Umweltfreundlich auf dem Rhein

Baumüller liefert elektrisches Antriebssystem für die MS Goblin, das erste Binnenschiff mit zwei Schrauben und serienmäßigem Hybridantrieb.

20. August 2013

Im Juli 2013 wurde die MS Goblin, das erste Binnenschiff mit zwei Schrauben und serienmäßig hybrider Antriebstechnik, offiziell getauft. Möglich wurde dieses Projekt durch die Zusammenarbeit von vier Unternehmen: Auftraggeber Vranken Beheer ließ das Schiff von der Schiffswerft Boost in Trier bauen, das Technische Installatiebureau Ochies B.V. und Koedood Dieselservice B.V waren verantwortlich für den Entwurf und die komplette Installation der Technik. Koedood Dieselservice vollendete den Bau und lieferte die Mitsubishi Schiffsdieselmotoren. Die Firma Baumüller Benelux B.V. stattete das Boot unter Verwendung von Baumüller-Torquemotoren und -Steuerungen mit der hybriden Antriebstechnik aus.

Auf dem 135 Meter langen, 11,45 Meter breiten und 1100 Tonnen schweren Binnenschiff MS Goblin wird Trockenladung, wie z.B. Mais, Sand, Kohle und Kiesel transportiert. Es wird eine feste Route auf dem Rhein zwischen Krefeld, Mannheim und Karlsruhe fahren und kann bei einer Ladung von 3550 Tonnen Kohle eine Geschwindigkeit von bis zu 22 km/h erreichen.

Jeder der zwei installierten Baumüller High-Torque-Motoren DST2 der Baugröße 400, die jeweils 9100 Nm/285 kW Leistung erbringen, treibt eine Schraubachse an. Durch die Möglichkeit, diese Motoren in Kombination mit dem Dieselmotor einzusetzen, der 634 kW erbringt, stehen vier verschiedene Fahrmodi zur Verfügung: elektrisch, elektrisch mit Dieselunterstützung, Diesel mit elektrischer Unterstützung und reine Dieselfahrt. Die verschiedenen Fahrmodi werden über eine Baumüller SPS angesteuert. Die präzise Ansteuerung sorgt erstens für die Synchronisation von Diesel- und Torquemotor und zweitens für das rechtzeitige Starten des Dieselgenerators. Daneben überwacht die SPS das gesamte System hinsichtlich Motortemperatur, Kühlwasser, Strom und Drehmoment. Diese Informationen werden sowohl an den Maschinenraum als auch an die Brücke durchgegeben.

Mit dem Baumüller Antriebssystem konnte der Kraftstoffverbrauch um rund 10 Prozent gesenkt werden. Auch der Kapitän des Schiffes ist begeistert von den Vorteilen des elektrischen Fahrantriebes, wie zum Beispiel der Geräusch- und Vibrationsarmut und vor allem dem Drehmoment, das besonders beim Anfahren und beim Manövrieren von Vorteil ist. Hier erwartet man neben der Energie- ebenfalls eine Zeiteinsparung.