Teamwork zählt

Konstruktionsmanagement

Fertigungssoftware – Bei der Softwareentwicklung ist die enge Zusammenarbeit von Anbieter und Kunde das A und O für den Erfolg und Garant für einen langfristigen Mehrwert.

19. März 2014

Die Einbindung des Anwenders ist heute ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Softwareentwicklung. Wird dieser Aspekt nicht berücksichtigt, erfüllt eine Software die Erwartungen der Nutzer nur teilweise oder gar nicht. Will ein Anbieter innovativ und wettbewerbsfähig sein, stellt er den Kunden und seine Anforderungen in den Mittelpunkt jeder Entwicklung. Diese Maßnahme ist ein wichtiger und unerlässlicher Schritt zur ständigen Qualitätsverbesserung der Software und damit auch ein ganz wesentlicher Beitrag für Kundenzufriedenheit und -bindung.

Die Weiterentwicklung von Softwarelösungen setzt sich zum einen aus kundengetriebenen Adaptionen zusammen, die Eingang in die bestehende Lösung finden, und zum anderen aus Adaptionen aus dem Produkt- und Ideenmanagement des IT-Herstellers. Ein weiterer Treiber in der Entwicklung von Software ist der Fortschritt in der technologischen Basis. Was von alledem tatsächlich den Weg in die Software findet, entscheidet aber das Produktmanagement des Softwareanbieters.

Individuell ist auf dem Vormarsch

Im Optimalfall werden Kundenanforderungen innerhalb der Standardanwendung umgesetzt, aber individuelle Versionen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Neue Anforderungen der Nutzer spezifizieren in der Regel die Produktmanager, die diese dann als Dienstleistungsprojekt ausschreiben. Mit der Umsetzung muss sich ein möglichst universelles Einsatzgebiet abdecken lassen und eine große Kundengruppe davon profitieren. Gegeben sein sollte eine sinnvolle Einbettung der betreffenden Funktion in die bestehende Software. Es ist ratsam, bereits bestehende Ansätze zu erweitern und Parallelentwicklungen zu vermeiden.

Wenn Softwareanbieter ihre Weiterentwicklungen standardmäßig zu festen Bestandteilen der Software machen und diese damit allen Anwendern zur Verfügung stellen, übernehmen auch andere Kunden diese neuen Funktionen. Dadurch ist bald der Punkt erreicht, an dem sich die eigenen Adaptionen von selbst weiterentwickeln, Funktionalität und Qualität der Software können sich kontinuierlich verbessern. Neben diesem direkten Nutzen kann sich für den Kunden als Mehrwert eine langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit ergeben.

Bevor dieser sich aber festlegt, sollte er die Release-Politik des IT-Anbieters betrachten. Sie regelt die Art und Weise, wie das Unternehmen Weiterentwicklungen handhabt und in welcher Form diese Eingang in die bestehende Software finden. Diese Strategie variiert je nach Anbieter teils gravierend und der Kunde sollte sich ausreichend versichern, auf was er sich einlässt.

Eine gute Release-Politik sollte die kundenindividuellen Adaptionen standardmäßig in einem einzigen Softwarestamm zusammenführen. So sind die Anwender ohne Re-Invest immer auf dem letzten Stand einer intensiv getesteten Software und haben ein Produktportfolio im Einsatz, das sich permanent weiterentwickelt. Eine solche Release-Politik sichert den Kunden ein stabiles und einwandfreies Produkt bei gleichzeitig höchstmöglicher Flexibilität. Diese Flexibilität bleibt gewährleistet, wenn in der Projekteinführungsphase das Customizing über Parametereinstellungen erfolgt und dadurch das System weitreichend an die Anforderungen des Kunden angepasst wird. Dank standardisierter Einstell-Sets kann die Einführung schnell erfolgen.

Auch die Verfügbarkeit steigt und Entwickler lassen sich flexibel einsetzen. Im Idealfall gibt es für jedes Softwaremodul mehrere Beteiligte, die parallel an Adaptionen arbeiten können. Mit klaren Vorgaben, wie zu entwickeln ist, wie Programme aufzubauen sind, welche Designvorgaben einzuhalten sind und wie die Abläufe für Versionierung, Dokumentation und Tests aussehen müssen, schafft der IT-Hersteller eine standardisierte Vorgehensweise. Durch eine homogene Entwicklungslandschaft können sich die Entwickler besser vertreten und sie sind immer in der Lage, die Standardsoftware weiter zu entwickeln – unabhängig davon, welcher Kunde dahinter steht. Single-Source-Besetzungen, durch die sich kundenindividuelle Entwicklungen nicht mehr zusammenführen lassen, sind so nicht mehr möglich. Auch bleibt das Tätigkeitsfeld für den einzelnen Entwickler abwechslungsreich und er kann seine Kompetenzen ständig vergrößern.

Dokumentation als Säule

Eine qualitativ hochwertige Softwareentwicklung erfordert die lückenlose Dokumentation vom Design bis zum Test. Die Dokumentation im Programmcode ist dabei genauso wichtig wie eine Änderungshistorie oder die Erstellung von Einführungshinweisen. Mit diesen Methoden wird die einfache und schnelle Einführung beim Kunden unterstützt und die interne Testabwicklung vereinfacht.

Zu diesem Themenfeld zählt auch die Anwender-Dokumentation, die in Form einer Maskenhilfe genauso zur Verfügung stehen sollte wie als themenorientierte Parametrierung. Dahinter verbirgt sich eine Online-Vorgehensweise, die anhand von Themen die Zusammenhänge der Funktionen erklärt und gleichzeitig die für das Customizing notwendigen Einstellungsmöglichkeiten anbietet. Wird die Dokumentation aus dieser themenorientieren Parametrierung aufgerufen, sind die aktuellen Kundeneinstellungen automatisch in der Dokumentation enthalten. Da die aktuelle Dokumentation beim Kunden immer sichergestellt ist, können unterschiedliche Betreuer ohne viel Übergaben schnell Kundensupport leisten.

Die Planung der Personalressourcen rückt seit der Wirtschaftskrise 2008 bis 2011 und dem damit verbundenen Personalabbau für viele Unternehmen immer stärker in den Fokus. Denn einerseits kann die Ressource Mensch einen Engpass darstellen, andererseits sind Ressourcen natürlich immer ein Kostenfaktor, der optimal und kostenbewusst eingesetzt werden muss. Die Planung von Arbeitskräften ist daher noch wichtiger geworden als sie es ohnehin schon war.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der damit zusammenhängenden Marktveränderungen hat der Softwarespezialist Industrie Informatik aus Linz für sein Manufacturing Execution System (MES) Cronetwork das Modul »Arbeitsplatz-Schichtplanung« entwickelt – und zwar gemeinsam mit Buntmetall Amstetten aus Österreich, einem Hersteller von Halbfabrikaten und Fertigteilen. Gemäß dem Konzept einer Standardsoftware und der besonderen Releasepolitik wurde es in den bestehenden Softwarestamm integriert und stand allen Anwendern kostenfrei und mit gültiger Lizenz unmittelbar zur Verfügung.

So profitieren auch andere Kunden von dem neuen Softwaremodul, unabhängig von Branche und Größe des Unternehmens. Es kommen im Verlauf viele weitere praxisgetriebene Inputs hinzu, so dass die Personaleinsatzplanung heute ein mächtiges Modul darstellt, das in vielen Branchen erfolgreich im Einsatz ist.

Auf einen Blick

Industrie Informatik

- Die 1991 gegründete Industrie Informatik hat sich mit dem Manufacturing Execution System (MES) Cronetwork auf die integrierte Unterstützung von Produktionsabläufen spezialisiert.

- Das Unternehmen unterhält Standorte in Linz, Riegel bei Freiburg und Shanghai.

- Als Bindeglied zwischen ERP-System und Produktion bettet sich Cronetwork in die IT-Infrastruktur ein.

- Besonderes Augenmerk liegt bei der Entwicklung auf weltweit gültigen technologischen Standards, um für die Kunden eine langfristige Investitionssicherheit zu garantieren.

- Bereits 300 Installationen in Europa.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014