Sparsam und verlässlich

Antriebstechnik

Synchronmotoren – Der Antrieb von Fördertechnik erfordert zuverlässige Motoren. Kompakte Drehstrommotoren mit Stirnradgetriebe erreichen dabei einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent.

15. Oktober 2009

Die Fimatech Industrietechnik Vertriebs-GmbH in Rehling bei Augsburg produziert Gliedergurt-Förderbandsysteme nach Maß, die sich flexibel an Kundenwünsche anpassen lassen. Der modulare Aufbau aus den Grundkomponenten Gerade, Winkel und Z-Form erlaubt eine nahezu beliebige Anpassung an das jeweilige Einsatzgebiet. Als Antrieb dienen Getriebemotoren, die im Inneren der Modulkörper untergebracht sind. Die Kraftübertragung zum Gurt erfolgt formschlüssig mit geringem Kraftaufwand und nahezu verschleißfrei über Zahnräder, sodass der Gliedergurt aus Polypropylen oder Polyamid im System nicht gespannt werden muss.

Kompakt und effizient

Während hierzu früher einfache Stirnradgetriebemotoren zum Einsatz kamen, setzen die schwäbischen Fördertechnikspezialisten seit rund einem Jahr auf die Drehstrom-Synchronmotoren der Baureihe Rosync des Bremerhavener Kleinmotorenherstellers Rotek. Die Motoren mit einem Stirnradgetriebe bieten einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent, wie ihn üblicherweise nur vierpolige Energiesparmotoren der höchs-ten Effizienzklasse IE3 mit Leistungen ab elf Kilowatt erreichen.

Grundlage der hocheffizienten Energieausnutzung ist eine innovative Statorgeometrie in Verbindung mit verbessertem Magnetmaterial aus kunststoffgebunden Neodym-Magneten. Die wartungsfreien Motoren liefern eine konstante Drehzahl unabhängig von Belastung und Netzspannung. Die kurzen Start- und Stoppzeiten sowie der vibrationsarme Lauf und die kompakte Bauweise prädestinieren die Antriebe für zahlreiche Einsatzgebiete. Um den Einsatz der schlanken Planetengetriebemotoren bei den konstruktiv begrenzten Platzverhältnissen in den Modulkörper des Förderbandes zu ermöglichen, verkürzten die norddeutschen Kleinmotorenspezialisten unter anderem einen Flansch sowie den Klemmenkasten an der Rückseite der Motoren.

Ein wichtiges Argument der Fördertechnikspezialisten für den Einsatz der kompakten Motoren aus Bremerhaven war auch das robuste Planetengetriebe, erzählt Fimatech-Geschäftsführer Hans-Peter Fischer: »Wir haben bewusst die Rosync-Motoren mit Planetengetrieben gewählt, weil sie ein hohes Drehmoment übertragen können und wir sicher sein wollten, dass keine Getriebeausfälle auftreten.«

Entscheidend ist zudem die geringe Wärmeentwicklung der Antriebe, schließlich werden die Gliedergurt-Förderbänder häufig in Betrieben verwendet, die dünnwandige Kunststoff-Spritzgussteile für die Medizintechnik herstellen. Durch einen Wärmestau beim Transport könnte es daher zu Verformungen der empfindlichen Teile kommen.

Die hohe Energieeffizienz des Rosync-Drehstrommotors spielte bei der Auswahl zumindest anfangs nur eine Nebenrolle, obwohl der früher eingesetzte Motor einen Wirkungsgrad von lediglich rund 50 Prozent hatte. Inzwischen jedoch erweisen sich auch die Ersparnisse bei den Energiekosten, die geringen Umweltbelastungen und der Imagegewinn als ein nicht zu unterschätzendes Verkaufsargument. Für Rolf Treusch, kaufmännischer Leiter bei Rotek, zählt jedoch vor allem die Zufriedenheit der Anwender der Motoren: »Entscheidend ist, dass die Kunden einen Antrieb bekommen, der sie nicht im Stich lässt.«

Gerhild Hustädt/bt

Erschienen in Ausgabe: 07/2009