Theatertechnik von Pfaff-silberblau

Pfaff-silberblau erneuert komplette Obermaschinerie des traditionsreichen Musical-Theaters im Herzen von St. Pauli

19. November 2007

Nur etwas mehr als drei Monate hatte die Pfaff-silberblau Hebezeugfabrik GmbH Zeit für den Generalumbau der Obermaschinerie des renommierten „Operettenhaus Hamburg“. Auftraggeber war „Stage Entertainment“, eines der führenden Unternehmen im internationalen Live-Entertainment, für das Pfaff-silberblau schon so manches anspruchsvolle bühnentechnische Projekt realisiert hat. 25 Tonnen Stahlbau, 7,5 Kilometer Spezialdrahtseil, 300 Drahtseilrollenböcke mit fast 700 Rollen und 27 Elektroseilwinden mit jeweils 900 Kilogramm Traglast installierten die Theatertechnik-Spezialisten aus Friedberg unter erschwerten Bedingungen in dem traditionsreichen Spielhaus auf der Reeperbahn. Jetzt sind die Umbauarbeiten abgeschlossen, und das Operettenhaus Hamburg strahlt vor der Weltpremiere des mit Spannung erwarteten Udo-Jürgens-Musicals „Ich war noch niemals in New York“ in neuem technischen Glanz.

Es war einer der bislang umfangreichsten Umbauten, den Stage Entertainment je für ein Musicaltheater in Auftrag gegeben hat. Das Operettenhaus Hamburg gilt als „Geburtsstätte des deutschen Musicals“, denn hier erlebte 1986 das Erfolgsmusical „Cats“ seine deutsche Erstaufführung. Für das aufwändige Hightech-Bühnenbild von „Ich war noch niemals in New York“ wurden modernste Seilwinden und Handkonterzüge eingebaut, der Schnürboden mit einem neuen Rollenboden versehen sowie die gesamte Obermaschinerie der Bühne auf den neuesten Stand der Theatertechnik gebracht.

In einem ersten Schritt entwickelten die Ingenieure von Pfaff-silberblau gemeinsam mit einem Hamburger Statikbüro ein Konzept für die Verstärkung des bestehenden Stahlbaus im Dach und die statische Verlagerung des Rollenbodens. Dabei galt es viele Details zu berücksichtigen, wie zum Beispiel die ungleich verteilte Belastung der Stahlkonstruktion über der Bühne, die bei Musicalaufführungen verstärkt im vorderen Bereich bespielt wird. Weiterhin galt es, die konstruktiven „Altlasten“ der bestehenden Aufbauten zu bewältigen. So wurde etwa der Bestandsstahlbau aufgrund seines Alters als nicht mehr schweißbar eingestuft, weshalb alle Verbindungen zwischen Alt- und Neubauten geklemmt oder verschraubt werden mussten.

Aufgrund der strengen zeitlichen Vorgaben begannen die Umbauarbeiten noch während der laufenden Theatersaison im Juni: Tagsüber waren die Techniker von Pfaff-silberblau über der Bühne des Operettenhauses im Einsatz, während am Abend das Künstlerensemble störungsfrei das beliebte Musical „Mamma Mia!“ aufführte. Bis zum Ende der Spielzeit im September war der Altbestand demontiert, der gesamte verstärkende Stahlbau eingebracht, alle Drahtseilrollenböcke an ihren Plätzen montiert, alle Seile verlegt sowie die diversen Sonderverlagerungen für punktuelle Verwandlungen eingebaut.

Im Anschluss wurden innerhalb von zwei Wochen sukzessive die 27 DELTA-Seilwinden von Pfaff-silberblau im Schnürboden installiert und in Betrieb genommen. Jede dieser praxisbewährten Winden wiegt circa 800 Kilogramm, die sicher oberhalb der Bühne montiert werden mussten. Sie werden dafür eingesetzt, das Bühnenbild und die Aufbauten der Spielfläche zuverlässig zu tragen und bei Bedarf schnell zu wechseln. Jede der zentral gesteuerten Seilwinden hebt ein Gewicht von maximal 900 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1,2 Metern pro Sekunde. Unterstützt wurden die Ingenieure von Pfaff-silberblau von der Firma Fülling & Partner, dem langjährigen Steuerungsbauer des Unternehmens, der für die bauseitige Steuerung verantwortlich war. Abgerundet wurden die technischen Aufbauten mit angepassten Laststangen an den Seilen der Winden für eine spezielle Aufnahme der Kulissen für die Uraufführung des neuen Musicals.

Am 2. Dezember 2007 heißt es dann „Vorhang auf“ für die Premiere des Musicals „Ich war noch niemals in New York“ im Operettenhaus Hamburg. „Special guest“ an diesem Abend: Die topmoderne Obermaschinerie von Pfaff-silberblau.