«, sagt Marketingleiter Robert Glinka. »Das ist auch deshalb wichtig, weil immer mehr Gebrauchtmaschinen mit CE-Kennzeichnung verlangt werden und dieser Bedarf nicht durch die in Zahlung gegebenen Anlagen gedeckt werden kann.«

Nur beste Komponenten

Um die gebrauchten Maschinen wieder in einen neuwertigen Zustand zu versetzen, verwendet Harich ausschließlich Komponenten bester Qualität – im Idealfall die des Originalherstellers. 2015 kam auf diese Weise der Kontakt zur Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH zustande. »Wir hatten eine gebrauchte Fräsmaschine im Haus, die mit einer Gliederschürze von Hema ausgestattet war. Leider war sie beschädigt, deshalb mussten wir sie austauschen«, erzählt Glinka. Die Gliederschürze hatte zwar ihre Funktion voll und ganz erfüllt und den Bediener vor scharfkantigen Spänen und Kühlschmiermittel geschützt. Sie war dabei allerdings über die Jahre hinweg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Robustheit der Gliederschürze beeindruckte die Ingenieure bei Harich, und so wandte man sich an die Seligenstädter Maschinenschutzspezialisten, um Ersatz zu bestellen. »Mittlerweile rüsten wir alle gebrauchten Fräsmaschinen mit Gliederschürzen und Faltenbälgen von Hema aus«, berichtet Glinka. Harich kann dabei zwischen den Baureihen Flexpro und Flexstar wählen. 

Die Flexpro-Reihe besteht aus einem hoch reißfesten Kunststoffträgermaterial, auf dem ein- oder beidseitig Metallstäbe aufgeklebt und anschließend aufgenietet werden. Hema verarbeitet für die Gliederschürzen Stäbe aus Aluminium, Messing oder Stahl als Flach- oder Halbrundprofil in Breiten von 15 und 16 Millimetern.

Die Höhe der Stäbe beträgt je nach Bedarf und Anwendungsfall zwischen zwei Millimetern im Flachprofil und drei Millimetern im Halbrundprofil.

Schürzen der Flexstar-Reihe werden dagegen aus eloxierten Aluminiumhohlprofilen gefertigt, die durch ein Polyurethan-Kederprofil miteinander verbunden sind. Die Gliederschürzen dieser Serie gibt es in zwei Varianten: Flexstar-S ist in beide Richtungen voll beweglich und verfügt über Gliederelemente, die zur Sichtseite hin gerundet sind. Flexstar-C/CR besitzt gerade Gliederelemente und ist nur in eine Richtung voll beweglich, dafür aber positionsstabiler.

Für begehbare Anwendungen liefert Hema diese Gliederschürzen auch in der Ausführung Flexwalk, bei der extrem stabile Aluminiumhohlprofile mit einem Trägermaterial aus Kunststoffband oder rostfreiem Stahlband verbunden sind. Um die nötige Stabilität zu erreichen, wird das Stahlband hier verklebt und vernietet.

Eine Sonderform ist die Flexstar-Windows. Diese Schutzvorrichtung ist mit einem Sichteinsatz ausgestattet, durch den das Bedienpersonal jederzeit die Prozesse in der Maschine unter Beobachtung hat.

Diese spezialisierte Ausführung wird wahlweise mit einer flexiblen Sichtfolie oder transparenten Einsätzen aus Polycarbonat gefertigt und verfügt über stabile Endkappen aus Kunststoff, welche die Gleitlaufeigenschaften optimieren sollen.

Zur Befestigung seiner Gliederschürzen bietet Hema verschiedene Optionen wie zum Beispiel Alu-Hohlprofilwinkel, Metallleisten oder Metallwinkel an. Bei anspruchsvolleren Anwendungen ist auch die Kombination der Schürzen mit einem Rollersystem möglich, auf das die Schürze aufgewickelt wird. Die Rollersysteme lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise antreiben. Hierfür gibt es zum Beispiel Torsionsfedern sowie zusätzlich Stahlband- oder Elektromotoren.

Faltenbälge im Einsatz

Neben Gliederschürzen bezieht Harich für die Aufarbeitung seiner gebrauchten Fräsmaschinen auch Faltenbälge von Hema. Das Unternehmen fertigt die Schutzvorrichtungen in unterschiedlichen Ausführungen, in Werkzeugmaschinen vor allem Faltenbälge der Elastic- und der Samurai-Serie.

Die Elastic-Reihe schützt Maschinen vor Verunreinigungen durch Späne und bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Die Grundkomponenten dieser Bälge sowie Material, Form, Verarbeitungsart und Abmessungen werden individuell auf jede Anwendung abgestimmt.

Hema fertigt seine Faltenbälge auf der Basis eines PVC-Rahmens in jeder Falte, alternativ werden auch Werkstoffe wie PP, Nomex oder PA verwendet. Das Deckmaterial besteht aus unterschiedlichen, hochqualitativen Spezialgeweben wie Preotex, Teflon oder Polyurethan, da sie eine hohe Beständigkeit gegen Kühl- und Schmierstoffe und ein robustes Verhalten bei umherfliegenden Metallspänen aufweisen. Für Hochgeschwindigkeitsanwendungen bieten die Maschinenschutz-Experten spezielle Ausführungen der Elastic-Faltenbälge an, darüber hinaus sind auch Komplettsysteme mit einem in die Maschinenrückwand integrierten Faltenbalg inklusive Führung und Befestigung erhältlich.

Bei der Produktion seiner Faltenbälge setzt Hema verschiedene Verfahren ein, die auf die Bedingungen am Einsatzort der Abdeckung abgestimmt sind. So eignen sich für Anwendungen, die höchste Materialfestigkeit erfordern, am besten thermisch geklebte Faltenbälge, für große jalousieförmige Bälge wird das Hochfrequenzschweißverfahren angewendet und für Anlagen mit sehr hohen Temperaturen sind genähte Abdeckungen die beste Wahl.

Besonderer Schutz

In Anwendungen, bei denen heiße, scharfkantige Späne umherfliegen, bieten reine Elastic-Faltenbälge allerdings keinen ausreichenden Schutz. Auf dessen Basis hat Hema deshalb speziell für solche Anforderungen die Samurai-Baureihe entwickelt und diese zusätzlich mit festmontierten oder beweglichen Lamellen aus Edelstahl verstärkt. Sie ist prädestiniert für den Einsatz in HSC-Anwendungen und wurde bereits erfolgreich in etlichen Bearbeitungszentren mit Geschwindigkeiten von über 100 Metern pro Sekunde und einer Beschleunigung über zwei g integriert.

Für ein erfolgreiches Maschinen-Retrofit hat Hema neben Gliederschürzen und Faltenbälgen auch LED-Beleuchtungssysteme, Maschinensicherheitsscheiben, Rückwände und die lichtdurchlässige Dachabdeckung X-Velo im Programm. Letztere sorgt in der Produktionshalle für Sauberkeit, ohne den Bearbeitungsraum der Maschine zu verdunkeln.

Die Aufarbeitung von Maschinen mit guter Substanz hat zahlreiche Vorteile gegenüber einem Neukauf. So spart das Retrofit einer Maschine nicht nur Geld, es lässt sich auch in viel kürzerer Zeit durchführen, als die Lieferzeit für eine neue Anlage beträgt.

Die Harich Werkzeuge-Maschinen GmbH wird deshalb auch in Zukunft Hema-Komponenten für das Retrofit der Gebrauchtmaschinen seiner Kunden einsetzen. »Die sehr gute Qualität der Produkte, die Zuverlässigkeit und der nette Kontakt haben uns überzeugt«, resümiert Robert Glinka. mk z

Schutzabdeckungen von Hema werden an Maschinen aller Art für vielfältige Aufgaben verwendet. Im Programm des Anbieters befinden sich Faltenbälge, Schürzen, Rollosysteme, Spiralfedern oder Teleskopabdeckungen aus Stahl.

Elastic-Faltenbälge schützen Führungsbahnen vor Verschmutzungen, aber auch den Bediener vor dem versehentlichen Hineinfassen. Das Material für die Faltenbälge wird abgestimmt auf Verwendungszweck und die Umgebungsbedingungen ausgewählt.

Samurai-Faltenbälge eignen sich dank zusätzlicher Lamellen für den Einsatz in spanenden Werkzeugmaschinen. Sie verhindern, dass sich heiße oder scharfkantige Späne zwischen den Falten festsetzen.

Auf einen Blick

Schutzabdeckungen von Hema

werden an Maschinen aller Art für

vielfältige Aufgaben verwendet. Im

Programm des Anbieters befinden

sich Faltenbälge, Schürzen,

Rollosysteme, Spiralfedern oder

Teleskopabdeckungen aus Stahl.

Elastic-Faltenbälge schützen

Führungsbahnen vor Verschmutzungen,

aber auch den Bediener vor dem

versehentlichen Hineinfassen. Das

Material für die Faltenbälge wird

abgestimmt auf Verwendungszweck

und die Umgebungsbedingungen

ausgewählt.

Samurai-Faltenbälge eignen sich

dank zusätzlicher Lamellen für den

Einsatz in spanenden Werkzeugmaschinen.

Sie verhindern, dass sich

heiße oder scharfkantige Späne

zwischen den Falten festsetzen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018