Stabil, flexibel, leicht

Maschinenelemente

Spanntechnik – Die spanende Fertigung in kleinen Stückzahlen erfordert flexible Werkzeugmaschinen. Bei einem führenden Metallverarbeiter ermöglicht ein neues Handspannfutter von Röhm minutenschnelle Wechsel von großen auf kleine Werkstücke.

17. September 2015

Die NTG Neue Technologien GmbH u. Co. KG aus dem südhessischen Gelnhausen ist ein führender Spezialist für die Fertigung von Gehäusen aus Guss- oder rostfreiem Stahl für den Maschinen- und Anlagenbau in kleinen Stückzahlen. Die Produkte entstehen dabei auf Kundenwunsch von der Idee über die Entwicklung bis zur Fertigstellung überwiegend in Einzelfertigung. Der wichtigste Wettbewerbsvorteil des Unternehmens ist deshalb die Schnelligkeit, auf Kundenanfragen zu reagieren, sagt Bernd Rützel, Abteilungsleiter Produktionstechnologie bei dem Metallverarbeiter. Bei einem der jüngsten Projekte zum Beispiel mussten die Hessen für einen Anlagenbauer Stahlgussgehäuse mit besonders komplexen Außenformen anfertigen. Für deren Herstellung hat das Unternehmen erst jüngst in ein hochmodernes Dreh-Fräs-Zentrum der Serie DMC 210 FD des internationalen Maschinenbaukonzerns DMG investiert, berichtet Rützel und ergänzt: »Parallel dazu wurde die Teilefertigung als ein weiterer Zweig etabliert, um die Auslastung unserer Komplettbearbeitungsmaschinen zu gewährleisten.«

Die Maschine war ab Werk mit einem Klauenkasten für Spanndurchmesser bis 1.200 Millimeter des Spanntechnikspezialisten Röhm aus Sontheim an der Brenz ausgestattet. Aufgrund der generell guten Erfahrungen mit Produkten des Unternehmens auch außerhalb dieses Projekts lag es für Rützel deshalb nahe, dort auch ein zentrisch spannendes Dreibackenfutter anzufragen, das für die Bearbeitung der Gehäuse verwendet wird. Die Wahl fiel schließlich auf das Handspannfutter Duro-TA XT in der Version mit 1.200 Millimeter Durchmesser, das trotz seiner Größe eine kompakte Bauweise mit minimalen Störkonturen und eine gute Werkstückzugänglichkeit bei zugleich hoher Flexibilität bietet.

Große Eigensteifigkeit

Um kosteneffizient zu fertigen, nutzt NTG für die Bearbeitung der Werkstücke möglichst Standard-Werkzeuge mit Hartmetallschneiden. Schwingungen würden sich negativ auf die Werkzeuge auswirken. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Vollfräsern: »Mit nur einer abgeplatzten Schneide ist der ganze Fräser nicht mehr verwendbar«, weiß Rützel. »Ein wichtiges Auswahlkriterium war deshalb die hohe Eigensteifigkeit des Drehfutters«, erinnert sich dazu Joachim Nagel, Technischer Verkaufsberater bei Röhm, und Rützel erklärt: »Schwingungen, wie sie bei solchen Drehfuttern auftreten können und sich auf das Werkstück und somit die Werkzeuge übertragen, dürfen dabei nicht auftreten, da sie die Werkzeuge beschädigen.« Nagel bestätigt: »Hier konnte Röhm im Vergleich zu anderen Anbietern überzeugen. Erreicht wurde das dadurch, dass die gesamte Einheit auf einer dickeren Alu-Grundplatte sitzt.«

Weiter Spannbereich

Durch die verlängerten und einfach demontierbaren Führungsbahnen bietet das manuelle Spannfutter Duro-TA XT zudem einen Spannbereich von 300 bis 1.200 Millimeter, der sich flexibel einstellen lässt. Das Futter eignet sich damit besonders für Bearbeitungen mit einem häufigen Wechsel von großen auf kleine Werkstücke, da hier nur die Führungsbahnen demontiert werden müssen. Dadurch werden die Rüstzeiten und somit Kosten deutlich reduziert. »Bei der Fertigung von kleinen Stückzahlen ist das ein enormer Vorteil«, weiß Rützel.

Ein weiterer Vorteil des Duro-TA XT ist auch sein bis zu 75 Prozent niedrigeres Gewicht gegenüber herkömmlichen Spannfuttern. Dies ermöglicht das Spannen höherer Werkstückgewichte bei niedriger Belastung des Maschinentisches und kann so das maximale Potenzial der Werkzeugmaschinen ausnutzen. Die hohe Rundlaufgenauigkeit erlaubt dabei zugleich einen schnellen Wechsel der Aufspannung, oft ohne aufwendiges Ausrichten und Nachjustieren.

Zudem kann nun auch prozessunterbrechend auf andere Fertigungsteile umgerüstet werden, ohne einen erhöhten Rüstaufwand in Kauf nehmen zu müssen. Zusätzlich ermöglichen es eigene Aufsatzbacken oder werkstückbezogene Sonderbacken von Röhm, dass sich jetzt auch unförmige Ventilgehäuse oder andere Werkstücke auf der Maschine problemlos fertigen lassen. Das Spannen mittels Drehmomentschlüssel gewährleistet dabei eine reproduzierbare Spannkraft. Rützel resümiert: »Hohe Spannkraft und Rundlaufgenauigkeit, wenig Eigengewicht – und das bei ca. 1.200 mm Durchmesser. Damit konnte Röhm alle Anforderungen, die wir gestellt haben, voll und ganz erfüllen.«

Für die Entscheider bei NTG steht deshalb fest: Bei einer möglichen Neubeschaffung wird man sich wieder für ein Duro-TA XT von Röhm entscheiden.bt

Auf einen Blick

- Die Röhm GmbH mit Sitz in Sontheim an der Brenz ist ein führender Hersteller von Spanntechniklösungen zum Drehen, Bohren, Fräsen und Schleifen in den unterschiedlichsten Branchen.

- Das Produktportfolio des Unternehmens mit weltweit rund 1.500 Mitarbeitern reicht vom einfachen Bohrfutter bis zur Hightech-Kraftspanneinrichtung.

Erschienen in Ausgabe: 07/2015