Siemens eröffnet Kompetenzzentrum für 3D-Druck in Erlangen

Siemens hat am Werksstandort Frauenauracher Straße in Erlangen ein Kompetenzzentrum für additive Fertigung eröffnet. Das Additive Manufacturing Experience Center (Amec) wendet sich an Maschinenbauer, Maschinenbetreiber sowie Unternehmen, die Werkstücke im Bereich industrieller 3D-Druck konstruieren.

18. Mai 2018

Das Unternehmen veranschaulicht in einer Ausstellung mit Exponaten und interaktiven Bildschirmpräsentationen den holistischen Siemens-Ansatz für Digitalisierung in der industriellen additiven Produktion. Vom digitalen Produktdesign und der Produktentwicklung über die Druckvorbereitung bis zum realen industriellen 3D-Druck bietet das Kompetenzzentrum Kunden die Möglichkeit, sich zu informieren, mit Additive Manufacturing-Maschinen und -Robotern zu experimentieren sowie gemeinsam mit den Siemens-Experten eigene Lösungsansätze zu entwickeln.

Das Herstellen von 3D-gedruckten Werkstücken ermöglicht zeitsparend komplexe und dabei nahtlose Konstruktionen aus einem Guss. Es erlaubt Konturen und Formen zu kreieren, die in ihrer Präzision und Komplexität mit konventionellen Fertigungsmethoden nicht hergestellt werden können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Digitalisierung. Anhand integrierter Software- und Hardwarelösungen für jede Phase der Wertschöpfung ist es möglich, die gesamte digitale Prozesskette der additiven Fertigung in einer einzigen und integrierten Softwareumgebung abzubilden. Die Werkstücke werden digital designed und konstruiert und ihre Produktion wird in der digitalen Welt simuliert und getestet, bevor der Druckauftrag an die 3D-Maschinen erteilt wird. Die Werkzeuge für Entwicklung, Simulation, Produktionsvorbereitung und 3D-Druck sind in einem durchgängigen System zusammengefasst und über eine einheitliche Benutzeroberfläche bedienbar. Eine Datenkonvertierung mit möglichem Verlust an Informationsgehalt entfällt damit. Wie das in der Praxis funktioniert, wird unter anderem live im neuen Additive Manufacturing Experience Center mit einer hybriden 3D-Bearbeitungsmaschine mit Lasertechnologie sowie einem Mehrachsroboter mit Druckknopf demonstriert.

Zusätzlich werden sämtliche Prozesse vom Design über die Entwicklung, Produktion bis hin zur Herstellung von Ersatzteilen mit Daten aus der MindSphere, dem offenen, cloudbasierten IoT-Betriebssystem von Siemens, unterstützt. Somit können Prozessdaten gesammelt und ausgewertet und dadurch die Prozesse kontinuierlich verbessert werden. Die permanente Optimierung von Produkt und Fertigung übernimmt im Siemens-Ansatz der additiven Fertigung der durchgängige digitale Zwilling, in den sämtliche Daten und Informationen des Produktes, der Produktion und der Performance einfließen. Additiv Fertigen in Serie ist also keine Zukunftsmusik mehr, sondern mithilfe der Digital Enterprise von Siemens heute schon Realität.

Weltweit sind bereits tausende AM-Maschinen für industrielle Anwendungen im Einsatz. Auch Siemens nutzt in seinen Fertigungen bereits intensiv AM-Maschinen und hat auch als Anbieter für additive Fertigung sowie als Service-Anbieter eine führende Position. Das Unternehmen beabsichtigt seine Aktivitäten in dem Markt für industrielle additive Fertigung deutlich auszuweiten.