Unbedenklicher Einsatz

Branche: Lebensmittel

Steckverbinder – Spezialsteckverbinder von Harting erhöhen die Anlagenverfügbarkeit in der Lebensmittelindustrie, denn sie verfügen über neue Schnittstellen, die für Einsätze im anspruchsvollen Bereich Food & Beverage optimiert sind.

18. März 2016

Eine optimale Fertigung nutzt die zur Verfügung stehende Produktionszeit maximal aus. Das gilt auch für die Lebensmittelindustrie mit ihren Bereichen Verarbeitung, Verfahrenstechnik und Verpackung. Gerade in der industriellen Lebensmittelverarbeitung aber sind die Ausfallzeiten besonders hoch. In vielen Produktionslinien überschreitet die jährliche Ausfallzeit 400 Stunden. Das verursacht erhebliche Kosten. Die Ausfälle führen zu Lieferverzögerungen, nachfolgende Aufträge geraten in Rückstand. Bis die Folgen der Unterbrechung bereinigt sind, bedarf es häufig vieler Managementeingriffe, Planumstellungen oder gar Veränderungen bei Vertriebsleistungen.

Für die Rentabilität von Unternehmen sind minimale Ausfallzeiten ein entscheidender Faktor. Die wesentlichen Zeitfresser sind die ungeplanten Ausfälle, aber auch geplante Wartungen, Rüstzeiten oder Reinigungsvorgänge reduzieren die Verfügbarkeit von Anlagen.

Der mit einer Wartungsstunde verbundene Anlagenausfall für den Betreiber kann je nach Auslastung Kosten von 5.000 bis 50.000 Euro verursachen.

Schnell und zuverlässig

Ein erfolgversprechender Ansatz, diese Kosten zu minimieren, kann im Einsatz von Steckverbindern bestehen: Immer wenn es um Tempo und Zuverlässigkeit geht, sind sie gegenüber fest verdrahteten Lösungen im Vorteil. Über Steckverbinder versorgte Endgeräte wie Motoren, Frequenzumrichter, Heizgeräte und Lüftungen lassen sich wesentlich schneller entkoppeln, austauschen oder warten als vergleichbare fest verdrahtete Geräte. Während das Schließen oder Lösen eines Steckverbinders maximal 30 Sekunden dauert, ist dies bei einer Festverdrahtung durchschnittlich rund eine Stunde. Eine Steckverbindung ist also um mehr als den Faktor 100 schneller. Dieser Zeitgewinn lässt sich zum Beispiel konkret bei einer Umrüstung von Mischbehältern für unterschiedliche Endprodukte umsetzen.

Auch die Ausfallzeiten durch eine Reinigung, für die elektrische Komponenten für jeden Vorgang getrennt werden müssen, lassen sich mit Hilfe von Steckverbindern verkürzen. Ein ständig bereitgehaltener Ersatz für eventuell ausfallende Geräte und Bauteile unterstützt dies.

Vorkonfektionierte Kabelstränge sind ein weiteres wichtiges Mittel im Kampf gegen Stillstandzeiten, wie sie etwa durch Verschleiß, den Umbau von Produktionslinien oder durch Inbetriebnahme neuer Maschinen entstehen können. Denn vorab montierte und komplett getestete Kabelbäume weisen eine wesentlich geringere Fehlerquote auf als manuell verdrahtete Lösungen. Jede Stunde Maschinenverfügbarkeit, die sich durch den Einsatz von Steckverbindern gewinnen lässt, bringt die erwähnte erhebliche Kostenreduktion mit sich.

Aufgrund der erhöhten Hygieneanforderungen war der Einsatz von Steckverbindern in der Lebensmittelkontakt- sowie in der Spritzzone bisher teils umständlich oder teils gar nicht realisierbar und zwar sowohl für Anlagenhersteller als auch für Betreiber. Daher sind der Vergangenheit Versuche, eine höhere Modularisierung in den Anlagen der Lebensmittelindustrie zu erreichen, oft an fehlenden passenden Steckverbinderlösungen gescheitert.

Hygiene ist alles

Darum hat Harting seine Steckverbinder der Baureihe Han F+B speziell für das Umfeld der Lebensmittelindustrie optimiert. Um Hygieneanforderungen entgegenzukommen, hält das patentierte Design vor allem große Radien ein und weist besonders glatte Oberflächen auf.

Das verwendete Material ist ein PP-Kunststoff, der resistent gegen Ecolab-zertifizierte Reinigungsmittel ist. Bei der Auswahl der Reinigungsmittel für die Materialtests wurde darauf geachtet, dass sie möglichst viele verschiedene relevante Bestandteile enthalten, um so ein möglichst großes Spektrum der in der Lebensmittelindustrie verwendeten Reiniger abzudecken.

Die Steckverbinder der F+B Reihe sind so konzipiert, dass sich auf der Oberfläche und an den Kanten keine Schmutznester bilden können. Ihr Design verhindert somit die Anhaftung von Bakterien und die Kontaminierung von Anlagen. Alle verwendeten Kunststoffe verfügen zudem über eine US-amerikanische FDA21-Zulassung. Für diese anspruchsvolle Zulassung werden Produkte speziell auf giftige Bestandteile untersucht, um das Risiko für den Verbraucher zu minimieren.

Alle weichen Produktkomponenten wie Dichtungen und Verschlusselemente sind bei den Harting-Steckverbindern in blauer Farbe ausgeführt. Diese Maßnahme erleichtert das Detektieren von Fremdkörpern mit Hilfe von Überwachungskameras, da Blau bis auf wenige Ausnahmen nicht auf natürliche Weise in Lebensmitteln vorkommt. Die Schutzklassen IP67 beziehungsweise IP69K des Han-F+B-Steckverbinders bleiben auch bei täglicher Reinigung mit aggressiven Reinigern und hohen Drücken bestehen.

Design je nach Kunde

Bei der F+B-Serie liegt der Fokus auf einer optimalen Abbildung der Kundenschnittstelle. Die Steckverbinder verfügen dazu über unterschiedliche Möglichkeiten der Kontaktübertragung. Zurzeit gibt es 25 verschiedene Einsätze für die Anbindung und Übertragung von Bussystemen, Signalen und Leistungen bis 40 Ampere.

RJ45-Schittstellen ermöglichen hierbei auch den Einsatz moderner Profinet-Architekturen. Der Anwender erreicht so eine maximale Flexibilität bei der Auswahl der Verbindungskomponenten, und er kann Zeit und Geld einsparen.

Ergänzend bietet Harting immer auch die Möglichkeit, Leitungen und Schnittstellen entsprechend ihrer spezifischen Anforderungen vorab industriell zu konfektionieren. Dabei bietet das Unternehmen neben Gehäusen, die am Schaltschrank fixiert werden, auch Kabel-zu-Kabel-Lösungen mit Kupplungsgehäusen an. mk

Auf einen Blick - Harting Han F+B

- Mit den neu konzipierten Steckverbindern von Harting lassen sich bislang üblicherweise fest verdrahtete Komponenten steckfähig ausführen, um die Anlagenverfügbarkeit deutlich zu steigern.

- Bei der F+B-Serie liegt der Fokus auf einer optimalen Abbildung der Kundenschnittstelle.

- Auf der Oberfläche und an den Kanten können sich aufgrund des Designs und Materials keine Schmutznester oder Bakterienanhaftungen bilden.

Erschienen in Ausgabe: 02/2016