Spargel unter Kontrolle

Schwerpunkt Mobile Power

Bediengeräte – Spargelschälmaschinen müssen einfach zu handhaben sein. Hersteller Hepro setzt darum auf Bediengeräte und Web-Panel von Wachendorff Prozesstechnik.

20. September 2017

Die Spargelsaison ist für 2017 zwar schon lange vorbei, aber im nächsten Jahr fiebern viele wieder dem Start – dem ersten Spargelstich– entgegen. Die Sprossen des Gemüsespargels brauchen besondere Böden und ein spezielles Klima, damit sie gut gedeihen. Spargel sollte frisch gegessen werden, aber das Schälen der dünnen Stiele ist recht mühsam und das Gemüse empfindlich. Darum kommen heute flächendeckend spezielle Schälmaschinen zum Einsatz.

Ein Hersteller solcher Maschinen ist Hepro aus Rheda-Wiedenbrück. Hier, umgeben von Spargelfeldern, erhielten Christoph Protte und Siegfried Hennemeier 1992 von einem befreundeten Spargelbauer den Auftrag, eine Maschine zum Spargelschälen zu entwickeln. 1994 kam das erste Patent, und nach mehr als 20 Jahren ersteckt sich das Programm vom kleinen Automaten für den Einzelhandel bis zu großen Anlage für die industrielle Fertigung.

In den Schälmaschinen von Hepro werden die Stangen durch automatische Greifer vorsichtig gefasst und dann mit der Spitze in sogenannten Tulpen mithilfe von Luftpolstern sanft fixiert. So wird die Spitze geschützt, während versetzt angeordnete Schälerpaare am Spargel entlang gleiten und für den perfekten Schnitt sorgen. Nicht jede Sorte Spargel ist gleich und je nach Witterung und Bodenbeschaffenheit können Stangen dicker oder dünner, länger oder kürzer, härter oder weicher ausfallen. Der Weg der Schäler kann ebenso unterschiedlich sein wie die benötigte Druckluft, damit die Stangen sicher in der Tulpe bleiben und trotzdem die kostbare Spitze keinen Schaden nimmt.

Flexibel einstellen

Darum sind die Maschinen von Hepro flexibel ausgestattet und können vom Bediener entsprechend der aktuell zu schälenden Ware eingestellt werden. »Wir verwenden für unsere Maschinen Codesys-basierte Steuerungen in Kombination mit Web-Panel«, erklärt Franz Mielemeier, der mit seinem Unternehmen Sipro für die Elektronik der Schälmaschinen verantwortlich ist. »Wir suchten im letzten Jahr nach einer preisgünstigen und gleichzeitig flexiblen Lösung, um unsere Maschinen einfach bedienbar zu machen. Da Hepro weltweit liefert, brauchen wir die Möglichkeit, unterschiedliche Sprachen und auch Schriftzeichen auswählen zu können.«

Fündig wurde der Elektrofachmann nach Internetrecherche, Besuchen bei Händlern und Präsentationen von Herstellern bei Wachendorff Prozesstechnik.

»Hier haben wir ein sehr robustes und brilliantes Web-Panel mit 10-Zoll-Display zu einem sehr attraktiven Preis gefunden, das alles kann, was wir brauchen«, freut sich Mielemeier.

Angepasstes Gerät

Eine Displayvariante mit ausgefallenen Features wäre für die Aufgaben bei Hepro überdimensioniert – denn die Visualisierung läuft über die Steuerung, während das Bediengerät in der Anwendung nur die Aufgabe der Mensch-Maschine-Schnittstelle übernimmt. Per Touchscreen kann der Bediener die Maschine ein- und ausschalten, bestimmte Parameter wie die Länge der zu schälenden Stangen oder den Druck, mit dem die Schäler an den Spargel gedrückt werden, einstellen. In einer zweiten Ebene, können passwortgeschützt nur autorisierte Techniker weitere Spezialfunktionen abrufen– etwa die Schließzeiten von Messern oder Geschwindigkeiten von Motoren oder Ventilen.

»Die vielen Parameter, die sie auf den Geräten von Wachendorff ablesen und einstellen können, lassen das Herz der Techniker höher schlagen«, erklärt Franz Mielemeier. »Darum haben wir uns auch für ein großes Display entschieden, auf dem man viele Werte gut lesbar darstellen kann«, ergänzt er.

Konkret kommt bei Hepro das 10-Zoll-Web-Panel WWPEC100 zum Einsatz. Beim Design wurde besonderes Augenmerk auf eine kompakte Bauweise gelegt. Es ist mit nur 32,5 Millimetern Einbautiefe nahezu überall installierbar und wird für Hepro mit eigenem Logo ausgeliefert. Die Platine des Web-Panels ist durch eine spezielle Beschichtung gegen Korrosion und Feuchtigkeit geschützt, was gerade beim Einsatz in der Lebensmittelindustrie besonders wichtig ist. Das lüfterlose System mit 32-Bit-RISC-Prozessor und 600-Megahertz-Takt besitzt eine hohe Rechenleistung und schaltet die Seiten sehr schnell um. Das Betriebssystem Microsoft Windows Embedded Compact 7 ist optimal an die Hardware angepasst.

Das WWPEC100 ist für kleine und mittlere Bedien- und Beobachtungsaufgaben in allen Bereichen der industriellen Automatisierung konzipiert. Das Gerät ist mit einem Micro-Browser ausgestattet und eignet sich so für Codesys Web-Visualisierung V2 und V3. Alle auf Codesys basierenden Steuerungen können mit dem WWP verbunden werden.

Die Bediengeräte von Wachendorff erweisen sich im industriellen Einsatz als sehr robust. Die Leiterplatte des WWPEC100 ist durch eine spezielle Beschichtung zusätzlich gegen Korrosion und Feuchtigkeit geschützt, die Ethernet-Schnittstelle galvanisch getrennt. Der Hersteller will so einen zuverlässigen Betrieb und eine lange Lebensdauer gewährleisten. mk

Auf einen Blick

Bediengerät WWP

• Direkte Verarbeitung von Codesys-Visualisierungsobjekten

• Brillante Visualisierung von 7 bis 15 Zoll

• Sehr hohe Performance dank Cortex A8-Prozessor

• 10 Zoll TFT-LCD-Grafik-Anzeige mit 800 x 480 Pixel

• LED-Hintergrundbeleuchtung

• Lüfterloses Kühlsystem

• Kunststoffgehäuse in schlankem Design

• Echtzeituhr RTC

•  USB-Host

• IP65 frontseitig, Nema-4-konform

• Beschichtete Platine ist vor Korrosion geschützt und sorgt für hohe Zuverlässigkeit in rauer Umgebung.

• Ethernet 10/100 Base-T mit RJ45-Stecker

• Auf individuelle Design-Anforderungen des Kunden ausgerichtet, etwa Anbringung von Logos

Erschienen in Ausgabe: 07/2017