Unempfindlich gegen Witterung

Industrieelektronik

Gehäuse – Der bekannte Spruch »Es gibt kein falsches Wetter, …« gilt nicht nur für Wanderer, sondern auch für Monitoring-Lösungen von Photovoltaik-Anlagen. Denn: Es gibt kein falsches Wetter, nur die falsche Box. In der Hauptrolle: Glasfaserverstärkte Kunststoffe, dank derer das Gehäuse Regen die kalte Schulter zeigt.

15. Oktober 2010

Regenerative Energien aus Solarzellen liegen im Trend. So steigt seit etwa zwei Jahren der Einsatz von Dünnschicht-Solarmodulen in Photovoltaik-Großkraftwerken. »Dem großen Flächenbedarf, der beim Einsatz der Dünnschicht-Technologie entsteht, müssen auch die Überwachungsanlagen gerecht werden«, erklärt Martin Sauter,Geschäftsführer von Skytron Energy.Der Hersteller von Sensormesstechnik und Monitoring-Lösungen für Photovoltaik-Kraftwerke im Megawatt-Bereich hat deshalb seine übersichtlichen Monitoring-Lösungen PV-Guard und String-Guard entwickelt. Und dafür im Jahr 2008 prompt den Intersolar Award, den internationalen Technologiepreis für wegweisende Produkte und Dienstleistungen der Solarbranche, erhalten. Das Berliner Unternehmen setzt in seinem Monitoring-System Glasfaserdatenleitungen ein, mit denen sich Distanzen von mehreren Kilometern überbrücken lassen und die sich für den Einsatz in großen Kraftwerkparks eignen. Jeder Modultisch wird mit einer Strangstrommesseinheit mit acht oder zwölf Messkanälen, je nach Anforderung, versehen. Die Messeinheiten, die kontinuierlich die von den Solarmodulen erzeugte Leistung überprüfen, befinden sich in Generatoranschlusskästen an der Unterkonstruktion der Modultische. Je nach Größe eines PV-Kraftwerks werden mehrere hundert solcher Gehäuse montiert.

Langlebiger Einsatz

»Wir sind eine Zukunftsindustrie und achten darauf, dass unsere Produkte langlebig eingesetzt werden können. Sie sicher, und gut zu verpacken ist uns sehr wichtig«, erläutert Sauter die Entscheidung für hochqualitative Gehäuse. Deshalb hat das Unternehmen sich für Polyesterschränke des Gehäusespezialisten Fibox entschieden, um die Elektronik zuverlässig vor Witterungseinflüssen und UV-Einstrahlung zu schützen. Schaltschränke für den Außenbereich zum Schutz elektronischer Anlagen und Komponenten jeder Art werden wegen der Beständigkeit und Stabilität des Materials häufig aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) gefertigt. GFK haben eine gute elektrische Isolationswirkung, was sie zu geeigneten Werkstoffen zum Schutz der Elektronik macht.

Der Gehäusespezialist Fibox bietet mit den Baureihen CAB P und CAB PX universell einsetzbare Mehrzweck-Schaltschränke aus glasfaserverstärktem Polyester (GRP). Solche Gehäuse bieten die von Polycarbonat bekannten Vorteile wie den UV-Schutz, die selbstlöschenden Eigenschaften oder die gute Säureresistenz sowie zusätzlich eine noch stabilere Konstruktion. Auch für explosionsgeschützte Gehäusemodelle eignet sich GRP sehr gut. GFK weisen auch in aggressiven Umgebungen ein ausgezeichnetes Korrosionsverhalten auf, sind beispielsweise gegen Salzwasser und Petroleum völlig unempfindlich. Kühlflüssigkeiten, Lösungsmittel oder andere hochkonzentrierte alkalische Medien können GRP-Schränken nichts anhaben. Die Schutzgehäuse sind unempfindlich gegen Umgebungstemperaturen von –20 bis +70 Grad Celsius. »Aufgrund ihrer hohen chemischen Resistenz und Wartungsfreiheit eignen sich CAB P- und PX-Gehäuse ideal für Anwendungen in der Solarindustrie«, so Lars Evers, Verkaufsleiter Erneuerbare Energien bei Fibox. Doch nicht nur das: Die Mehrzweck-Schaltschränke erfüllen die RoHS-Richtlinie, widerstehen Hammerschlägen entsprechend IK10 und halten mit Schutzarten IP 65 und IP 66 starkem Strahlwasser stand.

Wetter- und schlagfest

Das Konzept von Fibox unterstützt den Anspruch, Anlagen möglichst einfach, preiswert und auch nach Jahren noch sicher zu überwachen. Blickdichte graue Türen, die wahlweise auch mit transparenten Sichtfenstern versehen werden, gehören zur Grundausstattung. Der Deckel kann im 180-Grad-Winkel geöffnet werden und ist standardgemäß mit Doppelbartvorreibern ausgestattet. Zu Sicherheitszwecken sind die Türen plombierbar und der Türanschlag ist umkehrbar. Die Türscharniere sind innenliegend und unterstützen das formschöne Äußere der Schaltschränke. Als Generalunternehmen bietet Fibox seinen Kunden betriebsbereite Produkte mit individuellen Maßen, Farben und Ausbrüchen, verschiedene Gehäuseserien und mehr als 1.000 Standardgehäuse aus Polycarbonat, ABS, Polyester und Aluminium.

Die Gehäusebaureihen lassen sich exakt auf das jeweilige Einsatzgebiet zuschneiden. Fibox-Gehäuse können auf Wunsch vorkonfektioniert geliefert werden. Darüber hinaus können die Schränke mit zusätzlichen Komponenten ausgestattet werden, z.B. mit innenliegenden Abdeckplatten für Reiheneinbaugeräte oder mit Swing-Handles. Kunststoffgehäuse von Fibox verfügen über Anschlusslaschen, um mehrere Generatoranschlusskästen in Reihe zu verbinden. Eine Schwingtür kann im Schrankinneren in unterschiedlichen Höhen angebracht werden: Frontplatten dieser patentierten Bauweise lassen sich im rechten Winkel schwenken und gewährleisten einen sehr schnellen und bequemen Zugriff auf im hinteren Innenraum installierte Technik. Auch für unterschiedliche Lüftungs- und Druckausgleichskonzepte bietet Fibox ein breites Zubehörprogramm, das von Schutzklassen von IP 34 bis IP 55 reicht. Bei Anlagen, die im Außenbereich Temperaturschwankungen unterliegen, verhindern Gehäuse mit optionalem Druckausgleichselement atmungsaktiv die Bildung von Kondenswasser. Die Belüftungsvorrichtungen dienen der wirksamen passiven Kühlung der elektronischen Bauteile und verhindern Tauwasserbildung. Kondensiertes Wasser wird durch einen Kondenswasserablauf aus dem Gehäuse abgeleitet. So geschützt kann der Elektronik nun nichts mehr passieren. Und die Photovoltaikanlagenbetreiber können sich darauf verlassen, dass sie belastbare Messdaten erhalten, die Fehlfunktionen sicher nachweisen und ihrer Investitionssicherung dienen.

Hans-Martin Reimler, Fibox / aru

Fakten

-Die Fibox GmbH in Porta Westfalica ist ein eigenständiges Tochterunternehmen der Fibox Oy Ab aus Finnland.

-Derzeit produziert das Unternehmen mehr als 1.000 unterschiedliche Standardgehäuse aus Polycarbonat, dem Copolymer ABS, Glasfaser-Polyester und Aluminium, die bis zur Schutzart IP 68 klassifiziert sind.

Erschienen in Ausgabe: 07/2010