Sicherheit im OP

<strong>Lagerungen</strong> – In Krankenhäusern sind Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit besonders hoch. Gerade im OP-Bereich gilt dies auch für Gerätelagerungen und deren magnetisches Verhalten.

17. Oktober 2008

Die technische Ausstattung von OP-Sälen stellt hohe Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Flexibilität der eingesetzten Geräte. Die verwendeten Lagerungen leisten dabei einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Insbesondere der OP-Tisch sowie die Deckenstative spielen für die flexible und zuverlässige Ausstattung jedes OPs und damit für die Qualität der chirurgischen Arbeit eine wesentliche Rolle.

Schneller Wechsel

So hat die Gestaltung eines flexiblen OP-Raums heute oberste Priorität. Das ist entscheidend für einen schnellen und reibungslosen Wechsel bei eiligen Operationen, einschließlich des notwendigen Personals und der zu verwendenden Geräte. Aus Gründen der Sicherheit und einfacher Reinigung werden keine Leitungen mehr am Boden verlegt. Gleichzeitig steigt aber die Anzahl der während eines operativen Eingriffs eingesetzten Geräte. Bildgebende Untersuchungen während der OP erfordern mehr Platz für Bildschirme in unmittelbarer Nähe des OP-Tischs. Versorgungsstationen, die an Deckenstativen montiert sind, ermöglichen den Anschluss einer Vielzahl medizinischer Geräte, Computer oder Bildschirme, ohne dass eine einzige Leitung am Boden verlegt werden muss. Ihre Schwenkarme ermöglichen zudem die flexible und individuelle Positionierung im Raum. Die Deckenstative müssen dabei hohe Belastungen aufnehmen, leicht beweglich sein und ausreichend Platz für die Versorgungsleitungen für Strom und Sauerstoff oder auch Datenleitungen bieten. Schaeffler hat speziell für diesen Anwendungsfall das Axial-Schrägrollenlager AXS entwickelt, das paarweise eingebaut wird. Das Lager nimmt hohe Lasten und Kippmomente auf und ermöglicht eine leichtgängige und geräuscharme Bewegung.

Das Schrägrollenlager AXS bietet bei geringem Gewicht und minimalem Bauraum hohe Tragzahlen. Lagerringdicken von 1,2 Millimeter und radiale Bauhöhen von 7 beziehungsweise 10 Millimeter zeigen die konstruktiven Möglichkeiten, die diese Lagerbauart für die Bauraumoptimierung ermöglicht. Die hohen Tragzahlen erlauben zum Beispiel für den Schwenkbetrieb eine zusätzliche kräftige Lagervorspannung, um im Bedarfsfall die Kippsteifigkeit weiter zu steigern. Innen- und Außenring des Rollenlagers sind geometrisch identisch und können so in der Endmontage nicht verwechselt werden. Zudem sind keine geschliffenen Lagersitze erforderlich. Die Montage des Lagers ist schnell und einfach, gleichzeitig senken die leicht herstellbaren, lediglich fein gedrehten Lagersitze die Gesamtkosten der Baugruppe deutlich. Eine Weiterentwicklung der AXS-Baureihe stellt die anflanschbare oder anschraubbare Lagerbaueinheit ZAXFM dar. Die montagefertige Lagereinheit wird ab Werk gezielt vorgespannt und richtig befettet. Die Einstellmutter ist direkt auf dem Lagerinnenring mit dem richtigen Anziehdrehmoment montiert und gesichert. Fachkenntnisse des Monteurs, die bisher bei konventionellen Festlagerlösungen zum Aufbringen der richtigen Vorspannung und Befettung notwendig waren, sind hier nicht mehr vonnöten.

Linearität im OP-Tisch

Auch beim OP-Tisch sind größtmögliche Beweglichkeit und hohe Robustheit erforderlich. Die Höhenverstellbarkeit ermöglicht es, den Tisch an die Größe des Chirurgen anzupassen und den Patienten leichter auf eine andere Liege umzulagern. Von den eingesetzten Linearführungen wird hier eine hohe Qualität, Belastbarkeit und Sicherheit gefordert. Diese Anforderungen erfüllen die INA-Profilschienenführungen KUVE und KUSE. Diese Kugelumlauf-Einheiten verfügen über vier beziehungsweise sechs Wälzkörperreihen und damit über extrem hohe Tragfähigkeit. Bei einer Gewichtsauslegung von bis zu 450 Kilogramm sind Qualität und Sicherheit damit gewährleistet.

Neben der Höhenverstellbarkeit legen Chirurgen auch Wert auf die Möglichkeit der Quer- und besonders der Längsverschiebung. Dies ist notwendig, um Untersuchungen während der Operation durchzuführen. Wird etwa ein sogenannter C-Bogen zum Röntgen eingesetzt, kann dafür durch die außermittige Positionierung des OP-Tischs de notwendige Platz unter der Liege geschaffen werden. Für Längs- wie auch für Querverschiebungen eignet sich das Linearsystem KUVE: Vier Kugelreihen erlauben hohe Gewichtsbelastung und garantieren damit die erforderliche Sicherheit. Das Schmierstoffreservoir in Laufbahnnähe versorgt die Wälzkörper permanent mit Schmierstoff. So ist eine lange Lebensdauer bis hin zur Wartungsfreiheit, je nach Betriebsbedingungen, gewährleistet.

Antimagnetisch

Schaeffler bietet auch Lösungen für das neuartige Stereotaxis- Verfahren. Dieses Verfahren wird zunehmend bei Herz-OPs angewendet und gestattet eine hochpräzise Steuerung von Kathetern und anderen Geräten. Mithilfe von Magnetfeldern steuert ein Computer die Spitze des Katheters durch Blutbahnen und Herzkammern direkt und punktgenau zum Behandlungsort. Da der Erfolg und die Durchführbarkeit dieses Verfahrens von Magnetfeldern abhängen, muss der OP-Tisch antimagnetisch sein. Das gilt selbstverständlich auch für alle verwendeten Lager und Linearführungen. Die maßgeschneiderte Lösung ist das antimagnetische Linearsystem KUVE-B-AM. Die Gewichtsbelastung beträgt 60 Prozent der Standardausführung. Die Permeabilitätszahl ist kleiner als 1,02. Damit stellt Schaeffler die beste verfügbare Lösung für antimagnetische Anwendungen im Medizinbereich.

Fakten

Weltweit entwickelt und produziert die Schaeffler Gruppe unter der Marke INA Wälzlager und Gleitlager, Linearsysteme sowie als Automobilzulieferer Präzisionselemente für Motor, Getriebe und Antriebsstrang.

Seit 60 Jahren sind INA-Produkte Begriff für kreative Anwendungslösungen sowie höchste Kompetenz im Engineering und in der Fertigung.

Erschienen in Ausgabe: 07/2008