Sicherheit von der Rolle

Automatica

Rollbandsysteme – Arnold Rollbandabdeckungen bieten Schutz besonders bei beengten Platzverhältnissen. Dabei sorgt ein integrierter Federmotor für das funktionssichere Aufrollen des an der verfahrenden Achse montierten Kunststoff- oder Stahlbandes.

04. Juni 2016

Blauer Himmel, die Sonne scheint – perfekt wären diese Tage, wenn sich die Zimmer nicht so aufheizen würden. Deshalb: Rollos am Fenster herunterlassen. Fräsen und drehen bis die Späne fliegen und dann? In modernen Dreh- und Fräszentren geht es buchstäblich rund und schmutzig zu. Deshalb: Rollos herunterlassen. Der Grund in beiden Einsatzfällen ist ähnlich, es geht um den Schutz vor Widrigkeiten.

Wenn in der Fertigung und Automatisierung Sicherheit gefragt ist, dann kommen Maschinenverkleidungen, also zusätzliche Schutzeinrichtungen zur Anwendung. Beim Schutzabdeckungshersteller Arno Arnold weiß man um die Bedürfnisse der Maschinenhersteller und bietet bei beengten Platzverhältnissen auch Rollbandsysteme an. »Solche Systeme werden bereits seit mehr als 40 Jahren erfolgreich im Maschinenbau eingesetzt«, sagt Thomas Kreutzer, Konstruktions- und Entwicklungsleiter bei Arno Arnold. »Allerdings wurden überwiegend PVC-beschichtete Baumwolle, Wachstuch oder Kunstleder verwendet. Aufgrund unserer Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der technischen Textilien mit den Schwerpunkten im Bereich Veredelung, Beschichtung, Kaschierung und Ökologie bieten wir heute Rollbandmaterialien mit maßgeschneiderten Eigenschaftskombinationen an.«

Bei wenig Bauraum

Rollbandsysteme werden dann eingesetzt, wenn sehr wenig Platz zur Verfügung steht. »Der Querschnitt besteht dabei nur aus dem Band«, erklärt Kreutzer. »Moderne Maschinen und Anlagen werden zunehmend auf die Anforderungen der flexiblen Produktion gestaltet. Dabei müssen Erweiterungen und Veränderungen einfach und auch nachträglich möglich sein. Zudem müssen unbedingt die Aufwände bei der Planung, Inbetriebnahme und im Servicefall vereinfacht und minimiert werden.« Durch die einfache Konstruktion mit nur wenigen Komponenten sei eine einfache und mechanische Installation dabei auf jeden Fall gewährleistet.

Als beliebtes Einsatzfeld kommt Thomas Kreutzer die Medizintechnik in den Sinn: »Hier sind Rollos sehr beliebt, da sie mit hellen Bändern optisch sehr ansprechend sind. Als Hersteller von Rollos für Anwendungen in der Medizintechnik verarbeiten wir hochwertige Materialien mit speziellen Farben und Beschichtungen.« Besondere Anforderungen sind in diesem Bereich antibakteriell beschichtete Textilien für Einsätze in Operationssälen und anderen medizinischen Versorgungseinrichtungen, welche beispielsweise auch vor Infektionen schützen können.

Die Materialauswahl ist generell in jeder Anwendung ein entscheidendes Kriterium. »Die Gehäuse können aus Stahl blank, Edelstahl oder lackiert sein. Dabei bestehen die Bänder aus sehr verschiedenen Materialien und können besonders flüssigkeitsdicht, selbstverlöschend, thermisch isolierend und extrem zugfest sein.« Hinzu kommen auch noch abrieb- und widerstandsfähige Materialien, die je nach Anforderung eine Schutzfunktion gegen Chemikalien, elektromagnetische Wellen, Hitze oder Bakterien aufweisen können.

Alles in einem Gehäuse

Rollbandabdeckungen der Marke Rollobox von Arno Arnold bringen Kunststoffband, Stahlband oder eine Gliederschürze in einem Gehäuse unter. »Darum lässt es sich mit geringem baulichem Aufwand auch nachträglich montieren.«

Und wie gehen Rollos mit Stößen, Hitze und Spänen um? »Je nach Temperatur geht es auch in diesem Fall wieder um das richtige Material«, antwortet Thomas Kreutzer. »Um das Eindringen von Spänen in das Gehäuse zu verhindern, wird das Band abgestreift. Stöße wirken aber in der Regel nicht auf das Rollo ein.«

Eines ist dem Konstruktionsleiter aber besonders wichtig: »Alle unsere Produkte sind ausschließlich kundenspezifisch. Es kommt so gut wie nie vor, dass zwei Kunden die gleiche Breite, den gleichen Verfahrweg, das gleiche Material und die gleiche Anbindung auswählen.«

Angesichts der Dynamik in vielen Anwendungen ist immer die Kombination aus Geschwindigkeit und Beschleunigung ausschlaggebend. Sind etwa die Beschleunigungswerte moderat, können die Geschwindigkeiten entsprechend höher sein. Daher ist es schwierig, einen allgemeinen Wert anzugeben, oder ein Standardprodukt aufzurufen.

Richtige Auslegung

Der integrierte Federmotor sorgt für ein funktionssicheres Aufrollen des an der verfahrenden Achse montierten Kunststoff- oder Stahlbandes. Darüber hinaus sind Rollos von Arnold einfach zu montieren. Über die Auslegung des Motors wird sichergestellt, dass das Aufrollen immer funktionssicher vonstatten geht. »Die jeweilige Federkraft wird von unserem Konstruktionsteam individuell auf die Anwendung des Kunden abgestimmt«, so Thomas Kreutzer.

Das führt direkt zur Auslegung und Funktionsweise des Rollbandsystems. Thomas Kreutzer führt aus: »Die Auslegung des Gehäuses und der Federmotoren auf Basis der Bandbreite und des Verfahrweges stellen wir dem Kunden als Dienstleistung zur Verfügung. Wichtig ist die Festlegung der Anbindungspunkte, zum einen die Anbindung des Gehäuses beziehungsweise des Rollkörpers und zum anderen die Anbindung des Bandendes. Für beides haben wir viele Vorschläge und Varianten in unserem Konstruktionshandbuch illustriert.«

Die mehrstufige, iterative Auslegung eines Rollos erfolgt, wie schon erwähnt, individuell nach Kundenwunsch. Aus den zwei Angaben Bandbreite und maximale Länge (Lmax) definiert Arnold mit der firmeneigenen Berechnungssoftware ArnoSpringV2.0 das komplette Rollosystem. Außerdem erfolgt die Auswahl des Bandmaterials, des Federwerkstoffs, des Drahtdurchmessers und weiterer Parameter. Nach Interpretation der Berechnungsergebnisse sind bei Bedarf noch Anpassungen beim Drahtdurchmesser und der Anzahl der Wicklungen möglich. Nach Berechnung des Aufwickeldurchmessers ist die Berechnung abgeschlossen.

In der Praxis bewährt

Neben der erwähnten Medizintechnik ist vor allem die Automatisierung eine der wichtigsten Anwendungsbranchen für die Rollbandsysteme von Arno Arnold. Für beide Branchen kann Thomas Kreutzer Praxisbeispiele anführen. »Eine vollständige Automatisierung als ersten Fall wird erst durch die Integration einer programmgesteuerten Dachöffnung möglich. Soll der Fertigungsprozess an einer Werkzeugmaschine automatisiert werden, müssen verschiedene Randbedingungen erfüllt werden, wie zum Beispiel die Möglichkeit der Kranbeladung mittels einer Öffnung in der Dachabdeckung.«

Hier stellt das Unternehmen aus Obertshausen unter anderem eine Lösung zur Verfügung, bei der das Öffnen und Schließen des Daches als Bestandteil der Programmierung angesteuert werden kann. »Der Fahrständer fährt hierzu in eine definierte Position, die im Normalbetrieb nicht angefahren wird. In dieser Position verrastet der Fahrständer mit dem vorderen Ende der Dachabdeckung und bewegt das komprimierte Dach nach hinten.« So wird der Zugang für die Kranbeladung frei, die ebenfalls automatisiert werden kann. Das Schließen des Dachs erfolgt ebenso automatisch wie der Start des nächsten Produktionszyklus. Dazu kann das Dach beispielsweise auch als Rollbandabdeckung ausgeführt werden.

»Beim Einsatzschwerpunkt Medizintechnik haben wir zum Schutz vor einer Verletzung an beweglichen Geräten und Apparaten wie höhenverstellbaren Krankentragen, MRT-Liegen, OP-Tischen oder Zahnarztstühlen eine spezielle Serie von Schutzabdeckungen zum Einsatz im medizinischen Bereich entwickelt«, fährt Thomas Kreutzer fort. »Faltenbälge und Rollbandabdeckungen der Produktreihe Arnold-Medical-Products erfüllen die Voraussetzungen an Funktionalität, Hygiene und Ästhetik durch die Verwendung hochwertiger Materialien in speziellen Farben oder mit Perlmutteffekt-Beschichtung.«

Die Arnold-Medical-Rollosysteme werden mit einem geräuschdämmenden abgeschirmten Federsystem speziell für Anwendungen der interventionellen Radiologie, der Kardiologie sowie für MRT-Liegen geliefert.

Zur Produktion dieser speziellen Produkte stehen sorgfältig ausgebildete Mitarbeiter bereit, die unter strengen hygienischen Bedingungen Faltenbälge in Jalousie-, Kasten- oder Sonderform sowie alle Rollbandsysteme fertigen.

Viele Faktoren

Auf die wichtigsten Faktoren beim Einsatz von Rollosystemen angesprochen, äußert sich der Entwicklungsleiter kurz und knapp: »Einbaulage, Verfahrgeschwindigkeit und Beschleunigung, Umgebungsbedingungen wie Späne, Temperatur und Medien, Dimensionen.«

Es braucht die richtigen, an den jeweiligen Anwendungsfall angepassten, flexiblen Schutzabdeckungen, ob es nun solche aus Teleskopblechen, Rollos, Spiralschutz oder konstruktive Spezialanfertigungen sind. Denn wirklich effektive Arbeit findet nur an gut geschützten Maschinen statt. Und das kann auch mit Rollbandabdeckungen sichergestellt werden.

Auf einen Blick

Rollbandabdeckungen

- Rollbandabdeckungen von Arno Arnold sind beliebte Schutzabdeckungen bei beengten Platzverhältnissen.

- Der integrierte Federmotor sorgt für ein funktionssicheres Aufrollen des an der verfahrenden Achse montierten Kunststoff- oder Stahlbandes.

- Die jeweilige Federkraft wird vom Arnold-Konstruktionsteam individuell auf die jeweilige Anwendung abgestimmt.

- Eine einfache Montage ist dank weniger verbauter Komponenten gegeben.

- Bei Anwendungen in der Medizintechnik kommen nur hochwertige Materialien mit speziellen Farben und Beschichtungen zum Einsatz.

- Die Rolloabdeckungen der Marke Rollobox bringen Kunststoffband, Stahlband oder Gliederschürzen in einem Gehäuse unter, welches mit einem geringen baulichem Aufwand auch nachträglich montiert werden kann.

Erschienen in Ausgabe: 05/2016