Spänedichtes Kabelrohr

Maschinenelemente

Kabelschutz – Ein neues Leitungsführungssystem aus Kunststoff schützt Leitungen und Schläuche vor allem in Werkzeugmaschinen nahezu vollständig vor Spänen, Schleifstaub und anderen Partikeln.

06. Juli 2009

Eine unvermeidbare Folge der mechanischen Bearbeitung vieler Werkstoffe ist die Freisetzung von Spänen oder Schleifstaub. Speziell bei Werkzeugmaschinen besteht deshalb die Gefahr, dass solche Partikel in die bewegten Komponenten eindringen und zu Schäden führen. Besonders betroffen von diesem Risiko sind zum Beispiel die Energieführungsketten, die Leitungen und Schläuche an die bewegten Dreh- und Fräswerkzeuge oder tische führen. Der Kölner Kunststoffspezialist Igus hat deshalb insbesondere für den Werkzeugmaschinenbau und die spanende Industrie ein Leitungsführungssystem entwickelt, das nahezu komplett spänedicht ist.

Glatte Kontur

Die geschlossenen Energierohre des Unternehmens werden bereits seit rund 20 Jahren in allen Arbeitsbereichen eingesetzt, wo Späne anfallen. Staub, Schmutz, Öl, aggressive Umgebungen, Feuchtigkeit, Hitze und Kälte machen den robusten Energieführungen nichts aus.

Das neuartige Kunststoff-Energierohr der Serie RX ist komplett frei von Hinterschnitten, Kanten, Öffnungen und störenden Konturen. Das spezielle abgerundete Design mit glatt gewölbter Außenkontur lässt Späne aller Art und Größe einfach abfallen. Hinzu kommt, dass die Verbindungselemente zwischen Bolzen und Bohrung und die Anschläge innen liegen, sodass sich auch dort keine Partikel festsetzen können. Die hundertprozentige Dichtheit des Systems überprüfte der Hersteller in umfangreichen Tests mit Metallspänen unterschiedlichster Größen sowie mit ergänzenden Versuchsreihen unter Wasser.

Leichte Montage

Trotz der absoluten Dichtheit lässt sich das Rohr auf einfache Weise öffnen. Aufgeklappt wird es im Außenradius durch einen speziellen an die Kontur angepassten Öffnungsriegel. Der große Befüllungsraum bietet eine Innenhöhe von bis zu 52 Millimetern und lässt sich mit drei vertikalen Trennstegen und einem horizontalen Fachboden kabelschonend und abrieboptimiert unterteilen, um Leitungen und Schläuche getrennt und sicher zu verlegen. Da die Leitungen nach dem Einlegen in das Rohr jederzeit zugänglich bleiben, reduzieren sich die Wartungs- und Maschinenausfallzeiten auf ein Minimum.

Besonders gut geeignet ist das neue Energierohr zum Beispiel für kurze freitragende Längen im Innern von Werkzeugmaschinen. Darüber hinaus haben die Igus-Konstrukteure die spänedichte Energieführung von vornherein so ausgelegt, dass sich auch Anwendungen mit rückwärtigem Biegeradius (RBR) realisieren lassen können. Für Einsätze unter hohen Temperaturen bietet der Hersteller das Energierohr zudem in einer Version aus dem Sonderwerkstoff IgumidHT. Diese Variante stellt sicher, dass selbst glühende Späne mit Temperaturen bis 850 Grad Celsius am Rohr abprallen statt es aufzuschmelzen und Spuren zu hinterlassen.

Dichte Deckel

Ebenfalls neu im Programm der Kölner Kunststoffspezialisten sind zudem formschließende Deckel und Böden für die bekannten Energieketten der Serie E4 zum Schutz vor Spänen, die sich einfach auf die Kunststoff-Öffnungsstege jeder beliebigen Energiekette dieser Baureihe aufclipsen lassen. Deckel und Böden greifen dabei ineinander und lassen so kei-nerlei Späne in den Innenraum. Durch eine Änderung der Kontur schließen diese Deckel auch zu den Außenlaschen dicht ab, eine Nut fängt den Deckel auf.

Auf Wunsch liefern die Kölner die neuen Energierohre dane-ben auch komplett fertig konfektioniert, mit Leitungen und Schläuchen inklusive einer neuen passenden Führungsrinne, direkt zum Anwender an die Maschine.

André Kluth, Igus/bt

+ Die Igus GmbH in Köln ist Hersteller von Kunststoff-Gleitlagern und Energieführungsketten aus Vollkunststoff mit dem Spritzgussverfahren.

+ Das spänedichte Kabelrohr RX 40 besitzt komplett schließende Deckel und komplett abgedeckte Anschläge und Verbindungen. Die abgerundete Kontur ohne Hinterschnitte, Störkanten oder Öffnungen wirkt späneabweisend.

Fakten

Erschienen in Ausgabe: 04/2009