Siemens unterstützt Entwicklung mit Embedded-Linux

Siemens präsentiert eine neue Enterprise Embedded Linux Lösung für die Entwicklung von Embedded-Systemen.

15. März 2019
Siemens unterstützt Entwicklung mit Embedded-Linux
Die binäre, Debian-basierte Lösung unterstützt mehrere führende Hardwarearchitekturen. (Bild: Siemens)

Mit der Verbreitung des Internets der Dinge (IoT) wird es für Hersteller immer komplizierter und teurer, Embedded-Linux-basierte Distributionen und Anwendungen zu entwickeln. Siemens PLM Software hat daher kürzlich die neue Enterprise Mentor Embedded Linux (MEL) Lösung angekündigt. Sie soll Elektronikherstellern sichere, skalierbare und konfigurierbare Distributionen für Anwendungen in der Industrie, Medizin, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung bieten. Die neue MEL-Technologie ist laut Anbieter eine konfigurierbare Distribution mit einer robusten Betriebssystemplattform für die Entwicklung eingebetteter Systeme. Sie ist das Ergebnis der Integration der kürzlich von Mentor Graphics erworbenen Werkzeuge zum Entwurf eingebetteter Systeme. Die Lösung basiert auf Debian, einem weit verbreiteten Open-Source-Linux-Betriebssystem für Unternehmensanwendungen.

Kosten und Risiken minimieren

Neben der Stabilität, dem vollen Funktionsumfang und der benutzerfreundlichen Vorteile einer Unternehmenslösung bietet die neue Enterprise-Technologie nach eigenen Angaben auch Leistung, Anpassungsfähigkeit und die geringe Speichergröße eines Embedded-Betriebssystems. Ein internes Team von Embedded-Linux-Experten hat diese robuste Lösung ursprünglich für den Einsatz in kritischen Automatisierungsanlagen von Siemens entwickelt. Da sie jetzt kommerziell verfügbar ist, können Embedded-Entwickler mit dieser Lösung die Kosten und Risiken bei einem Wechsel zu Linux minimieren.

»Da immer mehr Ingenieure die Vorteile von Open-Source-Lösungen erkennen, definieren Embedded-Systeme der nächsten Generation auch die Anforderungen an die Softwareentwicklung neu«, kommentiert Chris Rommel, Executive Vice President von VDC Research. »Viele Entwickler haben zwar Erfahrung mit Enterprise-Linux gesammelt, diese traditionellen Lösungen können jedoch die Leistungsanforderungen der meisten Embedded-Systeme nicht erfüllen. Das neue Mentor Embedded Linux löst dieses Problem. Es bietet eine Enterprise-Lösung für Entwickler, die eine Linux-Entwicklungsumgebung suchen, die über die häufig im Embedded-Markt verwendeten Yocto-basieren Plattformen hinausgeht«.

Breite Community-Unterstützung

Die Enterprise-MEL-Lösung integriert nach eigenen Angaben eine Vielzahl vorkonfigurierter, vollständig getesteter Binärpakete. Diese bieten alle Funktionen und Parameter einer Softwareplattform, so dass Benutzer sie problemlos installieren und verwenden können. Dies mache die Implementierung von Standards in Unternehmen wesentlich einfacher und effizienter, heißt es. Die binäre MEL-Lösung beinhaltet auch einen stabilen Kernel und eine robuste Toolchain. Beide erfahren breite Community-Unterstützung, die in Kombination mit dem kommerziellen Support und der Entwicklungskompetenz von Siemens eine höhere Produktivität und Agilität bei der Entwicklung ermöglichen soll.

»Durch die Kombination der Fähigkeiten einer Embedded-Linux-Distribution mit denen der binären Debian-Desktop-Linux-Distribution können Entwickler – von denen viele ihre Fertigkeiten in der Entwicklung von Linux-Desktops verfeinert haben – dieses Können nun leicht auf voll ausgestattete Embedded-Systeme erweitern«, erklärt Simon George, Director of System Software und SoC Solution Marketing, Xilinx. »Wir erwarten, dass Mentors binäre Linux-Lösung bei der Entwicklung mit fortschrittlichen SoCs wie Xilinx Zynq UltraScale+ MPSoC viele Aufgaben vereinfachen wird«.

Auslieferung im 2. Quartal 2019

Sicherheits-Patches und Produkt-Updates halten Embedded-Entwickler auf dem neuesten Stand, so dass sie Standardisierungen und Wartung auf Unternehmensebene durchführen können. Die neue Linux-Lösung unterstützt sichere Updates im Feld und die Isolierung von Anwendungen. Die binäre, Debian-basierte Lösung unterstützt mehrere führende Hardwarearchitekturen. Sie wird im zweiten Quartal ausgeliefert. Eine MEL-Version auf Basis des Yocto-Projekts ist ebenfalls verfügbar.

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