Stabiles AR-Tracking für die Industrie: Fraunhofer beteiligt sich an Visometry

Die Fraunhofer-Gesellschaft und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) beteiligen sich an Visometry. Mit ihrer Visionlib-Engine bietet das Startup ein in der Industrie bereits erprobtes AR-Tracking an.

14. Februar 2019
Stabiles AR-Tracking für die Industrie: Fraunhofer beteiligt sich an Visometry
Stabiles Tracking ist die Voraussetzung für industrielle AR-Anwendungen. Tracking erlaubt es, die Position von Objekten in einem Kamerabild exakt zu bestimmen. (Bild: Fraunhofer IGD)

Die am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelte und seit 2017 durch Visometry kommerzialisierte Visionlib-Engine nutzt sogenannte Model Tracking Verfahren. Seit über 15 Jahren forschen Wissenschaftler am Fraunhofer IGD an AR-Technologien, das innovative Trackingverfahren ist bereits bei zahlreichen Kunden im Einsatz. Das Besondere an Visionlib ist die nach eigenen Angaben verlässliche und stabile Objekterkennung, so das Institut.

AR-Lösung nutzt native CAD-Datensätze

Der Unterschied zu bereits kommerziell angebotenen Consumer AR-Lösungen ist die direkte Verwendung von nativen CAD Datensätzen für markerloses, modellbasiertes 3D Objekt-Tracking, heißt es. Damit unterscheidet sich die in Darmstadt entwickelte Software stark von existierender AR-Software. Um digitale Inhalte nahtlos und als Teil der Realität einzublenden, rekonstruieren gängige Computer Vision Verfahren die Umgebung des Nutzers nur grob aus der Situation heraus. Mit der Umgebung selbst oder mit Objekten interagieren die AR-Einblendungen aber nur bedingt. Lichtschwache Umgebungen oder dynamische Szenerien mit viel Bewegung sind im industriellen Umfeld eine Herausforderung für die stabile und präzise Objekterkennung und Verfolgung. »Hieran scheitern die meisten industriellen AR-Anwendungen. Mit unseren Technologien können wir dagegen die Inhalte präzise an die Objekte heranbringen«, erklärt Dr. Harald Wuest, Geschäftsführer bei Visometry.

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Technik soll neue Möglichkeiten eröffnen

Veränderungen am Objekt werden direkt während des Montageprozesses sichtbar, bewegliche Teile, wie Türen und Klappen, werden in Echtzeit verfolgt. Der Kontext wird passgenau erfasst, sodass augmentierte Inhalte während der Bewegung auf die Veränderung reagieren und stabil mitgeführt werden können. »Weil Entwickler von industriellen AR-Anwendungen ein stabiles Tracking auch bei wechselnden Beleuchtungssituationen brauchen, ist die Fraunhofer-Technologie so interessant. Visionlib ist eine universelle Tracking-Lösung die gleichzeitig robust, akkurat und einfach zu integrieren ist«, so Matthias Unbescheiden, Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IGD. »Durch die Lizensierung unserer Visionlib-Technologie an Visometry garantieren wir dem Markt den direkten Zugang zu unseren Technologien«.

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Start-up will Bildverarbeitung und CAD zusammen führen

Visometry ist ein Start-Up und Fraunhofer Spin-Off, das Augmented Reality Basistechnologien, Services und Speziallösungen anbietet. 2017 aus dem Fraunhofer IGD heraus gegründet, ist das Unternehmen zwar recht jung. Mit über 15 Jahren R&D-Hintergrund haben Gründer und Team jedoch langjährige Erfahrung in diesen Bereichen. Mit Visionlib bietet das Unternehmen Augmented Reality Tracking im industriellen Maßstab an: die Engine ermöglicht präzises »Multi-Objekt-Tracking« in einem automatisierten Workflow von CAD zu AR. Bildverarbeitung und CAD zusammenführen mit Fokus auf AR-Lösungen, die Industrien nach vorne bringen, gehören nach eigenen Angaben zum Leitbild des jungen hessischen Unternehmens.