Sicherer Stand für Möbel

Schwerpunkt Maschinenelemente

Greifer – Der Maschinenbauer Unirobot hat für einen der größten deutschen Möbelhersteller eine Linearportalanlage konzipiert und gebaut. Greifer der Zimmer Group handhaben und sortieren darin unterschiedliche Rohrabschnitte.

16. Februar 2017

Das mittelständische Maschinenbau-Unternehmen Unirobot Maschinen und Service hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von individuellen Sonderlösungen spezialisiert. Das Programm reicht dabei von Schweißroboterzellen mit kundenspezifischen Positioniereinheiten bis hin zu Linearhandlingsysteme mit bis zu 500 Kilogramm Tragkraft. Zusätzlich umfasst es kundenspezifische Systemlösungen für Logistikanlagen, zu denen beispielsweise servo-gesteuerte Kartongreifer und Anlagen zum Stapeln von Wellpappenkartons gehören. Das Firmenportfolio wird durch eine Baugruppenfertigung inklusive Konstruktion und kompletter Montage ergänzt. Mit seinem Systemservice bietet Unirobot seinen Kunden zudem Dienstleistungen wie die Aufrüstung von Anlagen mit neuen Komponenten, Änderungen an der Programmierung oder die Einspielung von aktuellen Softwareupdates.

10Sekunden pro Werkstück

Für einen der größten deutschen Möbelhersteller hat Unirobot 2016 eine Sortieranlage konzipiert und gebaut, auf der Rohrabschnitte für Tisch- und Stuhlbeine und ähnliche Anwendungen sortiert werden.

Die Anlage verarbeitet mit einer Zykluszeit von 10Sekunden pro Werkstück ein breites Spektrum an Querschnitten und Durchmessern und kann neben Rundrohren mit Durchmessern von 12 bis 120 Millimeter auch Rechteckrohre von 50 bis 100 Millimeter sowie Dreikantrohre und Ovalrohre handhaben.Die Rohre werden zunächst auf einer Rohrlaserschneidanlage zum Teil mit komplexer Schnittkontur abgelängt. Die Rohrabschnitte können eine Länge von zirka 300 Millimeter bis maximal 3.100 Millimeter haben. Sie gelangen auf einen Rollenförderer, der über drei Positionserkennungen verfügt.

Über diese »Vormelder« wird die Transportgeschwindigkeit der Rohrabschnitte innerhalb eines Verzögerungsweges von 70 Millimetern gezielt reduziert. Eine spezielle Logik sorgt dafür, dass die unterschiedlich langen Rohrabschnitte schließlich in einer definierten Abholposition bereitliegen. Dort werden sie automatisch gegriffen und in den bereitstehenden Gitterboxen abgelegt. Die Unirobot-Software berücksichtigt dabei die Zahl der vorhandenen Gitterboxen und stapelt dann die Rohrabschnitte schichtweise so aufeinander auf, dass die gerade vorhandene Boxenkapazität bestmöglich genutzt und der Füllgrad maximiert wird.

Zur Handhabung der Rohrabschnitte haben die Konstrukteure von Unirobot ein Linienportal entwickelt, das an seiner Z-Achse zwei Greifer des Typs GH6360-B von der Zimmer Group trägt. »Wir haben uns auf dem Markt umgesehen und haben uns letztlich für diesen Greifer der Zimmer Group entschieden, weil er uns klare Vorteile bietet«, sagt André Pütz von Unirobot. »Er bringt die geforderten hohen Greifkräfte auf, baut dennoch schlank genug für unsere Aufgaben und weist gleichzeitig mit 120 Millimeter einen so großen Hub auf, dass er das gesamte Spektrum an verschiedenen Rohrdurchmessern greifen kann«, ergänzt er.

Längere Greifbacken

Die Greifer sind sehr robust und schaffen bei höchster Kräfte- und Momentenaufnahme bis zu 10 Millionen Greifzyklen ohne Wartung. Neben ihrem großen Hub bieten sie auch hohe Greifkräfte, die um rund 30 Prozent höher sind als bei vergleichbaren Wettbewerbsprodukten. Das ermöglicht nicht nur um bis zu 25 Prozent längere Greifbacken als bei Vergleichsprodukten, sondern senkt auch die Investitionskosten, da bei vorgegebener Greifkraft die Komponenten kleiner dimensioniert werden können.

Die beiden Greifer sind auf einer gemeinsamen Grundplatte montiert und können dadurch im Parallelbetrieb die Rohrabschnitte sicher mit vier Fingern greifen. Die Greiffinger sind diamantbeschichtet, um die teilweise noch ölbehafteten Rohre prozesssicher greifen zu können.

Um die Rohrabschnitte anschließend in Gitterboxen in der richtigen Position ablegen zu können, sind die beiden Greifer über ihre gemeinsame Grundplatte auf einer Flachschwenkeinheit des Typs SF125-90N-C montiert.

Mit ihr können sie beim Ablegen in diejenige Position geschwenkt werden, die von der Optimierungsstrategie der Software vorgegeben werden.

Die Schwenkeinheiten bieten bis zu 100 Prozent mehr Leistung als Vergleichsprodukte. Sie können durch ihre überlegene Endlagendämpfung mehr Masse in kürzester Zeit schwenken und somit den Teileausstoß der Anlage deutlich erhöhen. Die großzügig dimensionierten Lager erlauben eine um mehr als 100 Prozent höhere radiale Lagerbelastung als vergleichbare Schwenkeinheiten. Sie sichern dadurch eine hohe Robustheit und sorgen für höchste Prozesssicherheit im Einsatz.

Schutz gegen Kollision

Da nicht völlig auszuschließen ist, dass die Rohre nach dem Ablegen in den Gitterboxen noch verrutschen, wurde der Greiferaufbau mit einem Kollisionsschutz der Serie CSR ergänzt, um bei potentiellen Kollisionen mit den Rohrabschnitten Schäden am Portal zu vermeiden. Die Auslösempfindlichkeit dieses Kollisionsschutzes ist justierbar und kann durch die Einstellung des Luftdrucks genau auf die Anwendung abstimmt werden.

Die Serie CSR ist zudem mit einer integrierten Sensorik ausgestattet, die bei einer Kollision ein Signal an die Steuerung gibt, um einen Nothalt auszulösen. Die Rückstellung erfolgt ausschließlich manuell, um sicher zu stellen, dass der Werker vor dem Wiederanlauf das Portal und den Grund für den Nothalt begutachtet hat. us

Auf einen Blick

Die Zimmer Group hat seine über Jahrzehnte gewachsenen Kompetenzen in sechs Technologiebereiche gebündelt: Handhabungstechnik, Dämpfungstechnik, Lineartechnik, Verfahrenstechnik, Werkzeugtechnik und Maschinentechnik. In diesen Technologiebereichen entstehen Produkte mit technologischem Führungsanspruch, die weltweit unter den etablierten Markennamen Benz und Zimmer vertrieben werden.

Das Unternehmen beschäftigt 840 Mitarbeiter erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 103 Millionen Euro.

Erschienen in Ausgabe: 01/2017