Starten statt warten

Technik konkret

Sanftstarter – Der Anlauf von Elektromotoren erfordert eine optimale Regelung des Motorstroms. Innovative Sanftanlasser bilden oft eine wartungsarme und kostengünstige Alternative zu Frequenzumrichtern.

29. April 2013

Ein wesentliches Element vieler elektrischer Antriebssysteme sind elektronische Sanftanlasser, mit denen sich Elektromotoren auch ohne den Einsatz teurer Frequenzumrichter nahezu ohne Strom- und Momentensprünge starten lassen, was den Materialverschleiß und zugleich die Wartungskosten verringert. Vorteile bieten sie nicht nur beim Einsatz an Motoren, die mit Nenndrehzahl und Nennlast laufen und bei denen Frequenzumrichter nur zusätzliche Energie verbrauchen, schließlich sind Sanftstarter nicht nur kostengünstiger, sondern verursachen auch nahezu keine Störstrahlung aufgrund der niedrigen Schaltfrequenzen im 50-Hertz-Bereich.

Vielseitiger Einsatz

Die Sanftanlassertechnologie umfasst heute ein Leistungsspektrum von 200 Watt bis 40 Megawatt bei Betriebsspannungen zwischen 220 Volt und 15 Kilovolt mit Startströmen von bis zu 14.000 Ampere. Mit Sanftanlassern lässt sich deshalb heute der Leistungsbereich für nahezu alle am Markt benötigten Antriebseinheiten abdecken. Aufgrund dieser Erweiterung des Leistungsspektrums steigen heute jedoch auch die Anforderungen an Sanftstarter. So kommen beispielsweise bei unstabilen Netzverhältnissen neuartige Steuerungsfunktionen mit Frequenzanpassungen zum Tragen. Eine integrierte Strombegrenzung ermöglicht eine exakte Definition der Netzbelastung. Mittelspannungs-Sanftanlasser mit Schiffszulassung erlauben den Einsatz zum Beispiel im Marine- und Offshore-Bereich, wo ständige Vibrationen und eine hohe Luftfeuchtigkeit die Geräte extrem belasten.

Die Königsklasse unter den Mittelspannungs-Sanftanlassern bilden die sogenannten Megastarter, die Kurzschlussströme von 40 Kiloampere und mehr bieten und hauptsächlich bei Öl- und Gasapplikationen zum Einsatz kommen. Für einen optimalen Einsatz genügt es jedoch nicht, einen Sanftanlasser gemäß den Leistungsanforderungen »von der Stange« zu nehmen, denn Sanftanlasser sind im Vergleich zu Umrichtern weitaus stärker von den physikalischen Eigenschaften eines Motors abhängig. Stattdessen müssen alle installierten Komponenten und ihre Auswirkungen aufeinander als Ganzes erfasst werden. Nur so kann bei der Projektierung der passende Sanftstarter für die vorhandene Antriebseinheit gefunden werden, um Ausfälle im Betrieb zu vermeiden, Kosten zu reduzieren und das Material zu schonen.

Der Sanftanlasser-Spezialist Igel Electric aus Sendenhorst im Münsterland bietet dazu alles aus einer Hand, angefangen bei der fachmännischen Projektierung über die Installation bis hin zur Wartung. Das Unternehmen besitzt weltweit die größte Produktpalette an Sanftanlassern mit allen Spannungs- und Leistungsebenen. Das Angebot reicht von OEM-Platinenlösungen mit VDE-Zertifizierung für den Einsatz in Hausgeräten bis hin zu Megastartern. Dazu kommen innovative Lösungen wie beispielsweise Mittelspannungs-Sanftanlasser ISA-CTS, der in herkömmliche Leistungsschalterkassetten passt und einen Einschub für alle Spannungen sowie alle Ströme bis 400 Ampere besitzt.

Jörg Westhoff,

Geschäftsführer Igel Electric GmbH,

Sendenhorst

Erschienen in Ausgabe: 03/2013