Technologie für alle Lagen

Linearführung - Für viele Komponentenlieferanten ist die Produktion für Hersteller von Medizintechnik eine große Aufgabe. Nicht nur wegen der besonderen Anforderungen an die Qualität, sondern auch auf Grund des hohen Anspruchs an den Komfort.

09. Oktober 2006

Eine der größten Herausforderungen für Magnetresonanzgeräte in Kliniken ist die Stellung der Patienten. Nicht nur wegen des besonderen Untersuchungsverfahrens. Das Kernstück eines Magnetresonanzgeräts ist ein großer Magnet, der sich rund um die Öffnung befindet. Mit diesem Untersuchungsgerät können Bilder durch alle Ebenen des Körpers erzeugt werden, ohne den Patienten schädlichen Röntgenstrahlen aussetzen zu müssen.

Bequemes Behandeln

Für präzise Untersuchungsergebnisse spielt die Patientenpositionierung eine entscheidende Rolle. Zusätzlich soll dem Patienten die Untersuchung so angenehm wie möglich gestaltet werden. Daraus ergeben sich bestimmte Anforderungen an die Patientenliege. Nachdem sich der Patient auf die Liege gelegt hat, fährt diese in Position, um anschließend in das Gerät geschoben zu werden. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, den Anteil an magnetischen Werkstoffen so gering wie möglich zu halten. Magnetisches Metall würde nämlich die Magnetstrahlen während der Bewegung beeinflussen. Für die Hubbewegung der Patientenliege suchte man deshalb nach einer Linearführung, die folgende Kriterien erfüllt: Geringe Beeinflussung des Magnetfelds, leichte und platzsparende Bauweise, Aufnahme aller auftretenden Belastungen, exakte Positionierung der Patientenliege im Magnetfeld, geräuscharme Hubbewegung und absolute Wartungsfreiheit. Eine Lösung für diese Reihe von Anforderungen bot die antimagnetische Version der Aluminium-Rollenführung von Franke.

Die Amagnetische findet überall dort Einsatz, wo magnetisches Material störenden Einfluss auf den Arbeitsablauf bzw. in diesem Fall auf die Bildqualität des Untersuchungsergebnisses hat. Das Aalener Unternehmen setzt hier auf die Aluminium-Rollenführung der Serie FDC/FDD. Die Führungsschienen bestehen aus einem leichten Aluminiumprofil mit eingelegten Laufdrähten aus Duratherm oder Niro-Werkstoff. Rollenschuhe und Platte bilden die Führungskassette, die ebenfalls aus Aluminium besteht. Auf die Kassette wirken hohe Momente - im Führungssystem wurden daher Nadellager aus Stahl eingebaut. Durch die gute Isolationswirkung des Aluminiumgehäuses hat der geringe Anteil an magnetischem Stahl keinen Einfluss. Die nadelgelagerten Laufrollen der Führung sind kreuzweise hintereinander angeordnet, wodurch allzu große Belastung und Reibung vermieden werden. Durch die vier x-förmig angeordneten Laufbahnen werden alle Belastungen bestmöglich aufgenommen und eine spielfreie Führung der Kassette erreicht. Reibung wird zuverlässig bei kleinem Bauraum minimiert. Es entsteht ein gleichförmiger Schiebewiderstand und ein besonders leiser und leichter Lauf der Patientenliege.

Robust und wartungsfrei

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Medizintechnik ist ein schmiermittelfreies System. Die Lager der Führungen sind deshalb seitlich abgedichtet, und durch die geschlossene Bauform wird der Austritt von Schmierstoffen verhindert. Auch in einem neu entwickelten OP-Tisch kommt Franke-Technik zum Einsatz. Wälzlager sitzen im Fuß der Tische und dienen dort zum manuellen Drehen. Die Lager bieten vor allem durch das spezifische Prinzip der 4-Punkt-Geometrie die entscheidende Lösung: Die Laufringe der Lager werden in einem eigens von Franke entwickelten Schleifverfahren mit einer Laufbahn versehen, die dem Kugeldurchmesser angepasst ist. Die Kugeln werden dadurch optimal geführt, die Tragzahlen werden erhöht und Belastungen gleichmäßig aufgenommen.

Bei der Anwendung in Krankenhäusern und Reinräumen können zudem aggressive Lösungen dazu führen, dass Komponentenaus Stahl korrodieren. Durch die Ausführung des Lagergehäuses, der Laufringe und Kugeln aus Niro-Stahl, besteht dieses Problem nun nicht mehr.

Vanessa Gass, Franke GmbH

Erschienen in Ausgabe: 07/2006