Technologietag bei Röhm

Kürzlich veranstaltete der Spanntechnik-Spezialist Röhm seinen ersten Technologietag. Das Unternehmen konnte zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft willkommen heißen und stellte seinen Kunden und Interessenten neue Möglichkeiten in Sachen Werkstück- und Werkzeugspannung vor.

26. Juli 2011

Geschäftsführer Dr.-Ing. Michael Fried hob in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit der Restrukturierung im Unternehmen hervor. Deutliche Verbesserungen in der Termintreue wurden u. a. durch die Aufgliederung in sieben Segmente erzielt. Fünf davon verfügen über eine eigene Arbeitsvorbereitung und NC-Programmierung. Im Segment Bohrfutter sind darüber hinaus noch die Konstruktion und der Vertrieb integriert. Weitere Schwerpunkte sind der konsequente, fortschreitende Ausbau der Internationalisierung und des Vertriebskanals Handel. Im globalen Wettbewerb können Unternehmen in Hochlohnländern nur überleben, wenn sie ihren technologischen und qualitativen Vorsprung beibehalten und weiter konsequent ausbauen. Entwicklungen müssen heute genau auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet sein. Denn der Kunde ist nur bereit, für etwas zu bezahlen, was er auch wirklich braucht und was ihm vor allem einen Wettbewerbsvorsprung bietet. Neuerungen und Innovationen sind überlebenswichtig.

Über die Zukunft der Produktion referierte Prof. Reinhart, Experte für ressourceneffiziente mechatronische Verarbeitungsmaschinen: 7,7 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland entfallen auf die Produktion, weitere 7,1 Millionen sind von der Produktion abhängig. Berücksichtigt man allerdings die rückläufigen Geburtenzahlen, müssen sich die Unternehmen darauf einstellen, künftig mit weniger Personal zu produzieren. Er betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Automatisierung: Auch immer kürzer werdende Produktlebenszyklen erfordern diese, um gegen den enormen Preisdruck auf den Weltmärkten bestehen zu können. Außerdem muss eine schwindende Anzahl an Fachkräften kompensiert werden. Um dies zu erreichen, gilt es u.a. jetzt schon, Vorkehrungen am Arbeitsplatz zu treffen, damit die älter werdende Belegschaft noch jenseits des 60. Lebensjahres ohne Probleme die tägliche Arbeit leisten kann.

Prof. Lothar Späth betonte in seiner Rede die enorme Bedeutung des Mittelstandes. Mittelständische Unternehmen sind im Gegensatz zur Großindustrie besonders standorttreu. Diese „Bastelstuben für neue Ideen“ reagieren auf Herausforderungen vernünftiger als die Großindustrie. So ist die Verlagerung der Produktion ins Ausland dort eher eine Ausnahme und auf untergeordnete Massenprodukte begrenzt. Künftig werden sehr viel größere Anstrengungen nötig werden, um sich international behaupten zu können, da sich auch die Produktqualität immer weiter angleicht.

In ausführlichen Fachvorträgen referierten externe und interne Spezialisten über Neuheiten, Trends und Highlights im Bereich der Spanntechnologie. So wurden Optimierungspotenziale in der Fertigung genauso beleuchtet wie durchdachte Sonderspannlösungen für alle Bereiche der Produktion. Betriebsführungen mit informativen Einblicken in die Fertigung rundeten das Programm schließlich ab.informativen Einblicken in die Fertigung rundeten das Programm schließlich ab.