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Neuer Preis – Vorhang auf für den Deutschen Normteile Award! Es ist an der Zeit, Normteile ins rechte Licht zu rücken, sind sie doch die Basis fast jeder Anwendung und unverzichtbar für Konstrukteure.

18. Februar 2013

Oft konzentriert sich das Interesse im Maschinenbau auf die spektakulären Komponenten wie hochwirksame Antriebe, präzise Sensoren oder komplexe mechatronische Systeme. Dabei liegt das Wesen einer Maschine doch oft in den kleinen Elementen. Dazu gehören die Normteile wie Knöpfe, Griffe, Handräder, Spannhebel, Drehknöpfe, Rastbolzen, Schrauben, Muttern, Scheiben, Scharniere, Verriegelungen, Schaugläser, Gelenke, Verbinder, Lineareinheiten oder Haltemagnete.

Normteile sind also sehr vielfältig, leiden in der Regel aber unter mangelnder Beachtung der Öffentlichkeit. Das ist aber nicht gerechtfertigt. Durch die Normung in allen Einzelheiten sind diese Bauteile allgemein zu verwenden und untereinander auszutauschen. Es gibt feste Kataloge oder digitale Teilebibliotheken, auf die der Anwender schnell zugreifen kann. Das bringt enorme wirtschaftliche Vorteile.

In Summe sind das genügend Gründe, um Normteile prominenter darzustellen. Das dachten sich auch Jürgen Heimbach, Geschäftsführer des Teilemanagement-Anbieters Cadenas aus Augsburg, und Axel Weber, Marketingleiter des Normteilespezialisten Ganter aus Furtwangen. Die Idee für den Deutschen Normteile Award war geboren.

»Doch Normelemente an sich sind nicht unbedingt spannend und die Produkteigenschaften oftmals sehr ähnlich«, weiß Axel Weber. Darum mache es wenig Sinn, das Normteil des Jahres auszuloben. Die Kraft der kleinen Komponenten liege vielmehr in der Anwendung. »Darum rückt diese in den Vordergrund. Spannend ist, wie aus Normteilen interessante, äußerst wirtschaftliche, clevere und kreative Lösungen entstehen können. Vielen Unternehmen ist bewusst, wie viel wirtschaftlicher der Einsatz von Normelementen ist, als bedarfsorientiert Kleinstmengen selbst herzustellen.«

Jürgen Heimbach ergänzt: »Normteile haben einen Award verdient, weil man das Rad nicht zweimal erfinden muss. Für mich als Maschinenbau-Ingenieur ist es wichtig, die Kreativität beim Entwickeln wieder in den Vordergrund zu rücken. Norm- und Kaufteile senken dabei die Kosten massiv und entlasten den Ingenieur bei seinen Standardaufgaben.«

Kein Wunder, dass es schon vorher Aktivitäten in Richtung Anwendung gab, die auch die Ursprünge des Deutschen Normteile Awards sind. Im Konstruktionswettbewerb »Ganter-Cadenas-Challenge« riefen die beteiligten Unternehmen dazu auf, kreative Applikationen zu dokumentieren und einzusenden. Jürgen Heimbach: »Durch die Social Media kann jeder seine Erfahrungen und Ideen viel aktiver einbringen. Uns war es ein Anliegen, diese Kreativität an die Öffentlichkeit zu bringen und so haben wir die Challenges ausgeschrieben. Das Ergebnis sind interessante Anwendungsfälle rund um Normteile, durch die junge Ingenieure lernen und Know-how von ›alten Hasen‹ abschauen können.«

Impulse und Anregungen

Der Deutsche Normteile Award ist also ein logischer Schritt nach vorn. »Aus den Challenges hat Ganter ein positives Fazit gezogen, so dass wir ihnen eine langfristige Basis bieten wollten und der Gedanke einer jährlichen Auszeichnung von Normteilen aufkam«, sagt Axel Weber. »Da Ganter Kontinuität groß schreibt, soll es sich auf jeden Fall um eine mehrjährige Aktion handeln.«

Selbstverständlich erhofft sich Ganter aus den eingereichten Anwendungen auch neue Impulse und Produktideen für das tägliche Geschäft. Das geht auch Jürgen Heimbach so: »Wir hoffen auf eine Signalwirkung. Vorreiterunternehmen mit einem hohen Anteil an Standards in Ihren Konstruktionen sollen Unternehmen, die dem Thema aktuell noch keine Wichtigkeit beimessen, zeigen, dass ein hoher Anteil an Normteilen und Kaufteilen Kosten reduziert.«

Für Cadenas als Anbieter im Strategischen Teilemanagement mit dem Fokus auf Teilewiederverwendung, Standardisierung, Klassifikation und C-Teile-Management gebe es bei den Neueinsteigern viel Potenzial und Ausbaumöglichkeiten. Zudem möchte das Unternehmen seiner Rolle als Spezialist für die Reduzierung von Kosten im Einkauf und Engineering gerecht werden und neue Erfahrungen und Kontakte zu Unternehmen aufzubauen, die diese Philosophie leben und praktizieren.

Hochdotiert und verlockend

Um den Preis noch verlockender zu machen und ganze Entwicklungsteams zur Teilnahme zu motivieren, ist eine entsprechend lukrative Geldsumme ausgeschrieben: Dem Gewinner winken stolze 5.000 Euro. Der Zweitplatzierte kassiert immerhin 2.500 Euro und auch der Dritte geht mit 1.000 Euro nicht leer aus. Einen ähnlichen Wettbewerb gibt es bis jetzt nicht.

Der Gewinnerbeitrag muss für Weber eine kreative, clevere Applikation mit möglichst vielen Normelementen sein, die darüber hinaus auch noch adäquat dokumentiert ist. Jürgen Heimbach sieht das ähnlich: »Beim Deutschen Normteile Award wollen wir aufzeigen, dass Maschinen heute intelligent aus Standardkomponenten entstehen können und dabei auch innovative Ansätze zugrunde liegen. Eine Maschine mit einer hohen Anzahl von Standardkomponenten beschleunigt und vereinfacht nicht nur die Konstruktion, sondern macht diese auch kostengünstig und damit das Unternehmen wettbewerbsfähiger.«

Für die :K sind Maschinenelemente schon lange eine der Schlüsselrubriken. Faszinierend dabei ist genau die angesprochene Rolle als »Underdog«, denn oftmals leisten die verborgenen Komponenten den entscheidenden Beitrag für die technische Umsetzung und den erfolgreichen Einsatz einer Maschine oder Anlage. Gerne sind wir darum als offizieller Medienpartner beim Deutschen Normteile Award dabei.

Die Ausrichtung auf die Anwendung ist dabei ein entscheidendes und auch nutzbringendes Kriterium, denn im Laufe des Jahres sollen die Anwenderberichte aus den spannenden Challenges die Fachzeitschrift entscheidend bereichern.

Auf einen Blick

- 1894 als mechanische Werkstätte gegründet.

- Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Normelementen, 1912 erster Normteilekatalog.

- Hohe Verfügbarkeit, moderne Fertigung.

- Hoher Lagerbestand, straffes Logistikkonzept.

- Kundenspezifische Sonderanfertigungen.

Cadenas

- Gründungsjahr: 1992, rund 300 Mitarbeiter.

- Hauptsitz: Augsburg, 14 Standorte weltweit.

- Strategisches Teilemanagement PARTsolutions.

- Elektronische Produktkataloge eCATALOGsolutions zur Erstellung und Vermarktung.

- Alle wichtigen Informationen zur Teilnahme und zum Award finden sich unter

Erschienen in Ausgabe: 01/2013