"Smart" wird gelebt

Schwerpunkt IT & Automatisierung

Sensoren – Laut Geschäftsführer Ulrich Balbach nimmt Leuze electronic eine Pionierrolle bei Industrie 4.0 ein. Dabei stehen smarte Sensoren im Fokus, aber auch das Thema Digitalisierung.

10. April 2018

Die Sensorik ist ein weites Feld. Leuze electronic aus Owen/Teck hat sich vor allem der Optosensorik verschrieben und sieht sich allen modernen Herausforderungen gewappnet. Dazu Geschäftsführer Ulrich Balbach: »Es gibt nur wenige Unternehmen, die so vorausschauend handeln und ständig innovative Produkte entwickeln wie Leuze electronic. Das gilt auch für die Ausrichtung gemäß Industrie 4.0 und Digitalisierung, hier nehmen wir eine aktive Pionier- und Treiberrolle ein.« Nicht umsonst sind der Claim »The Smart Sensor People« und das Versprechen »Smart Sensor Business 4.0«, das das Unternehmen seinen Kunden gibt.

Ulrich Balbach erklärt, was das bedeutet: »Smart steht für intelligente, gekapselte Systeme und für die Art, wie wir es umsetzen. Der Sensor ist das Herz von Leuze electronic, der Daten und Informationen generiert, analysiert, austauscht und überträgt. Business, weil es auch um Technologie, Anwendung und Geschäftsmodelle geht. Neu ist der Zusatz 4.0, der in Richtung Zukunft blickt.«

Für den Geschäftsführer steht dahinter eine gelebte Philosophie, quasi die DNA von Mitarbeitern und Unternehmen. »Und es ist das Versprechen unseren Kunden gegenüber, ihnen smarte Industrie 4.0-fähige Sensorlösungen anzubieten.«

Hauptkriterien seien eine smarte Product Usability, ein smartes Applikations-Know-how sowie ein smarter Customer Service. Die Produkte müssen also einfach zu handhaben sein, sich nahtlos in die jeweilige Anwendung einfügen und im kompletten Lebenszyklus einer Maschine oder Anlage kontinuierlich verfügbar sein. Als Fokusbranchen, in denen Leuze electronic über jahrelanges Expertenwissen verfügt, nennt Balbach die Intralogistik, Verpackungs- und Automobilindustrie, Werkzeugmaschinen und Laborautomation. »Dort sind wir Technologietreiber.« Millionen von Sensoren verlassen jedes Jahr die Werke von Leuze weltweit. Aus mehr als 40.000 Artikeln können Kunden auswählen und dennoch mit kurzen Lieferzeiten rechnen.

Intelligente Produkte

Drei davon, die auch stark mit dem Aspekt »smart« verbunden sind, seien kurz vorgestellt: Der kamerabasierte Codeleser DCR 200i besitzt eine hohe Leseperformance mit Geschwindigkeiten von bis zu sechs Metern pro Sekunde und ermöglicht eine einfache Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung für Anlagenbauer und Endkunden. »So wird eine zuverlässige, lückenlose Produktrückverfolgung gewährleistet«, freut sich Balbach. Das Gerät wird über die grafische Benutzeroberfläche des webConfig-Tools über Ethernet bedient und konfiguriert.

Auf der Hannover Messe 2018 stellt Leuze erstmals sein neues Smart-Core-Kabel vor – speziell designt für Anwendungen mit bewegten Leitungen wie in Robotern oder Handhabungsachsen. In der Leitung befindet sich eine spezielle, überprüfbare Opferleitung, die den meisten Bewegungen versagt. Dadurch lässt sich ein Aderbruch vorhersagen und ein präventiver Austausch einleiten, bevor es zum Stillstand der Maschine kommt. Balbach: »So lässt sich eine höhere Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit erzielen.«

Mit der neuen Datenübertragungs-Lichtschranke DDLS 500 kann der Anwender per Ferndiagnose weltweit alle relevanten Daten abrufen. Bei einer Reichweite von 200 Metern verlinkt sie Ethernet-Netzwerke durch schnelle optische Datenübertragung und wird damit zur zentralen Netzwerkkomponente. Dank einer weithin sichtbaren Status-LED ist eine einfache Wartung und Diagnose möglich. Durch den modularen Grundaufbau lassen sich die Geräte flexibel und bedarfsgerecht einrichten.

Sein starkes Wachstum erreicht Leuze electronic durch konsequente Fokussierung und Differenzierung auf Branchen und die Konzentration auf seine Kernkompetenzen. In den Branchen gelten vor allem spezielles Know-how, Erfahrung und Partnerschaft. In der Technologie verteilt das Unternehmen sein Wissen auf Bereiche wie schaltende und messende Sensoren, Identifikationssysteme, Bildverarbeitung, Datenübertragung sowie Safety at work. Balbach: »In diesen Segmenten streben wir jeweils konsequent und zielgerichtet weltweit die Marktführerschaft an – mit Erfahrung, Kompetenz, Mut und dem Drang, Neues zu entdecken.«

Starkes Wachstum

Im Ergebnis stehen 14 Prozent Plus im Jahr 2016 und auch 2017 endet der Umsatz wieder zweistellig und liegt aktuell bei rund 200 Millionen Euro. »Wir wachsen stärker als der Markt«, bestätigt Ulrich Balbach. Faktoren dafür seien die mehr als tausend Mitarbeiter, die sogenannten Sensor People, innovative Technologien sowie Anwenderorientierung. »Wir sind stark in der Automatisierung und dort in besonders erfolgsversprechenden Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus tätig.«

Leuze electronic bekennt sich zum Standort Deutschland und schafft dort nachhaltig neue Arbeitplätze, handelt aber gleichzeitig als global agierender Hersteller. »Die zunehmende Internationalisierung erfordert neben der Neuausrichtung und weiteren Optimierung der Prozesse auch Veränderungen in den Vertriebsstrukturen, um unseren Kunden noch näher zu sein.«

Der Sensorspezialist Leuze electronic engagiert sich an vielen Stellen, hat den ASi-Bus erfunden und seinen sicheren Ableger, war ebenso »Geburtshelfer« von I/O-Link und beschäftigt sich heute intensiv mit der Einbindung von OPC UA, dem kommenden Standard für das Internet der Dinge. Außerdem wurde bereits 2016 eine Kooperation mit Microsoft bekanntgegeben. Daraus ergeben sich auch komplett neue, laut Balbach geradezu revolutionäre Möglichkeiten im gesamten Systemdesign.

»Konstrukteure müssen sich schon oft gestellte Fragen unter den veränderten Gegebenheiten immer wieder neu stellen und Sensoren aus einem anderen Blickwinkel betrachten«, ist sich der Geschäftsführer sicher.

Auf einen Blick

Leuze electronic

• 1963 entstanden als Sensorableger von Leuze textil.

• Hersteller und Lösungsanbieter in der elektrischen Automation.

• Sensor-Experte für Lösungen in vielen Branchen.

• 1.200 Mitarbeiter, 500 in Owen.

• 18 Tochtergesellschaften, fünf Produktionsstandorte.

• Zweistelliges Wachstum.

Erschienen in Ausgabe: 03/2018