Strukturreform von unten

PLM - PLM beginnt mit der lückenlosen Kontrollierbarkeit und Integrität der Produktdaten, schlicht PDM. Mit einer Lösung wie PDMWorks wird dies verblüffend einfach. Der Grund: Die Software setzt dort an, wo Konstruktionsdaten entstehen - am Arbeitsplatz des Ingenieurs.

30. März 2005

Konstrukteure und technische Designer verstehen sich in erster Linie als Kreativarbeiter und nicht als Verwaltungskraft. Alles, was über ihre Kerntätigkeiten hinausgeht, wird als zusätzliche Belastung empfunden. Und der Druck steigt, je stärker die Enterprise-IT und übergeordnete Systeme für EDM, PLM, PPS/MRP, ERP oder SCM in die Konstruktion drängen. Dahinter stehen häufig Vorgaben der Arbeit- und Auftraggeber: Sie haben immer öfter die Beweislast auf ihrer Seite, sobald Nachweise, etwa in Fragen der Produkthaftung, zu erbringen sind.

Ordnung im Konstrukteursalltag

Dem Trend zu mehr Enterprise-IT haben sich viele PDM-Systeme angepaßt. Sie integrierten immer mehr klassische IT-Aufgaben zu Lasten ihres Fokus. Fast zwangsweise geht dabei der dynamische und flexible Charakter teamorientierter Arbeitsweise in der Konstruktion verloren. Daß Konstruktionsdaten eine Form der Organisation benötigen, steht außer Zweifel. Wer jemals vergeblich auf der Suche nach einer bestimmten Baugruppe war, die er für ein anderes Projekt erneut verwenden wollte, weiß wie zeitraubend und vor allem ärgerlich dies ist. Analysten gehen davon aus, daß immerhin sieben Prozent des Datenbestands eines Unternehmens verloren sind, da sie schlicht nicht mehr auffindbar sind. Die Frage nach dem Wie läßt sich aus mehreren Blickwinkeln beantworten. Microsoft Explorer und ähnliches reichen allenfalls für die Ablage verschiedener Dateitypen. Bei detailreicheren Konstruktionen und immer mehr involvierten Personen wird eine exakte Versionskontrolle und -historie unerläßlich und eine dedizierte PDM-Lösung zum ›Muß‹. Zudem erfordert eine wirklich gut organisierte Produktentwicklung umfassende Kontrollfunktionen zur Sicherung der Datenintegrität. PDM sollte die Anforderungen der Konstrukteure ebenso erfüllen können wie übergeordnete Interessen. Diesen Spagat schafft Workgroup-Datenmanagement oft besser als an Enterprise-Maßstäben orientierte PDM-Lösungen. Der Grund: Eine PDM-Lösung für Konstrukteure muß einfach zu implementieren, leicht zu erlernen und simpel zu bedienen sein. Die Verbindung zu über- oder nachgeordneten Systemen läßt sich über Schnittstellen für den Datenaustausch lösen. SolidWorks verfolgt diesen Ansatz konsequent mit PDMWorks. Workgroup-Datenmanagement bietet allen internen und externen Mitgliedern einer Arbeitsgruppe lokal oder remote Zugriff auf einen zentralen Vault oder Tresor. Die zentralisierte Datenhaltung vermeidet replizierte Daten und erlaubt eine standort­übergreifende Arbeitsweise. Konstruktions­leistung findet heute an mehreren Orten gleichzeitig statt und wird nicht nur zu Spitzenzeiten extern zugekauft. Ökonomisch sinnvolle Arbeitsweisen, wie das Concurrent Engineering mit seinen parallel laufenden Prozessen, sind ohne PDM nicht umsetzbar. Voraussetzung dafür sind Regeln für das gleichzeitige Arbeiten an Dokumenten und Baugruppen. Änderungen dürfen nicht überschrieben werden oder verlorengehen. Um den autorisierten Mitgliedern der Arbeitsgruppe die aktuelle Nutzung transparent zu machen, helfen visuelle Informationsmechanismen wie Messaging oder Abbildungen der Änderungen. So ist jeder Nutzer stets darüber informiert, wer welches Teil einer Baugruppe bearbeitet und ob etwas geändert wurde. Zeit- und kostenintensive Fehler wie überschriebene Daten oder falsche Produktionsfreigaben sind so vermeidbar.

Effizientes Datenmanagement

Verbesserte Produktivität, Design-Wiederverwendbarkeit und Kommunikation sind die wichtigsten Vorteile eines effizienten Datenmanagements. Die Benutzerfreundlichkeit der Lösung spielt dabei eine wesentliche Rolle. PDMWorks-Funktionen wie die Ausführung aller PDM-relevanten Aktionen direkt aus der gewohnten CAD-Umgebung heraus zählen hier ebenso dazu wie die flexible Einbindung anderer Applikationen etwa über das Anstoßen der Ausführung externer Applikationen, die Übergabe von Informationen an ein PPS-System oder auch Benachrichtigungsdienste für das Abarbeiten von Freigabeprozessen. Um die Produktentwicklung lückenlos und vor allem schnell nachvollziehen zu können, wird jede Aktivität chronologisch dokumentiert und mit Angaben unter anderem zum Nutzer, zum Datum und zur Zeit gespeichert. Der Nutzer sieht auf einen Blick alle wichtigen Informationen zu Daten, Besitzrechten, Versionen, Revisionshistorie und Lebenszyklus. Einzelne Stadien der Produktentwicklung sind somit ebenso exakt nachvollziehbar wie die ehemals involvierten Konstrukteure. Selbst Verweise auf andere Dokumente oder Komponenten enthalten daher Angaben zu Name, Nummer, Beschreibung und Ver­sion. Extrem hilfreich ist es zudem, wenn das PDM-System mit Hilfe von Verwendungsnachweisen mehrfach verbaute Standardkomponenten erkennt. Steht hier eine Änderung an, muß sichergestellt werden, daß bereits verbaute Komponenten in ihrem Urzustand erhalten bleiben. So wird auch die Wiederverwendbarkeit von Konstruktionen erleichtert. Ist bekannt, welche Teile oder Baugruppen bereits existieren, muß das Rad nicht neu erfunden werden. Im Idealfall genügt ein Mausklick, um 100 Prozent Zeit und Kosten zu sparen. Die Dokumente eines bestehenden Projekts lassen sich einfach kopieren und wiederverwenden. Dasselbe gilt für Altdaten in 2D und 3D oder für Daten aus anderen CAD-Systemen. Plug-Ins, die das direkte Laden aus beispielsweise AutoCAD oder Mechanical Desktop erlauben, steigern die Verwendbarkeitsrate. Einen Blick wert ist auch die Art und Weise wie eine PDM-Lösung mit firmenspezifischen Prozessen und ihren Bezeichnungen umgeht. Vorzugsweise sollte sich der Workflow oder Lebenszyklus in der Produktentwicklung an den Sprachgebrauch eines Unternehmens individuell anpassen lassen und nicht umgekehrt. PDM fördert die Kommunikation. Andere Mitarbeiter, etwa aus dem Marketing oder Vertrieb, erhalten mittels Client-Software Einblick in die Produktdaten. Über ein Web Portal haben auch Partner, Zulieferer oder sogar Kunden die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der Produktentwicklung zu informieren.

Frauke Stautner

Erschienen in Ausgabe: 02/2005