Unendliche Sauberkeit …

Konstruktionselemente – Der Reinraum ist zum Synonym für eine sehr anspruchsvolle Art der Produktion geworden. Anbieter von Komponenten müssen hier ihre gesamte Kompetenz aufbieten. Bei Maschinenbau Kitz spiegelt sich das in einem umfassenden Portfolio wider.

19. März 2019
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Die Handhabung im Reinraum findet immer weitere Verbreitung. (Bild: MK)

Das Arbeiten unter Reinraumbedingungen ist in der Elektro- und Medizintechnik sowie der Pharma-, Lebensmittel- und Halbleiterindustrie überwiegend selbstverständlich. Durch den vermehrten Einsatz von Mikroelektronik im Automotive-Sektor und bei deren Zulieferern sowie die dadurch steigenden Anforderungen an die technische Sauberkeit wird der Reinraum zukünftig diese Bereiche immer stärker durchdringen. Er erlaubt die Fertigung und Verpackung hoch technisierter oder besonders sensibler Produkte und bietet ebenfalls Umgebungsbedingungen für weite Teile der Forschung und Entwicklung.

Laut Definition ist ein Reinraum ein Raum, in dem die Konzentration luftgetragener Teilchen möglichst klein gehalten wird. Der Zustand der Luft wird nach Reinheitsklassen klassifiziert und die Ausstattung eines Reinraums muss den empfindlichen Anforderungen der jeweiligen Partikelreinheitsklasse entsprechen. Demnach sind Spalten, Löcher und raue Oberflächen zu vermeiden, um Partikelablagerungen besser entfernen zu können und somit Verunreinigungen zu reduzieren.

Maschinengestelle, Schutzumhausungen, Arbeitsplätze oder Arbeitsbühnen müssen in einer reinraumgerechten Umgebung die der Reinheitsklasse entsprechenden Anforderungen erfüllen. Hierfür bietet der Hersteller Maschinenbau Kitz (MK) ein umfangreiches Portfolio an Reinraumprofilen und entsprechendem Zubehör an.

Für Schmutz keine Chance

Die Aluminium-Reinraumprofile von MK haben eine glatte und ebene Oberfläche, was die Ansammlung von Schmutz verhindert. Bei Verbindungen der Profile untereinander ist durch den bei MK üblichen Kantenradius von einem Millimeter ein glatter Übergang nahezu ohne Lücken oder Spalten gegeben. Durch das aufgeräumte und glatte Design wirkt eine Konstruktion aus Reinraumprofilen zudem hochwertig und edel. Es gibt ein- bis vierseitig geschlossene Profile mit eckigen Querschnitten von 40 x 40, 40 x 80, 80 x 80 und 50 x 50 Millimetern sowie zwei Rundprofile im Durchmesser 28 und 40 Millimeter.

Eines der traditionell wichtigsten Produktmerkmale der Aluminium-Profiltechnik ist die offenliegende Systemnut. Sie ermöglicht die nötige Flexibilität für die Konstruktion eines stufenlos anpassbaren Profilgestells. Bei Reinraumprofilen ist diese Nut geschlossen, kann aber bei Bedarf teilweise oder vollständig geöffnet werden. Anschließend lässt sich die geöffnete Nut zum Einsatz von Verbindungselementen oder Befestigen von Anbauteilen nutzen.

Um eine reinraumgerechte Verbindung der Profile untereinander zu gewährleisten, ist ein Anschluss möglichst ohne äußere Störkonturen erforderlich. Die entsprechenden Elemente dafür müssen gut zu reinigen sein und keine unnötigen Ecken und Kanten für Partikelablagerungen bieten.

Optimal verbinden

Der Reinraumverbinder von MK ist hierfür nach eigenen Angaben optimal geeignet. Er besteht aus Edelstahl und verbindet sauber und verdrehsicher Reinraumprofile der Serie 40. Die Verdrehsicherung wird stirnseitig in ein mit Gewindeeinsatz bestücktes Profil geklippt und im Gegenprofil durch einen Bohrkanal mit zehn Millimeter Durchmesser festgezogen. Die Bohrung wird abschließend mit einem Stopfen oder Aufkleber sauber verschlossen.

Der Spannverbinder mit Druckstück ist ebenso für die Nutzung im Reinraum geeignet, da er nicht stirnseitig in ein Profil eingeschoben werden muss. Er wird einfach in die geöffnete Nut eines Reinraumprofils eingesetzt und im Gegenprofil per Bohrkanal festgezogen. Die Bohrung wird ebenfalls abschließend mit einem Stopfen oder Aufkleber verschlossen.

Mit der Einschwenklasche 1 aus Edelstahl kann der Betreiber problemlos Anbauteile montieren. Das Federblech fixiert die Lasche in der geöffneten Nut des Reinraumprofils, sodass auch eine Anwendung in der Senkrechten möglich ist. Zudem gewährleistet die integrierte ESD-Funktion eine gute Leitfähigkeit der Verbindung.

Infobox

Auf einen Blick

Über Maschinenbau Kitz:

- Die MK Technology Group mit ihrem Stammhaus Maschinenbau Kitz in Troisdorf ist ein Anbieter von Profiltechnik, Fördertechnik und Systemlösungen für die Fabrikautomation. 460 Mitarbeiter, rund 68 Millionen Euro Umsatz.

- Umfangreicher modularer Baukasten für Maschinenbau und Fabrikautomation.

- Profiltechnik: Aluminiumprofilsystem, Arbeitsplatzeinrichtungen, Schutzeinrichtungen, individuelle Maschinengestelle und Podeste.

- Fördertechnik: standardisierte Fördertypen und Lineartechnik.

- Systemlösungen mit Projektierung, Konstruktion, Realisierung, Inbetriebnahme.

www.mk-group.com

Als Alternative zu Reinraumprofilen oder als nachträgliche Lösung lässt sich die Systemnut eines herkömmlichen Profils auch mit so genannten Verschlussprofilen abdichten, die Schmutzansammlungen verhindern sollen. Verschlussprofile aus Aluminium sitzen nach dem Einschlagen bündig in der Nut, spezielle Ausführungen aus verschiedenfarbigem Kunststoff hingegen setzen optische Akzente oder geben wertvolle Hinweise auf die möglicherweise darunter befindlichen Versorgungsleitungen.

Endkappen aus Kunststoff verschließen die Stirnseite eines Profils. Durch einfaches Aufstecken wird die Endkappe im Profilende fixiert und sorgt für einen sauberen Abschluss und eine hochwertige Optik. Zudem schützen sie vor scharfkantigen Schnittflächen.

Auch Gurt im Programm

Um den Baukasten für eine reinraumgerechte Fabrikautomation zu vervollständigen, umfasst das Portfolio auch ein zertifiziertes Gurtfördersystem für den Einsatz in Reinräumen. Der Gurtförderer Reinraum GUF-R 2000 wurde auf Grundlage des Fördersystems GUF-P 2000 so optimiert, dass eine möglichst geringe Partikelemission entsteht.

Außerdem verursacht der Förderer im Betrieb kaum Luftverwirbelungen, denn es kommt ein oberflächengekühlter Glattmantelmotor zum Einsatz. Dank glatter und großer Flächen ist der Förderer laut Hersteller besonders leicht zu reinigen.

Das System mit der Antriebsausführung AF wurde vom Fraunhofer-Institut IPA für die Luftreinheitsklasse 4 nach DIN ISO 14644–01 zertifiziert. Dank seines modularen Aufbaus und den eloxierten Zubehörteilen, wie Seitenführung oder Bandständern, ist der Gurtförderer vielfältig einsetzbar. Für den Aufbau werden geschlossene Reinraumprofile der Serie 50 und Stellfüße aus Edelstahl verwendet. Er lässt sich damit gut in bestehende Reinräume integrieren. mk

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 32 bis 33