Studenten konstruieren erstmals Elektrorennwagen

Vom 4. bis 8. August 2010 treffen sich 96 Hochschulteams aus der ganzen Welt zur Formula Student Germany (FSG) am Hockenheimring. Die Studierenden messen sich nicht nur in Rennwagen mit klassischen Verbrennungsmotoren, sondern treten dieses Jahr erstmals in einem neuen Wettbewerb mit Elektrofahrzeugen gegeneinander an.

10. Februar 2010

Bei der weltweit ersten Formula Student Electric (FSE) heißt die Aufgabenstellung an die Studenten, einen konkurrenzfähigen Rennwagen zu konstruieren, der ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben wird. 18 Startplätze stehen beim Rennen insgesamt zur Verfügung. „Vom Interesse und Engagement der Studierenden sind wir überwältigt", sagt Tim Hannig, Chairman der Formula Student Germany (FSG) und Vorsitzender des FSG e.V. Ursprünglich waren nur zwölf Startplätze angedacht, doch jetzt haben die Organisatoren aufgrund des großen Interesses erhöht. „Gerade vor dem Hintergrund steigender Benzinpreise ist der Wettbewerb ein zukunftsweisendes Projekt", ergänzt Hannig. „Denn die Nachwuchsingenieure von heute sind die Innovatoren von morgen, um Mobilität nachhaltiger zu gestalten."

Aus Deutschland sind elf Teams der Universitäten RWTH Aachen, TU Berlin, FH Zwickau, FH München, Universität Stuttgart, KIT Karlsruhe, DHBW Mosbach, FH Köln, FH Deggendorf, FH Diepholz und FH Wilhelmshafen bereits angemeldet. Aus dem Ausland kommen sieben weitere Teams, von der Universität Hatfield (GB), der TU Delft und der TU Eindhoven (NL), der TU Bratislava (SK), der TU Graz (AT) und der ETH Zürich (CH).

Neben der Formula Student Electric findet dieses Jahr auch wieder der Wettbewerb mit Verbrennungsmotoren statt. 78 Teams aus 21 Ländern gehen hier insgesamt an den Start. Mit dabei sind neben 40 Hochschulen aus Deutschland auch Teams aus Spanien, Ägypten und Australien. „Mit den beiden Wettbewerben möchten wir dem Ingenieurnachwuchs die Chance geben, bereits während des Studiums wertvolle professionelle Erfahrungen für das spätere Berufsleben zu sammeln", betont Dr. Ludwig Vollrath vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), der den Wettbewerb ausrichtet. Alle zur FSG angemeldeten 78 Teams sowie die 43 Teams auf der Warteliste sind auf www.formulastudent.de gelistet.

Ziel des Wettbewerbs ist es, den studentischen Nachwuchs aktiv zu fördern, um langfristig dem Ingenieurmangel zu begegnen. Zukunftssicherung durch Nachwuchsförderung ist die Devise. Die Anforderungen an die Studenten sind hoch: In Eigenregie müssen sie einen Rennwagen planen und bauen. Dabei sammeln die jungen Ingenieure praktische Erfahrungen und optimieren ihr Rüstzeug für den Berufseinstieg. „Die Studierenden eignen sich neben fachlichem Know-how in Konstruktion und Betriebswirtschaft vor allem die so genannten Soft Skills an. Diese Mixtur aus Fach- und Sozialkompetenz zeichnet den Wettbewerb aus und macht die Teilnehmer zu attraktiven Arbeitnehmern für die Industrie", erläutert Vollrath. Das Konzept überzeugt nicht nur die Studenten, sondern auch die Industrie. Mittlerweile sponsern Audi, BMW, Bosch, Brunel, Continental, Daimler, die Dekra, Henkel, die IAV GmbH, Mahle, Solid Works, Tognum sowie VW und ZF den Wettbewerb.