Tribo-SLS-Pulver übertrifft Brandschutznorm

Das 3D-Druck-Material Iglidur I3 von Igus hat die Brennprüfung nach FMV SS 302 bestanden. Bei den Tests lag der gemessene Brennwert rund fünf Mal niedriger als die maximal zulässige Höchstgrenze.

20. März 2018

Fahrzeugbrände im Innenraum entstehen vor allem durch unachtsamen Umgang mit Streichhölzern und Zigaretten, so entsprechende Untersuchungen. Gefragt sind daher Materialien, die eine geringe Zündfähigkeit und Flammenausbreitungsgeschwindigkeit aufweisen. Damit soll sichergestellt werden, dass durch eine erschwerte Entzündung und geringe Flammenausbreitung ausreichend Zeit gegeben ist, ein Fahrzeug auch bei hoher Geschwindigkeit anzuhalten und es rechtzeitig zu verlassen. Auch das Tribo-Polymer-Material  für das selektive Lasersintern, das SLS-Pulver iglidur I3, kommt als robuster Werkstoff in Fahrzeuginnenräumen zum Einsatz und hat jetzt die Brennprüfung nach FMV SS 302 bestanden.

Iglidur I3 überzeugt im internationalen Prüfverfahren

Das in den USA als Federal Motor Vehicle Safety Standard (FMV SS) 302 eingeführte Prüfverfahren beschreibt die Anforderungen an den Feuerwiderstand von Materialien, die in der Passagierzelle von Motorfahrzeugen verwendet werden, beispielsweise PKWs und LKWs. Ablauf: Ein waagerecht angeordneter Probekörper (Platte) mit einer durchschnittlichen Dicke von 2,02 mm wurde mit einem Bunsenbrenner bei einer Flammenhöhe von 38 mm beflammt. Danach wurde die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Flammen ermittelt. Der höchstzulässige Wert beträgt hier 4 inch/min beziehungsweise 102 mm/min. Das getestete Iglidur I3 wies im Schnitt eine Brennrate von lediglich 18,8 mm/min auf und erfüllt somit die Anforderungen um mehr als den Faktor Fünf.

Abriebfest und schnell verfügbar

Damit steht den Anwendern ein weiterer Vorteil zur Verfügung. Erreichen doch Iglidur I3-Bauteile durch den Druck im SLS-Verfahren eine äußerst hohe Festigkeit. Beim Lasersintern sind zudem praktisch keine Nacharbeiten an den gefertigten Teilen nötig, sie lassen sich direkt einsetzen, im Prototypenbau ebenso wie in der Serie. Dabei sind sehr komplexe Formen und eine hohe Genauigkeit der Bauteile für bewegte Anwendungen möglich. Im Testlabor bei Igus wurden Gleitlager aus dem 3D-Druck-Werkstoff bereits mit den bisher gängigsten Materialien für das selektive Lasersintern verglichen. Sowohl in der Schwenk- und der Rotations- als auch der linearen Bewegung waren die Teile mindestens dreimal abriebfester als die Vergleichsmaterialien. Darüber hinaus erübrigt sich die Lagerhaltung für Ersatzteile, und es müssen keinerlei Werkzeuge vorgehalten werden. Die gedruckten Teile sind vielmehr unmittelbar verfügbar. Dies gilt auch für Teile, die im Handel nicht mehr erhältlich sind, beispielsweise für den Einsatz im Trabant. Auch wer keinen eigenen 3D-Drucker besitzt, kann Iglidur I3 nutzen. Für diese Fälle bietet Igus einen 3D-Druckservice an. In kurzer Zeit bekommen Kunden ihre Bauteile ausgedruckt und geliefert: In ein bis drei Tagen sind die bestellten Teile verfügbar. Zum Ausdruck der Teile sind lediglich die Druckdaten als CAD-Modelle nötig.