Systeme auf dem Prüfstand

Moderne Anlagen und Fahrzeuge beinhalten immer mehr Systeme, die sich gegenseitig nachteilig beeinflussen können. In Kaiserslautern haben Forscher ein Simulationssystem entwickelt, das solche Wirkungen aufzeigen soll. Das System wird gerade auf der CeBIT vorgestellt.

20. März 2017

Ein neues Simulationssystem soll zukünftig helfen, das Zusammenwirken von komplexen Systemen aus Soft- und Hardware zu analysieren. Ingenieure müssen bei der Entwicklung von Fahrzeugen, Flugzeugen und Anlagen immer mehr Sensoren, Aktoren und Controller integrieren. Die Maschinen haben zunehmend softwaregesteuerte Funktionen - die sich im Zuge von Updates ändern können. Dabei müssen die Ingenieure gewährleisten, dass die Hardware und Software reibungslos zusammenarbeiten.

"Dies wird mit neuer Hard- und Software jedoch immer komplexer“, sagt Matthias Jung, Doktorand am Lehrstuhl für Entwurf Mikroelektronischer Systeme von Professor Dr. Norbert Wehn an der TU Kaiserslautern. „Es gibt unzählig viele Möglichkeiten, solche Systeme miteinander zu kombinieren. Dabei muss auch immer die Frage beantwortet werden, ob die Technik mit den gewünschten Anforderungen fehlerfrei läuft.“ Entwickelt haben das System federführend Dipl.-Ing. Matthias Jung und Dr. Thomas Kuhn vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE,  ebenfalls in Kaiserslautern. „Wir können hiermit verschiedenste Szenarien durchrechnen, sei es für bereits bestehende Systeme oder für neue Varianten“, so Dr. Kuhn. „Außerdem können wir in unserer virtuellen Plattform zum Beispiel Software und Hardware testen, die es noch gar nicht gibt.“

 

Die Forscher stellen ihr System großen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung. Besonders zum Test von Embedded-Systemen und sicherheitskritischen Funktionen bietet sich die Simulationsumgebung an. Es wird vorgestellt auf der CeBIT am Forschungsstand Rheinland-Pfalz in Halle 6, Stand C17.