System in Gefahr?

Drehdurchführungen - Strangussanlagen sind ein hartes Pflaster für Maschinenelemente. Wie lassen sich unter diesen Bedingungen die Lebenserwartungen solcher Verschleißteile verlängern? Eine neue Generation von Drehdurchführungen schränkt das Ausfallrisiko ein.

31. Mai 2006

In Stranggussanlagen herrschen insbesondere für Drehdurchführungen extrem harte Umgebungsbedingungen: Das durchströmende Kühlwasser ist von sehr schlechter Qualität, zumeist ungefiltert, führt es Partikel mit sich, die eine abrasive Wirkung in der Drehdurchführung entfalten. Daneben setzt sich Schmutz aus der Umgebungsluft auf Anlagenteilen ab und wird an rotierenden Teilen leicht in die Anlagen eingebracht. Und zuletzt gibt es noch die mechanischen Belastungen, die auf das System ›Walze-Drehdurchführung‹ wirken, wie zum Beispiel nicht 100%ige Fluchtung von Komponenten.

Diese Faktoren begrenzen die Lebensdauer einer jeden Drehdurchführung, sie wird dadurch zum ausgesprochenen Verschleißteil.

Ein weiterer harter Faktor ist, beim Kunden möglichst die Kosten zu reduzieren. Es gilt also, Maschinenstillstände zu vermeiden und Wartungskosten so niedrig wie nur möglich zu halten. Als Spezialist für Drehdurchführungen setzt Deublin genau an diesen Punkten an. Die

Lebensdauer einer Drehdurchführung soll maximiert werden und die Kosten für Reparatur oder Austausch sollen verringert werden.

Für diese Anforderungen hat Deublin die Serie 2400 vom Grundkonzept wie ihre Vorgängermodelle konstruiert, als eine in die Welle montierte Drehdurchführung, deren Rotor in einer langen Lagerbuchse geführt wird.

Gebündelte Finessen

Die Abdichtung erfolgt im bewährten Stil über druckausgeglichene mechanische Gleitdichtringe aus Siliciumcarbid gegen Siliciumcarbid. Der technische Aufbau und die Kombination der Dichtringe gewährleisten ein konstantes Drehmoment sowie hohe Standzeiten bei bekannt schlechten Wasserqualitäten. Eine Drehdurchführung der Serie 2400 bündelt die ausgefeilten technischen Finessen der Serien 2000 und 4000 mit den jüngsten Neuerungen aus der Deublin-Konstruktion. So wurde das gesamte Innenleben der Serie 2400 massiv optimiert und vereinfacht. Das Deublin-Baukastenprinzip bringt dem Anwender nun den Vorteil, auch bei der 2400er auf 100.000fach geprüfte Bauteile zurückgreifen zu können. Besonderes Augenmerk hat das Unternehmen darauf gelegt, Schmutzeinlagerungen in der Drehdurchführung und deren Abrasions-/Korrosionswirkung mittels des neuen Aufbaus und verwendeter Materialien zu minimieren. Außerdem sind alle Komponenten mit ›definierter Flexibilität‹ ausgelegt, die sowohl kleinere Fluchtungsfehler als auch Abnutzung ausgleicht, ohne die Dichtfähigkeit zu beeinflussen.

Wartung in wenigen Minuten

Des Weiteren weisen diese Drehdurchführungen neue Abdichtungen auf, die zum einen Schmutzeintrag aus der Umgebung verhindern, zum anderen die Wartung im Feld erleichtern. Selbst für Personal mit geringer Qualifikation ist eine Wartung neuerdings innerhalb weniger Minuten zu bewerkstelligen. Ganz wichtig war jedoch, eine volle Gehäusekompatibilität zur Serie 2000 beizubehalten. Berüchtigte Wechselkosten durch den Umstieg auf die neue Generation entfallen somit.

Jörn Jacobs

FAKTEN

- Drehdurchführungen der Serie 2400 sind in eine Welle montiert. Der Rotor wird in einer langen Lagerbuchse geführt.

- Abgedichtet werden die neuen Drehdurchführungen über Druckausgeglichene mechanische Gleitdichtringe aus Siliciumcarbid gegen Siliciumcarbid.

Erschienen in Ausgabe: 04/2006