Strukturen unter Kontrolle

Altair hat Componeering übernommen, einen finnischen Spezialisten für Compositesimulation. Deren ursprünglich für die Raumfahrt entwickelte Software Software wird auch in anderen Branchen genutzt, wo Verbundwerkstoffe zum Einsatz kommen.

29. September 2017

Atair hat mit der in Helsinki ansässigen Componeering Inc. den Entwickler der Software ESAComp übernommen. Der Name beruht darauf, dass die grundlegende Software für Analyse und Design von Faserverbundstrukturen in den 90er-Jahren im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur ESA entwickelt wurde. Die ursprünglich für die Raumfahrt vorgesehene Software wird heute auch in anderen Branchen genutzt, wie Flugzeug- und Fahrzeugbau, Verteidigung, Maschinen- und Druckbehälterbau sowie für Forschung und Ausbildung.

ESAComp wird benutzt von der Konzeptphase über das genaue Auslegen der einzelnen Materiallagen bis zur Verifikation. Viele Einzelheiten wie flache und gekrümmte Fasern, versteifet Lagen und Verbindungselemente bis hin zu Mikrostrukturen lassen sich dabei berücksichtigen. Ein wesentlicher Teil der Software ist die umfangreiche Materialdatenbank. Eine der Stärken der Software ist die Analyse von Aufwölbungsphänomenen, wie sie bei dünnen Strukturen im Flugzeugbau auftreten können. ESAComp berechnet die Deformationen, die dabei auftreten können.

Die Software ist einzeln verwendbar, hat aber auch Schnittstellen zu FEM-Programmen. Eine erste direkte Zusammenarbeit zwischen Altair und Componeering ergab sich, weil die Schweizer Ruag Space Daten zwischen Altair HyperWorks und ESAComp austauschen wollte. Diese Zusammenarbeit mündete in einer bidirektionalen Schnittstelle für Prä- und Postprozessor zwischen den beiden Anwendungen. Bei Altair soll ESAComp jetzt das Potenzial von HyperWorks für Composites wesentlich erweitern.