Stärker, dichter, einfacher

Kabelführung Ein neues Verbindungssystem ermöglicht die zerstörungssichere Verkabelung. Das passende Werkzeug macht die Montage zum Kinderspiel.

21. Mai 2008

Die zuverlässige, unlösbare und dichte Konfektionierung von Leitungen etwa an Gehäusen, Geräten und Steckverbindern ist eine häufige Aufgabe beim Aufbau von Maschinen und Anlagen, die sich oft mit einer einfachen Kabelverschraubung lösen lässt. In einer zunehmenden Zahl von Anwendungen jedoch stoßen herkömmliche Kabelverschraubungen an ihre Grenzen. Dazu gehören beispielsweise vibrationsfeste Sensorik, dynamisch agierende Industrieroboter, lebensrettende Atemschutzausrüstungen sowie stark zug- und schwingungsbelastete Bahnfahrzeuge, Motoren und Triebwerke: In solchen Fällen sind höchste Dichtigkeit und Zugentlastung ebenso gefragt wie ein äußerst kompakter Aufbau der Verbindungstechnik. Darüber hinaus soll sich diese nicht mehr öffnen lassen und somit vandalensicher sein.

Genau auf diese Anforderungen abgestimmt ist das neue Verbindungssystem MatchClamp, das der Kabelführungsspezialist Pflitsch aus Hückeswagen im Bergischen Land jetzt auf der Hannover Messe vorgestellt hat. Anstelle einer Verschraubung wird bei dieser Lösung vor der Konfektionierung einfach eine Hülse über das Kabel geschoben und nach der Positionierung mit Pressbacken unlösbar mit dem Kabel verbunden. Ein eigens entwickeltes mobiles Elektrowerkzeug für diesen Pressvorgang ermöglicht dabei eine hochfeste Konfektionierung in Sekundenschnelle.

Wasserdicht bis 20 bar

Das System bietet die Schutzart IP 68 und ist damit dicht gegenüber den meisten Gasen sowie wasserdicht bis 20 bar, wie das militärische Forschungsinstitut in Schweden nach dem MIL-Standard getestet hat. Dies ermöglicht den Einsatz des Verbindungssystems zum Beispiel auch in den Atemschutzgeräten der Feuerwehr.

Für die sichere Führung von EMV-sicheren geschirmten Leitungen wird bei der Montage der Kabelmantel entfernt und das Schirmgeflecht nach hinten über den Kabelmantel gelegt. Zu Montage genügt es die Hülse soweit zu verschieben, bis sie Kontakt zum Schirmgeflecht hat. Eventuell überstehendes Geflecht wird entfernt, die Hülse positioniert und anschließend mit dem Werkzeug sicher verpresst.

Individuell und vielseitig

Passend für die jeweiligen Einsatzanforderungen und Kabel werden die Hülsen aus Aluminium, Messing, Kupfer, Edelstahl oder Titan ausgelegt. Ebenso sind leitfähige wie isolierende Oberflächen möglich. Realisiert sind sie derzeit für Kabeldurchmesser von zwei bis über 30 Millimeter. Da sich die Kabeldurchführungen bis 90 Grad biegen lassen, ergibt sich zudem ohne Mehraufwand ein stabiler und schlagfester Knickschutz.

Gegenüber einer herkömmlichen Standard-Kabelverschraubung gewährleistet die neue Verbindungstechnik neben einer hohen Abdichtung auch eine bis zu zehnfach höhere Zugentlastung von bis zu 500 Newton nach EN 50 262.

Hohe Dichtheit ohne Kleber

Das Produkt ist umweltverträglich, erfüllt die Anforderungen der RoHS-Richtlinie und benötigt weder Kleber noch andere Chemikalien, um die hohe Dichtigkeit und Zugentlastung zu erreichen. Zertifizierungen z. B. gemäß MIL-Standards mit Salzsprüh-, Luftfeuchtigkeits- und Temperatur-Schocktests unterstreichen die Zuverlässigkeit und Qualität der Lösung. In vielfältigen Installationen hat das Produkt bereits gezeigt, das es hält, was der Hersteller verspricht: So fliegt es beispielsweise in Experimentiergeräten durchs Weltall oder dichtet die Leitungen an Hochleistungsrobotern für die Reinraum-Fertigung.

Carsten Wohlrath, Pflitsch

FAKTEN

- Die Kabeldurchführungen und Steckergehäuse eignen sich für alle Leitungsarten, vom Glasfaserkabel bis zum Pneumatikschlauch

- Die Schutzart IP 68 gewährleistet Dichtheit unter härtesten Bedingungen

- Die individuelle Fertigung ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen für zahlreiche Anwendungsgebiete

Erschienen in Ausgabe: 03/2008