Spritzguss-Silikon additiv verarbeiten

German Reprap hat mit seinem neuen Liquid Additive Manufacturing 3D-Druckverfahren (LAM) eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, flüssiges Silikon im 3D-Druck zu verarbeiten.

30. August 2019
Spritzguss-Silikon additiv verarbeiten
Mit der LAM-Technologie kann sogar die Auftragsrichtung und somit die Vulkanisation auf Schichtebene beeinflusst werden. (Bild: German Reprap)

Inzwischen wurde das Verfahren für die Nutzung in der Industrie weiterentwickelt und German RepRap präsentiert mit dem L320 einen extrem stabilen, für die hohen Anforderungen des industriellen Dauerbetriebes angepassten, LAM-3D-Drucker.

Bauteile fast wie aus dem Spritzguss

LAM ist ein sehr interessantes 3D-Druckverfahren, denn es wird mit einem Material gearbeitet, das nicht – wie beim FFF-Drucker – aufgeschmolzen und wieder verfestigt wird, sondern flüssig ist, und unter Hitzeeinwirkung vulkanisiert. Man spricht auch von einer thermischen Vollvernetzung.

Das bedeutet, dass sich die einzelnen Schichten, die der Drucker ablegt, fest miteinander verbinden. So lassen sich Bauteile erzeugen, die nahezu dieselben Eigenschaften wie spritzgegossene Teile haben – ein eindeutiger Vorteil, denn Erkenntnisse aus dem 3D-gedruckten Prototyp lassen sich direkt auf spritzgegossene Serienteile übertragen. Zusätzlich ist dies auch für die Erschließung neuer Kundengruppen sehr interessant, da das Verfahren, auch ohne ein Invest in Werkzeuge oder Formen, Losgrößen von n=1 möglich bzw. wirtschaftlich werden lässt.

Kürzere Time-to-Market

Mit der LAM-Technologie kann sogar die Auftragsrichtung und somit die Vulkanisation auf Schichtebene beeinflusst werden. Das führt zu nahezu identischen Materialeigenschaften verglichen zum Spritzguss. Zudem lassen sich eine Vielzahl an Vorteilen der Additiven-Technologie wie Freiheit in der Gestaltung und das Füllen des Teileinneren mit Waben- oder anderen Strukturen nutzen. Welches wiederum interessant für die Optimierung bestehender Produkte ist. Durch die neue Designfreiheit, dürften Unternehmen, die mit dem Thema Individualisierung für kundenspezifische Lösungen zu tun haben, begeistert sein. Komplexe Geometrien, die mit herkömmlichen Fertigungstechnologien bisher nicht umzusetzen waren, können nun abgebildet werden. Das verwendete Liquid Silicone Rubber (LSR) wird bereits in vielen Unternehmen für unterschiedlichste Produkte verwendet und gibt Vertrauen auf die weitere Verwendung dieses 3D LSR Materials in der Zukunft. Außerdem profitieren Anwender von einer kürzeren Time-to-Market, da Erkenntnisse aus dem Prototypmodell direkt auf das Spritzgussende übertragen werden können. Ein weiterer Vorteil ist die bessere molekulare Struktur der Polymere: es werden Basismaterialien anstelle von verarbeiteten Materialien verwendet.

Pilotanwendungen bestanden

Der L320 3D-Drucker hat in ausgiebigen Tests und Pilotanwendungen in der Praxis seine Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb bewiesen. Für den kommerziellen Einsatz, bei dem es auf hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit ankommt, stehen optional ein Wartungsvertrag sowie ein professioneller Vor-Ort-Service von geschulten Technikern zur Verfügung. Dieser beinhaltet neben der Wartung und Reparatur des 3D-Druckers, auch Software- und Hardware-Trainings. Auf individuelle Wünsche kann jederzeit eingegangen werden.