Standhafte Torwächter

Sicherheitstechnik – Die Schweizer M. Tanner AG setzt beim Sicherheitskonzept ihrer barrierefreien, tonnenschweren Kippvorrichtungen auf Lichtgitter sowie zwei konfigurierbare, sichere Kleinsteuerungen von Pilz.

19. März 2019
Standhafte  Torwächter
Die ersten Typ-3- Lichtgitter vom Typ PSENopt II von Pilz sind speziell für Anwendungen bis PL d nach EN/IEC 61496–1 ausgelegt. (Bild: Pilz)

von Martin Oertig, Pilz Schweiz

Leistungsstarke Streckblasmaschinen produzieren bis zu 85.000 Behälter pro Stunde. Bei solch hochgradig automatisierten Anlagen hat das Auge keine Chance, einzelne Prozessschritte oder Details zu fixieren. Der Weg von der sogenannten Preform über das Aufblasen bis zur final befüllten und transportfertig verpackten PET-Flasche ist darum sehr vielschichtig und komplex zu handhaben.

Wer wie die M. Tanner AG modular aufgebaute Zuführlinien für große Hersteller industrieller Abfüllanlagen baut, muss darum bei Tempo, Prozess- und Qualitätsvorgaben mithalten können. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Illnau beschäftigt weltweit über 60 Mitarbeiter. Es begann vor mehr als 40 Jahren mit der Konstruktion von Baugruppen für den Maschinenbau.

Heute ist die M. Tanner AG Komplettanbieter für ganzheitliche Lösungen im PET-Zuführbereich. Nach dem Motto »Alles aus einer Hand, in einem System« zählen dazu automatisierte Boxenbeladung sowie kundenspezifische Zuführ- und Förderanlagen für Preforms, die auf dem Weg zur Streckblasmaschine vielfältige Sortier-, Inspektions- und Reinigungsaufgaben ausführen.

Preforms sind wenige Zentimeter lange Rohlinge, die zu Tausenden in großen Transportboxen angeliefert werden. In diesem Produktstadium deutet nur das typische Schraubgewinde darauf hin, dass daraus einmal PET-Flaschen in unterschiedlicher Form und Größe werden. Die erste Aufgabe besteht darin, die Rohlinge dem Prozess zuzuführen. In der Praxis haben sich im ersten Schritt kippbare Boxen in unterschiedlicher Größe bewährt. Diese inklusive ihrer Fracht bis zu eine Tonne schweren Kippmulden werden in eine Vorrichtung gefahren, die den Inhalt anschließend über eine Hub-Drehbewegung in einen Auffangbehälter oder auf ein Zuführband schüttet.

Lichtgitter sorgen für Schutz

Um die Abläufe effizient zu gestalten, muss der Ladebereich einerseits frei zugänglich, aber mit Beginn des Hubvorgangs zuverlässig gesichert sein. Aus diesem Grund wird zur Absicherung des Kippbereichs ein Typ-3-Lichtgitter für Anwendungen bis PL d nach EN/IEC 61496–1 des Sicherheitsexperten Pilz aus Ostfildern eingesetzt. Ganz aktuell sind das die neuen, bis zu 50 g schockresistenten Lichtgitter PSENopt II. »Wir pflegen seit einigen Jahren eine enge Kooperation mit Pilz. Dieser zuverlässige Partner konnte uns frühzeitig das Typ-3-Lichtgitter für Anwendungen bis PL d zu einem fairen Preis anbieten. Wir wurden sehr gut beraten, haben das erste Set ausgiebig getestet und sind dabei geblieben«, betont Marco Tanner, CEO der M. Tanner AG.

Als Instanz für Sicherheit fungieren im Schaltschrank der Anlagen die konfigurierbaren sicheren Kleinsteuerungen PNOZmulti 2 beziehungsweise die Kompaktsteuerungen PNOZmulti Mini. PNOZmulti 2 überwacht über die Lichtgitter hinaus weitere Sicherheitsfunktionen wie etwa die codierten Sicherheitsschalter der Türen und Klappen, die Sicherungsbolzen sowie die Not-Aus-Taster.

Je nach Bedarf

Die Preform Lines von Tanner unterscheiden sich in ihrem Aufbau nach gestellter Anforderung: »Unsere Zuführanlagen bieten neben Auslegung, Sortierung und Grundinspektion je nach Bedarf ein breites Set an Prozessmodulen wie Soft-Handling, bodennahe Sortierung, ein einzigartiges Überkopf-Reinigungsverfahren, optionale Kamerainspektion sowie UVC-Bestrahlung«, erläutert Marco Tanner.

Auf einen Blick

Nah ran spart Platz ...

- Lichtgitter eignen sich grundsätzlich für den Einsatz in Situationen, die barrierefreie Sicherheitslösungen verlangen. Die kompakten Abmessungen und die einfache Installation der Lichtgitter von Pilz unterstützen ergonomisches Arbeiten.

- Die ersten Typ-3-Lichtgitter des Modells PSENopt II von Pilz sind speziell für Anwendungen bis PL d nach EN/IEC 61496–1 ausgelegt. Darüber hinaus sind auch Typ-4- Varianten für Anwendungen bis PL e gemäß EN/IEC 61496–1/-2 jederzeit verfügbar.

- Die Lichtgitter bieten die Variante Finger-, Hand- und Körperschutz und sind in Längen von 150 bis 1.800 Millimeter lieferbar. Advanced-Modelle bieten zusätzliche Funktionalitäten wie Muting, Blanking und Kaskadierung.

- Für platzkritische Anwendungen eignen sich die schmalen Lichtgitter PSENopt slim mit den Maßen 15,4 x 32,6 Millimeter. Durch ihre hohe Auflösung, die schnelles Abschalten ermöglicht, können die Lichtgitter nahe ran an den Gefahrenbereich, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Das führt am Ende zu schlanken Anlagenkonzepten mit reduziertem Platzbedarf.

www.pilz.de

In den Schaltschränken für die Anlagen seiner Preform Lines setzt der Anwender Tanner auf die vielseitig konfigurierbaren und bewährten Kompaktsteuerungen der Serie PNOZmulti Mini von Pilz. Diese kommen in nahezu allen Bereichen des Anlagen- und Maschinenbaus zum Einsatz. Damit lassen sich zahlreiche Sicherheitsfunktionen an einer Maschine oder Anlage sicher überwachen und bei kleineren Maschinen Standard-Steuerungsaufgaben wirtschaftlich lösen.

Die Software hilft

Entlang dieser Preform Lines überwacht PNOZmulti Mini verbreitete Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt, Schutztüren und Lichtgitter. Mithilfe der laut Hersteller sehr einfach zu bedienenden Konfigurationssoftware PNOZmulti Configurator sind die benötigten Funktionen schnell am PC erstellt, die fertige Konfiguration gelangt über eine USB-Schnittstelle auf die Chipcard des Basisgeräts.

Schnell umgestellt

Auf diese Weise lassen sich ganze Konfigurationssets in kürzester Zeit auf PNOZmulti-Mini-Basisgeräte anderer Preform Lines transferieren. Und das bietet Vorteile für Hersteller wie Betreiber gleichermaßen: »Unsere Kunden wissen, dass sie mit unseren Anlagen standardisierte Sicherheitslösungen mit einem hohen Maß an Zuverlässigkeit erhalten. Ein Mehrwert, den Betreiber und Bediener zu schätzen wissen«, ergänzt Geschäftsführer Marco Tanner.

»Bei Pilz haben wir schnell das passende Produkt gefunden.«

— Marco Tanner, CEO M. Tanner AG

Und das zeigt sich auch in der Praxis: Mit der Umstellung auf die robusten und schnell schaltenden Lichtgitter von Pilz in Kombination mit den frei konfigurierbaren multifunktionalen Kleinsteuerungen der Produktfamilien PNOZmulti hat die M. Tanner AG seinen Automatisierungsprozess standardisiert und effizienter gemacht. mk

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 8 bis 11