Sparen und schonen

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Schmierung – Die spanende Bearbeitung von metallischen Werkstoffen erfordert eine effektive Kühlung und Schmierung von Werkzeug und Werkstück. Der Einsatz von Minimalmengen-Schmiersystemen ermöglicht hier deutliche Kosteneinsparungen und schont zudem die Umwelt.

28. Juni 2012

Eine wichtige Aufgabe bei der spanenden Bearbeitung von metallischen Werkstoffen ist die wirtschaftliche und umweltschonende Schmierung und Kühlung der Kontaktflächen von Werkstück und Werkzeug. In der Regel geschieht dies durch eine permanente Spülung des Arbeitsbereichs mit flüssigen Kühlschmierstoffen, die zugleich die anfallenden Späne aus dem Arbeitsbereich des Werkzeugs abführen. Besonders kostengünstig und umweltfreundlich ist hier die so genannte Minimalmengenschmierung (MMS), bei der pro Stunde weniger als 20 Millimeter Kühlschmierstoff zum Einsatz kommen.

Der geringe Verbrauch an Kühlschmierstoff senkt deutlich die werkstückbezogenen Fertigungskosten. Zudem entfällt ein großer Teil der Ver- und Entsorgungstechnik für den Kühlschmierstoffkreislauf sowie der Kosten für die Entsorgung der nahezu trockenen Späne. Bei optimierten Prozessen bewirkt die reduzierte Reibung zusätzliche Kosteneinsparungen durch eine Verkürzung der Bearbeitungszeit um bis zu 30 Prozent sowie durch höhere Werkzeug-Standzeiten.

Entscheidend für eine zuverlässige Funktion der MMS ist, dass das Kühlschmiermittel prozesssicher dosiert und zum Werkzeug geleitet wird, und zwar auch bei häufig wechselnden, sehr unterschiedlichen Werkzeugen.

Ideal auch für Bearbeitungseinheiten eignet sich dafür das Accu-Lube-Booster-System für innengekühlte Werkzeuge, mit dem der schweizerische Fertigungstechnikspezialist Otto Suhner AG aus Brugg im Kanton Aargau seine Bearbeitungseinheiten BEM 20, BEX 15 und BEX 35 ausrüstet. Zentraler Bestandteil des Systems ist ein integrierter Frequenzgenerator, der eine Präzisionsdosierpumpe ansteuert.

Dadurch gelangt eine eingestellte Ölmenge in die so genannte Boosterkammer, wo sie mit 6 bar Druckluft zerstäubt wird. Dieses Schmiermittel-Luft-Gemisch wird durch einen Zuleitungsschlauch zur Drehdurchführung der Spindel und weiter zum speziellen MMS-Spannsatz befördert und gelangt schließlich durch den Werkzeughalter und das Werkzeug direkt an die Eingriffstelle der Werkzeugschneide. Die dort entstehende Wärme wird hauptsächlich über den Span abgeführt. Wichtig ist deshalb der sichere Späneabtransport aus der Maschine. Zudem darf es beim Transport des Aerosols in der Maschinenspindel nicht zu einem unkontrollierten Austritt des Gemischs kommen, da sonst die gewünschte Schmierung der Werkzeugschneiden nicht gewährleistet ist.

Erschienen in Ausgabe: 05/2012