Unter Beobachtung

Mit klassischem PLM will sich ESI jetzt nicht mehr begnügen. "Product Performance Lifecycle" ist für den Simulationsanbieter das neue Paradigma. Simulationsmodelle mit Sensoranbindung sollen zukünftig Daten über das Produktverhalten liefern.

01. Juni 2016

Die französische ESI Group hat kürzlich bekanntgegeben, wie sie sich die Zukunft der Simulation aus Sicht ihrer eigenen Produktstrategie vorstellt. Für ESI geht es zentral darum, aus Simulationsmodellen nicht nur wie bisher die Leistung des Produkts vorauszusagen und zu optimieren. Auf Basis der Simulationsmodelle soll man auch Prognosen über das Betriebsverhalten der Produkte erstellen können und daraus Maßnahmen ableiten wie etwa vorbeugende Wartung. "Product Performance Lifecycle" ist der dafür von ESI verwendete Begriff.

Durch diesen neuen Ansatz sieht sich ESI in die Lage versetzt durch die letzten Akquisitionen mit den Schwerpunkten Systemmodellierung und Datenanalyse. Unter anderem hatte ESI 2013 mit CyDesign Labs den Entwickler einer Software für Systemmodellierung übernommen. Im Februar 2016 akquirierte ESI mit Mineset einen Spezialisten für datengetriebene Modellierung und maschinelles Lernen. Die Technik von Mineset stellt eine Basis dar, um (Sensor-)Daten der im Einsatz befindlichen Produkte zu erfassen und auszuwerten. Die können in die Systemmodelle einfließen, die mit ESI-Software für Systemmodellierung dargestellt werden. Dadurch soll es möglich werden, Risiken zu erkennen und nahende Fehler vorherzusagen. Es soll ein "virtueller Zwilling" entstehen, an dem die zukünftige Entwicklung des realen Gegenstücks erkennbar wird.