Sparsam und flexibel

Motoren - Standardmäßige Wechselstrom-Lüftermotoren haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum weiterentwickelt. Eine neue Baureihe von AC-Lüftern bietet jetzt einen deutlich erhöhten Wirkungsgrad und arbeitet ohne Anpassungen mit den unterschiedlichsten Netzspannungen.

09. August 2007

Eine gemeinsame Eigenschaft von Schaltschränken, Maschinensteuerungen und Aggregaten mit Leistungselektronik ist der Platzmangel. Zudem werden solche Geräte häufig exportiert und sollen deshalb überall auf der Welt funktionieren. Die Hersteller müssen also entweder jeweils den für den späteren Aufstellort ausgelegten AC-Lüfter einbauen oder Gleichstromlüfter verwenden. Diese benötigen jedoch Bauraum fressende und teure, ebenfalls netzspannungsabhängige Netzteile.

Energie und Lebensdauer

Einen anderen Weg eröffnet der Lüfterspezialist EBM-Papst aus St. Georgen. Dessen Baureihe ACmaxx berücksichtigt alle Anforderungen der modernen Geräte- und Anlagentechnik, um den Anwendern ein einfaches Kühlkonzept zu ermöglichen.

Um den Logistikaufwand bei Geräten für weltweiten Einsatz zu vermindern, sollte ein Lüfter einen möglichst weiten Spannungsbereich abdecken können. Jeder Lüfter der neuen Reihe bedient den Bereich von 50/60 Hz und 85 bis 265 Volt. Netzspannungsschwankungen werden selbsttätig kompensiert. Durch den direkten Anschluss an die AC-Versorgung statt an ein Netzteil gewinnt man Platz und spart Kosten. Und weil jeder Lüfter für sich autark ist, steigt ohne Zusatzaufwand auch die Redundanz bei Mehrlüftereinsatz.

Der Wirkungsgrad liegt um bis zu 75 Prozent höher als bei den herkömmlichen AC-Lüfterantrieben. Das spart Energie. Gleichzeitig aber bedeutet der hohe Wirkungsgrad nur geringe Eigenabwärme; die Lüfterbauteile sind thermisch entlastet. Gerade die Schmierung der Lagerung reagiert positiv auf Temperaturabsenkung. Daher erreichen die ACmaxx-Lüfter im Vergleich zu herkömmlichen AC-Lüftern nahezu die doppelte Lebensdauer. Mit steigender Zuverlässigkeit sinken die Wartungsintervalle.

Der höhere Wirkungsgrad erlaubt bei gleicher Baugröße ­einen höheren Volumenstrom und einen höheren Druckaufbau; denn mit Energie, die man nicht verheizt, kann man die Luftleistung vergrößern. Da die neuen Lüfter in Höhe und Breite den alten Bauformen entsprechen und nur in der Motortiefe - geringfügig größer bauen, lassen die Motoren - auch nachträglich - problemlos austauschen.

Zusatzfunktionen für höhere Wertschöpfung

Neben höherer Lebensdauer bieten die neuen Lüftervarianten noch weitere praxisgerechte Zusatzfunktionen; beispielsweise optional einen Tachosignalausgang mit ein, zwei oder drei Impulsen pro Umdrehung. Auch ein Alarmausgang ist serienmäßig lieferbar. Dieser kann unter anderem als statisches, bereits ausgewertetes Signal an die übergeordnete Steuerung ausgegeben werden. So lässt sich schnell eine Langzeitüberwachung oder Rückmeldung des Lüfters bei kritischen Betriebszuständen realisieren. Ebenso kann die Lüfterdrehzahl einfach an die aktuelle Kühlsituation angepasst werden; entweder über einen Steuereingang in den Lüftermotor oder über einen externen oder bereits in den Lüfter integrierten Temperatursensor. Eine weitere Variante mit integriertem Mikroprozessor erlaubt darüber hinaus frei wählbare Drehzahlprofile.

Und es gibt noch weitere Eigenschaften, die in AC-Technik bisher nicht üblich waren: Ohne großen externen Aufwand lassen sich Funktionen wie Stand-by-Betrieb, Nachtabschaltung, Notleistung bei Überlastfällen mit dem Lüfter aufbauen; die Lüfter passen sich selbst den Kühlluftvorgaben an.

Verfügbar sind die neuen Lüfter in den Standardabmessungen 92 x 92 Millimeter, 120 x 120 Millimeter und in 172 Millimeter Durchmesser und in der Schutzart von IP 00 bis IP 54, auf Kundenwunsch auch mit feuchtigkeitsisolierter Wicklung oder mit komplett in Kunststoff vergossenen Bauteilen und Stator. Damit eignen sie sich sowohl für schwierige Einsatzfälle in Schaltschränken, Maschinensteuerungen, kompakten Leistungselektronikmodulen oder den Einsatz in modernen, anspruchsvollen (Inverter-) Schweißgeräten. In allen Fällen helfen die Zusatzfunk­tionen Kosten zu sparen, entweder an bisher diskret vorzuhaltenden Bauteilen oder an Rechenkapazität bei Steuerung und Überwachung.

Andreas Zeiff

Fakten:

- Die neuen AC-Lüftermotoren arbeiten ohne Umschalten an jedem Versorgungsnetz.

- Der Logistikaufwand für Motoren unterschiedlicher Netzspannungen und Frequenzen entfällt.

- Hohe Energieeffizienz spart Kosten und verlängert die Lebensdauer.

Erschienen in Ausgabe: 05/2007